Wilhelm Schmieger

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Personenname Schmieger, Wilhelm
Abweichende Namensform Schmieger, Willy
Titel
Geschlecht männlich
GND 1031225838
Geburtsdatum 24.04.1887
Geburtsort Wien
Sterbedatum 10.10.1950
Sterbeort
Begräbnisdatum
Friedhof Friedhof Neustift am Walde
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Lehrer, Fußballer, Sportberichterstatter
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Schmiegergasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Wilhelm (Willy) Schmieger, * 24. April 1887 Wien, † 10. Oktober 1950 Wien 9, Alser Straße 4 (Allgemeines Krankenhaus; Friedhof Neustift am Walde, Gruppe J/3/13), Gymnasialprofessor, Fußballer, Sportberichterstatter. Während er 1901-1919 in der österreichischen Fußballnationalmannschaft spielte und internationaler Schiedsrichter war, studierte er 1907-1912 an der Universität Wien klassische Philologie und legte 1913 die Lehramtsprüfung für Mittelschulen ab. Neben seiner Unterrichtstätigkeit war er der populärste Sportreporter der Zwischenkriegszeit und ein Pionier der kommentierten Rundfunksportübertragungen (Länderspielübertragungen ab 1928), bei denen er Humor und Schlagfertigkeit mit Sprachkultur zu vereinen wusste. Legendär wurde in der Zeit des "Wunderteams sein Schrei "Tooor!"; mit Hugo Meisl arbeitete er eng zusammen. Schmieger redigierte 1909 die Zeitschrift "Sport im Wort"; 1937 trat er in die Redaktion der "Illustrierten Kronen-Zeitung" ein, während des Zweiten Weltkriegs war er Sportredakteur der "Kleinen Kriegszeitung", ab 1945 Sportredakteur des "Kleinen Volksblatts". Präsident des Österreichischen Fußball-Verbands (1916). 1925 veröffentlichte er "Der Fußball in Österreich".

Im Auftrag der Stadt Wien hat eine HistorikerInnen-Kommission die historische Bedeutung jener Persönlichkeiten, nach denen Wiener Straßen benannt sind, von 2011 bis 2013 untersucht sowie eine zeithistorische Kontextualisierung vorgenommen. Laut Abschlussbericht dieser Forschungsgruppe war Wilhelm Schmieger im Ständestaat ab 1935 stellvertretender Chefredakteur der Kronen-Zeitung und im selben Jahr zum "Gruppenführer für Fußball" von Sportführer und Vizekanzler Starhemberg ernannt. Schmieger war Präsident und Ehrenkapitän des „Wiener Sportclubs“. Dieser galt, so die Kommission, schon früh als antisemitischer Klub, der zwar keinen nachweisbaren "Arierparagraphen" führte, jedoch offenbar inoffiziell keine jüdischen Mitglieder aufnahm. Schmieger begrüßte 1938 freudig den "Anschluss", wurde (rückwirkend) 1941 als Mitglied der NSDAP bestätigt und arbeitete bis 1942 als Sportchef bei der Kronenzeitung und bis 1944 als Sportberichterstatter im Reichssender Wien. Nach dem Zweiten Weltkrieg als „Minderbelasteter“ eingestuft, wurde er nach seinem Einspruch 1948 entnazifiziert.

Schmiegergasse

Literatur

  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd.
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon [der Ersten und Zweiten Republik]. Wien: Ueberreuter 1992
  • Österr. Fußballbund [Hg.]: Geschichte des österreichischen Fußballsports. Wien: Limpert 1964, S. 71, S. 176 ff., S. 188, S. 296, S. 298
  • Viktor Ergert: 50 Jahre Rundfunk in Österreich. 1924-1945. Band 1. Salzburg: Residenz-Verlag 1974, S. 105 ff.
  • Rathaus-Korrespondenz, 14.09.1963
  • Peter Autengruber, Lexikon der Wiener Straßennamen. Bedeutung, Herkunft, frühere Bezeichnungen. Wien: Pichler Verlag 2014, 9. Auflage, S. 11 und 264
  • Peter Autengruber / Birgit Nemec / Oliver Rathkolb / Florian Wenninger: Umstrittene Wiener Straßennamen. Ein kritisches Lesebuch. Wien: Pichler Verlag 2014, S. 221–225
  • Peter Autengruber / Birgit Nemec / Oliver Rathkolb / Florian Wenninger: Forschungsprojektendbericht "Straßennamen Wiens seit 1860 als 'Politische Erinnerungsorte'". Wien 2013

Links