Wipplingerstraße 28

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1881
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Friedrich Schachner
Prominente Bewohner Henriette Arnstein
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  29.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtWipplingerstraße28
Innere StadtRenngasse18

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Innere Stadt14917751821
Innere Stadt14218211862
Innere Stadt39317701775
Innere Stadt15017751821
Innere Stadt14318211862
Innere Stadt39217701775
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Wipplingerstraße 28 (Konskriptionsnummer 143 und 142), identisch mit Renngasse 18.


Haus Stadt 143

1368 erstmals erwähnt, das Gebäude wird beschrieben als "daz da haist Cziegelhaus, gelegen auf der Hochenprukk, gegen Patstuben uber".

Nach vielfachem Besitzerwechsel erwarb es 1869 die kaiserlich-königliche private Allgemeine Versicherungsbank. 1880 erfolgte der Abbruch des Gebäudes, worauf an Stelle dieses und des Nachbarhauses Haus Stadt 142 ein Bankpalast aufgeführt wurde.


Haus Stadt 142

An dieser Stelle standen einst zwei Häuser.

Haus A

Eine Verpfändungsurkunde aus dem Jahr 1388 ist das ältest erhaltene Dokument dieses Hauses. Hier wird das Haus "auf der Hochenpruk an dem ekk gegen der Padstuben uber" genannt. Kurzzeitig gelangte das Haus in den Besitz des Klosters Mauerbach (1434), ging dann aber wieder in Privatbesitz über. Bald nach dem Jahr 1527 wurde es ein weiteres Mal in zwei Häuser gespalten, 1638 von dem Eigentümer (dem geheimen Rat, Kämerer und Kanzler im Königreich Böhmen, Georg Adam Bortzita Graf von Martinitz, Herrn auf Horrschowitz) wieder vereint. 1667 kam es an den wirklichen geheimen Rat, Kämmerer und Obrist Kanzler im Königreich Böhmen, Reichsgrafen Johann Hertwig von Nostitz Herrn auf Falkenau, Heinrichsgrün, Türnitz, Sahr und Packhmarschitz, welcher im Jahr 1679 auch das Haus B erworben hatte. In Folge dessen blieben die beiden Häuser A und B bis zu ihrer Verbauung in einer Hand.

Haus B

Erste Erwähnung des Hauses im Jahr 1454. Nach vielfachem Besitzerwechsel erbte es 1766 der wirkliche Kämmerer und General Feldwachtmeister Reichsgraf Friedrich von Nostitz-Rieneck der Nutz und Gewer des Hauses empfing und beide in ein Gebäude verbauen ließ "so ehemals zwei halbe Häuser gewesen und hierauf in ein Haus verbaut worden sind" (Zitat aus dem Schottengrundbuch: WStLA, Grundbuch Schotten, B 29: 34a, fol. 93). 1840 kam es in den Besitz der Freiherrin Henriette von Pereira-Arnstein. 1869 erwarb das Haus die kaiserlich-königliche private Hypothekenbank und 1871 der kaiserlich-königliche Wiener Stadterweiterungsfonds.

Im Jahr 1880 wurde das Haus samt dem Nachbarhaus Stadt 143 niedergerissen.

Bis zum Beginn der 1870er Jahre fand mit diesem Haus Stadt 142 die Wipplingerstraße ihr Ende. Mit der damals dort einsetztenden Bautätigkeit bekam die Gegend, die Raum zwischen der Renngasse und den heutigen Schottenring ausfüllte, ein völlig anderes Aussehen.


Archäologische Funde

Bei den Grundaushebungen für den Neubau traten die Reste eines festen Baues zu Tage, der den Übergang des Limes über den Tiefen Graben und zugleich die Mündung des durch diesen abfließenden Ottakringerbaches bewachte. Es zeigten sich hierbei sehr tiefreichende Fundamente aus großen langen Steinblöcken mit eingebundenen Lagen hellroter Ziegel. Ob dieses Bauwerk mit dem in der Nähe gestandenen Werderturm, dessen massiver Unterbau auf die römische Zeit zurückgeführt wird, zusammen hing, lässt sich nicht erweisen. Sicher ist, dass von ihm aus gegen den Rudolfplatz zu eine etwa 30 Zentimeter dicke Mauer lag die durch die hellrote Farbe der Ziegel auffiel. Eine andere aus gleichem Material hergestellte, fand sich in der Richtung gegen den Tiefen Graben zu.
Die Erdarbeiten brachten auch Münzfunde zu Tage, so unter anderem einen Denar der Kaiserin Julia Mamaea (gestorben im Jahr 235) und eine Mittelbronze des Marcus Aurelius Valerius Maximianus genannt Herculius (240-310).


Der Neubau

Nachdem die beiden Häuser im Jahr 1880 abgebrochen wurden, wurde 1881 das gegenwärtige Gebäude durch den Architekten Friedrich Schachner erbaut.

Das neu errichtete Gebäude wurde von der Allgemeinen Verkehrsbank, welche auch die Eigentümerin des Hauses war, als moderner Bankpalast eingerichtet und ausgestattet.

1927 wurde das Bankpalais von der Wiener Gebietskrankenkasse für Arbeiter und Angestellte erworben, die das Gebäude ihren Zwecken entsprechend umgestalteten.


Kriegsschäden

Der Bombenangriff vom 12. März 1945 verursachte schwere Schäden. Das Gebäude erhielt zwei Treffer, die einen gegen die Renngasse zum hofseitig gelegenen Trakt, in den vier obersten Geschossen (vom sechsten bis zum dritten Stock herunter) zum Einsturz brachten. Die damals hier untergebrachten Ambulanzen wurden dabei alle zerstört.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 3. Teil. Wien ²1953 (Manuskript im WStLA), S. 625-633