Wilhelm Furtwängler

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Personenname Furtwängler, Wilhelm
Abweichende Namensform
Titel Generalmusikdirektor
Geschlecht männlich
GND 118536931
Geburtsdatum 25.01.1886
Geburtsort Berlin
Sterbedatum 30.11.1954
Sterbeort Baden-Baden
Begräbnisdatum
Friedhof Bergfriedhof, Heidelberg
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Dirigent
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Furtwänglerplatz
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  11.09.2017 durch WIEN1\lanm09bum
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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Orden Pour le mérite1930
Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker
Goethe-Medaille1932
Grand Prix der Pariser Weltausstellung1937

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Furtwängler Wilhelm, * 25. Jänner 1886 Berlin, † 30. November 1954 Baden-Baden, deutscher Dirigent.

Biographie

Wurde 1915 Hofkapellmeister in Mannheim, 1922 wurde er nach Leipzig und Berlin berufen, war ab 1927 ständiger Dirigent der Wiener Philharmoniker und wurde auch für Neueinstudierungen an die Staatsoper verpflichtet (Dirigentendebüt 17. Oktober 1928 mit „Rheingold"). Furtwängler leitete 1922-1945 und 1950-1954 die Konzerte der Berliner, 1927-1930 und 1939/1940 die der Wiener Philharmoniker, 1922-1928 jene des Leipziger Gewandhausorchesters. 1931 wurde Furtwängler künstlerischer Gesamtleiter in Bayreuth, 1933 Erster Staatskapellmeister, dann Direktor der Staatsoper Berlin; ab 1937 dirigierte er bei den Salzburger Festspielen. Furtwängler stand mit der Wiener Staatsoper in engstem Kontakt, besonders während des Zweiten Weltkriegs (Regiedebüt 1. Jänner 1943 mit „Tristan") und nach 1945, als ihm weitester Einfluß auf die Gestaltung des Wiener Musiklebens und der Salzburger Festspiele eingeräumt wurde. Furtwängler war eine der profiliertesten Dirigentenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und ein hervorragender Interpret der Musik des 19. Jahrhunderts; als Komponist folgte er den Spätromantikern. Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker.

Laut Abschlussbericht der im Auftrag der Universität Wien und der Stadt Wien eingesetzten Forschungsgruppe zur Untersuchung und Kontextualisierung der Benennung der Wiener Straßennamen seit 1860 war Wilhelm Furtwängler 1933 Vizepräsident der Reichsmusikkammer. 1933 wurde mit seiner Zustimmung ein Brief von Goebbels veröffentlicht, worin sich Furtwängler für eine neutrale Haltung der Kunst sowie für deren Freiheit aussprach. Mit diesem „Insel-Denken“, so die Kommission, arbeitete er der NS-Propaganda letztlich in die Hände und stand in den letzten Jahren des NS-Regimes im Rang des „ersten“ Dirigenten Deutschlands. Andererseits versuchte Furtwängler im Rahmen der Reichsmusikkammern und als Orchesterleiter in Berlin und Wien vor allem in seinem Umkreis dem Rassismus Einhalt zu gebieten und intervenierte punktuell – auch an höchster Stelle – für verfolgte Künstler und Künstlerinnen (z. B. „Affäre Hindemith“). Furtwängler erhielt 1945 bis 1947 Berufsverbot.

Furtwänglerplatz

Literatur

  • Oswald Schrenk: Wilhelm Furtwängler. Berlin: Bote & Bock 1940
  • Friedrich Herzfeld: Wilhelm Furtwängler. Weg und Wissen. Leipzig: Goldmann ²1950
  • Berta Geissmar: Musik im Schatten der Politik. Zürich: Atlantis ²1948
  • Peter Autengruber, Lexikon der Wiener Straßennamen. Bedeutung, Herkunft, frühere Bezeichnungen. Wien: Pichler Verlag 2014, 9. Auflage, S. 101
  • Peter Autengruber / Birgit Nemec / Oliver Rathkolb / Florian Wenninger: Umstrittene Wiener Straßennamen. Ein kritisches Lesebuch. Wien: Pichler Verlag 2014, S. 67–69
  • Peter Autengruber / Birgit Nemec / Oliver Rathkolb / Florian Wenninger: Forschungsprojektendbericht "Straßennamen Wiens seit 1860 als 'Politische Erinnerungsorte'". Wien 2013