Wiener Sängerknaben

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Art der Organisation Verein
Datum von 1924
Datum bis
Benannt nach
Prominente Personen
Quelle
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Hofsängerknaben

Die Hofsängerknaben sind vom Spätmittelalter an (schon vor der Kapellreform von 1498) im Personalstand der Hofmusikkapelle nachgewiesen, die der kaiserliche Hof in Wien unterhielt. Die eigentliche Gründung des Chors erfolgte zur Blütezeit niederländischer Musik 1498 durch ein Dekret Maximilians I. Der Chor wurde fortan aus der Privatschatulle der habsburgischen Kaiser erhalten; er bestand zu Beginn nur aus acht "Singern", deren Führung in den Händen des Kapellmeisters der Hofmusikkapelle, Georg Slatkonia, lag.

Nach etwa vier Jahrzehnten ging man daran, den Nachwuchs aus der eigenen Bevölkerung zu wählen, doch dann entwickelte sich dank der großen Fürsorge die Hofmusikkapelle und mit ihr die Institution der Sängerknaben sehr rasch.

Aufgabe der nun circa 14-20 Knaben war die musikalische Gestaltung der Messe; sie unterstanden einem Kantor, später dem Hofkapellmeister. Aufgrund der profunden musikalischen Ausbildung waren viele Sängerknaben auch nach dem Stimmbruch als Musiker tätig (beispielsweise Joseph Haydn, Michael Haydn, Franz Schubert, Clemens Krauss).

Im Lauf der Jahrhunderte erlebte der Chor die befruchtende Periode der italienischen Renaissance des Musiklebens, den Durchbruch einer völlig neuen Kunstgattung, der Oper, und die glanzvollste Zeit der Hofkapelle in der Periode der Wiener Klassik, in der Haydn, Mozart und Beethoven ihre unerreichten Instrumentalmessen komponierten.

Wiener Sängerknaben

Nach dem Ende der Monarchie war mit der Auflösung der Hofmusikkapelle 1920 auch das Ende der Kapellknaben gekommen, doch der von 1921 an tätige Rektor der Burgkapelle, Monsignore Josef Schnitt, setzte sich für die Fortführung der Tradition ein. 1924 wurde das Sängerknabeninstitut neu als Verein "Wiener Sängerknaben" gegründet und kontinuierlich zu einem professionellen Musikbetrieb ausgestaltet.

Seit 1935 bestehen vier Chöre, von denen jeweils einer den sonntäglichen Gottesdienst in der Burgkapelle betreut, während die übrigen für Konzerte, Welttourneen, Filme und so weiter zur Verfügung stehen.

Seit 1948 dient das Augartenpalais den Sängerknaben als Internat und Übungsstätte. Fachlich zuständige staatliche Dienststelle ist das Unterrichtsministerium. Ein eigener Chor ("Chorus Viennensis") vereint ehemalige Sängerknaben, die als Tenöre, Baritone oder Bässe weiterhin (oft gemeinsam mit aktiven Sängerknaben) auftreten.

Der Verein Wiener Sängerknaben hat 2012 im Augarten einen neuen, von einer privaten Stiftung finanzierten, MuTh genannten Konzertsaal eröffnet. MuTh steht für Musik und Theater.[1]

Literatur

  • Rudolf Holzer, Josef Schnitt: Die Wiener Sängerknaben. 1953
  • F. J. Grobauer: Die Nachtigallen aus der Wiener Burgkapelle. 1954
  • Franz Endler: Die Wiener Sängerknaben. 1974
  • Gottfried Heindl: Wien-Brevier einer Stadt. 1972, S. 182 ff.

Einzelnachweise

  1. MuTh in Wikipedia