Wipplingerstraße 23

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1399
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Zum weißen Lamm, Zum weißen Hahn, Bei der eisernen Stange
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Ludwig Tischler
Prominente Bewohner Kaspar Franz, Matthias Gunst
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  7.06.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
1Wipplingerstraße23
1Tiefer Graben21

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt17717951821
Stadt14518211862
Stadt35817701795
Stadt17817951821
Stadt17018211862
Stadt17917951821
Stadt17118211862
Stadt38517701795
Stadt17218211862
Stadt36017701795
Stadt15217951821
Stadt35917701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Wipplingerstraße 23 (Konskriptionsnummern 145, 170, 171 und 172), Tiefer Graben 21.

Vorgängerbauten

Haus Stadt 145 "Zum weißen Lamm"

Die erste urkundliche Erwähnung dieses an der Hohen Brücke liegenden Hauses stammt aus dem Jahr 1399. Ab 1656 ist hier ein Wirtshaus belegt, das die Namen "Zum weißen Lampel" und "Lampelkeller" trug. Am 5. Jänner 1707 starb der Gastwirt Kaspar Franz, der sich als Hauptmann einer gegen die Osmanen gebildeten Freiwilligenkompanie Verdienste erworben hatte, in dem Gebäude (ausführlichere Beschreibung im Artikel Zum weißen Lamm).

Im Jahr 1846 wurde es mit dem Nachbarhaus Stadt 172 zu einem verbaut. Laut dem Häuserkataster von 1885 gehörte ein Teil des so entstandenen Gebäudes zu dieser Zeit der Firma "Spitzer & Co.". Im Jahr 1898 wurde es demoliert.

Haus Stadt 170 "Zum weißen Hahn"

Haus Stadt 170 lag am Tiefen Graben und bildete ursprünglich eine Einheit mit dem Haus Stadt 171. Die erste urkundliche Erwähnung findet am 20. März 1394 statt. Danach gibt es erst wieder ab 1440 Hinweise auf das Haus, das in diesem Jahr von einem Priester erworben wurde. Nach 1487 brannte es ab und wurde längere Zeit nicht wiederaufgebaut, sodass es 1516, da auch Steuern nicht bezahlt worden waren, mit dem Einverständnis des Schottenstifts, dem das Grundstück gehörte, von der Stadt verkauft wurde. Der neue Besitzer verkaufte die Brandstatt 1517 um 8 Pfund Wiener Pfennig. Danach wurde hier erneut ein Haus errichtet, das 1535 um 34 Pfund Wiener Pfennig den Eigentümer wechselte. 1682 kam es in den Besitz des Bildhauers Matthias Gunst und seiner Frau Regina. Gunst war unter anderem an der Schaffung der Dreifaltigkeitssäule (1) beteiligt und starb in diesem Haus. 1897/1898 wurde das Haus, das zu dieser Zeit den Namen "Zum weißen Hahn" trug, abgebrochen.

Haus Stadt 171 "Bei der eisernen Stange"

Dieses ebenfalls am Tiefen Graben liegende Objekt wurde erst 1587 vom Haus Stadt 170 abgetrennt. Zwischen 1621 und 1663 hatten die beiden Gebäude erneut jeweils die selben Besitzer. Ab dem Jahr 1682 ist der Hausname "Bei der eisernen Stange" belegt. In den Jahren 1717 bis 1811 gehörte es den jeweiligen Eigentümern des Hauses Stadt 145. 1898/1899 wurde es niedergerissen.

Haus Stadt 172

Im Jahr 1521 wird dieses Haus, das an der heutigen Wipplingerstraße lag, erstmals urkundlich erwähnt. Da es abgebrannt war, wurde es von der Stadt eingezogen und in diesem Jahr um 8 Pfund Wiener Pfennig verkauft. Trotz mehrfachen Besitzerwechsels kam es zu keinem Wiederaufbau, sodass die Stadt 1555 die Brandstatt um 10 Pfund Wiener Pfennig erwarb. Die Parzelle blieb fast eineinhalb Jahrhunderte im Eigentum der Stadt. Wie sie in dieser Zeit verwertet wurde, ist unbekannt, doch beim Verkauf im Jahr 1696 stand hier erneut ein Haus. 1846 wurde es mit dem Haus Stadt 145 baulich verbunden (siehe Haus Stadt 145).


Neubau 1898/1899

In den Jahren 1898/1899 wurde das heutige Haus nach Plänen von Ludwig Tischler errichtet, der alle oben genannen Gebäude ersetzte. Im Jahr 1902 wurde es von der "Wiener Versicherungsgesellschaft" (später "Phoenix und Wiener Vereinigte Versicherungs A.G.") gekauft, die es am 6. Februar 1937 an die "Allianz- und Giselaverein Versicherungs A.G." verkaufte. 1947 änderte diese ihren Namen in "Österreichische Volksfürsorge Lebensversicherungs A.G.".


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

Haus Stadt 145:

  • Wirtshaus "Zum weißen Lampel" / "Lampelkeller"


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 3. Teil. Wien ²1953 (Manuskript im WStLA), S. 535-542