Zacherlhaus

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Wohn- und Geschäftshaus Zacherl, errichtet 1903-1905 nach Plänen von Josef Plečnik und Josef Tölk
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1444
Jahr bis
Andere Bezeichnung Wanzenburg
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Johann Evangelist Zacherl
Einlagezahl
Architekt Josef Plečnik, Josef Tölk
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildname Zacherlhaus.jpg
Bildunterschrift  Wohn- und Geschäftshaus Zacherl, errichtet 1903-1905 nach Plänen von Josef Plečnik und Josef Tölk
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, D 76617: Der Architekt, Jänner 1906, S. 2
Bildrechte
BezirkStraßeHausnummer
1Brandstätte6
1Wildpretmarkt2-4
1Bauernmarkt5-7

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt55817701795
Stadt55917701795
Stadt54918211862
Stadt57918211862
Stadt59017951821
Stadt61817951821
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Zacherlhaus (1, Brandstätte 6, Wildpretmarkt 2-4, Bauernmarkt 5-7; Konskriptionsnummern 549 und 579).

Vorgängerbauten

Haus Stadt 549

Dieses Haus stand nur zu einem geringen Teil auf der Grundfläche des heutigen Zacherlhauses, der Rest befand sich an der Stelle der verlängerten Brandstätte. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1460. 1837 fand ein Umbau statt und im Jahr 1893 wurde es von Johann Evangelist Zacherl erworben und zu Beginn des 20. Jahrhunderts niedergerissen.

Haus Stadt 579

Dieses Gebäude wird bereits im Jahr 1444 erstmals urkundlich erwähnt und noch im selben Jahr an den Bürgermeister Hans Haringseer verkauft. 1893 wurde es von Johann Evangelist Zacherl erworben und später abgetragen.

Zacherlhaus

Das heutige Wohn- und Geschäftshaus wurde vom Otto-Wagner-Schüler Josef Plečnik 1903-1905 gemeinsam mit Josef Tölk für Johann Evangelist Zacherl erbaut. In Anspielung auf das bekannte, von seiner Firma hergestellte Insektenpulver, kam im Volksmund auch die Bezeichnung "Wanzenburg" auf.

1., Wildpretmarkt 2-4, um 1940

Architektur

Das Gebäude zeigt interessante Ecklösungen. Zwischen dem als Sockel ausgebildeten Erdgeschoß und dem schweren Dach ist eine feingliedrige Wand mit strengem, durchgehendem Raster, in dem flächig die Fenster liegen (keine Trennung zwischen Wohn- und Geschäftsbereich ersichtlich). Die Skulptur "Erzengel Michael" aus getriebenem Metall an der Hausecke schuf Ferdinand Andri, die Karyatiden am Obergeschoß Franz Metzner. Material und Farbe ergeben eine vornehme Wirkung.

Kriegsschäden

Am 8. April 1945 fiel eine Bombe in den schmalen Lichthof. Infolge der Druckwelle stürzte die Stiege in sich zusammen, wobei die Mauern des Stiegenhauses stehen blieben.

Literatur

  • Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer. Band 3/1: Wien. 1.-12. Bezirk. Salzburg: Residenz-Verlag 1990, S. 55f.
  • Ottokar Uhl: Moderne Architektur in Wien von Otto Wagner bis heute. Wien [u.a.]: Schroll 1966, S. 19 und 28.
  • Dietmar Steiner: Architektur in Wien. 300 sehenswerte Bauten. Wien: Magistrat 1984, S. 97.
  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1), S. 27f.
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 704-707.
  • Nikolaus Zacherl / Peter Zacherl / Ulrich Zacherl [Hg.]: Josef Plečnik Zacherlhaus. Geschichte und Architektur eines Wiener Stadthauses. Basel: Birkhäuser 2016.