Wollzeile 11

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1., Wollzeile 11; Essiggasse 1, um 1940
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1819
Jahr bis
Andere Bezeichnung Haus Schaumburg
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Joseph Adelpodinger
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  7.06.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Wollzeile11.jpg
Bildunterschrift  1., Wollzeile 11; Essiggasse 1, um 1940
Bildquelle WStLA, Fotosammlung Stadtplanung, Reiffenstein
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
1Wollzeile11
1Essiggasse1

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt82217951821
Stadt81117701795
Stadt81017701795
Stadt77518211862
Stadt82117951821
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Wollzeile 11, Essiggasse 1 (Konskriptionsnummer 775); Haus Schaumburg.

Vorgängerbauten

Auf diesem Grundstück standen ursprünglich zwei Häuser:

Haus Stadt 775 A

Dieses Haus gehörte in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts dem Kloster St. Jakob auf der Hülben. 1377 wurde es von Michael Geuchramer (Geukramer) erworben, der in dieser Zeit die einflussreichsten Posten bekleidete, die die Stadt zu vergeben hatte (Ratsherr [1372, 1375 bis 1378 und 1380], Judenrichter [1372 und 1375], Steuerherr [1376] und Kirchmeister von St. Stephan [1377, 1380 und 1381]). Aus einer Verkaufsurkunde vom 6. Dezember 1387 geht hervor, dass das Gebäude von der Wollzeile bis zur Bäckerstraße reichte und somit mit Haus Stadt 765 (Bäckerstraße 6) eine Einheit bildete. Möglicherweise wurden die Häuser erst 1381 vereint, eine neuerliche Trennung erfolgte aber bereits vor 1428.

Im Laufe der Zeit wechselte das Gebäude oft seine Besitzer (darunter die Familie Tirna, Wolfgang Holzer und Johann Jacob Spatz), bis es 1802 vom Buchhändler Karl Schaumburg erworben wurde.

Haus Stadt 775 B

Bei diesem Haus handelte es sich um die bekannte Badestube in der Wollzeile (siehe auch Bäder). Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1363. Zu den Besitzern des Gebäudes zählten mehrfach bekannte Persönlichkeiten wie Mitglieder der Familie Tirna, Hanns Zink, Jeronim Geukramer, Andre Hiltprant, Friedrich Piesch. Die Badestube wurde wahrscheinlich um 1750 aufgelassen. Es ist möglich, dass das Haus zu dieser Zeit umgebaut wurde, doch blieb es (anders als in der Häuserchronik von Karl August Schimmer angegeben) eigenständig. 1820 kam es in den Besitz von Karl Schaumburg.


Neubau 1819-1821

1819 ließ Karl Schaumburg beide Häuser abtragen und an deren Stelle das heutige Gebäude errichten. Laut der Gedenktafel rechts der Toreinfahrt wurden die Pläne von Jacob Wilhelm gezeichnet, der jedoch während der Errichtung des Hauses verstarb. Danach wurde die Bauleitung von Josef Georg Kornhäusel übernommen. Errichtet wurde das Gebäude durch den k.k. Hofbaumeister Joseph Adelpodinger. Es ist fünfgeschossig und steht auf einer Grundfläche von 795 Quadratmetern.

Am 2. März 1931 wurde das Haus von der "Buchhandlung und Zeitungsbureau Hermann Goldschmidt Ges.m.b.H." (später "Buchhandlung und Zeitungsbureau Morawa & Co.) erworben. Außerdem befand sich das im Jahr 1890 gegründete Unternehmen Alexander Weigls für Zeitungsausschnitte aus der In- und Auslandspresse über Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft "Observer" im Haus.

Kriegsschäden

Obwohl es in der Wollzeile zu besonders starken Verwüstungen durch Fliegerbomben kam, blieb das Haus von Bombentreffern verschont. Im April 1945 wurde es jedoch von drei Artillerietreffern im Bereich des Daches beschädigt.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

  • Badestube
  • Buchhandlung und Zeitungsbureau Hermann Goldschmidt Ges.m.b.H.
  • Buchhandlung und Zeitungsbureau Morawa & Co.
  • Alexander Weigls Unternehmen für Zeitungsausschnitte "Observer"
  • Café Gagstetter


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 4, 3. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 475-482