Warenhaus Neumann

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Warenhaus Neumann (Zustand im Jahr 1896)
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1895
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Otto Wagner
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildname Warenhaus Neumann.jpg
Bildunterschrift  Warenhaus Neumann (Zustand im Jahr 1896)
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, D 76617: Der Architekt, 1. Dezember 1896, S. 92
Bildrechte
BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtKärntner Straße19

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Derzeit wurden noch keine Konskriptionsnummer zu diesem Bauwerk erfasst!
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Warenhaus Neumann (1, Kärntner Straße 19).

1895-1945

Das Gebäude wurde 1893 von Otto Wagner entworfen und anstelle des Hauses Stadt 943 (siehe Warenhaus Steffl) in den Jahren 1895/1896 erbaut (Eröffnung am 24. September 1896). Bauherr war das Herrenkonfektionsgeschäft M. Neumann (gegründet 1845 durch Artur Kaan, 14 weitere Filialen im In- und Ausland). Die Schauseite präsentierte sich in Glas, mit weißem Marmorputz und vergoldetem Porzellan. Eine an Seilen aufgehängte Glashaut überdachte den querrechteckigen Lichthof, der den Vordertrakt von dem um ein halbes Stockwerk versetzten Hintertrakt (mit gewendeltem Stiegenhaus) trennte. Das Warenhaus war mit 1.000 Glühlampen elektrisch beleuchtet. 1909 erfolgte die Vergrößerung der Curtain-wall-Fassade um zwei Geschosse, 1930 die Auswechslung der Pfeiler.

Das bekannte Konfektionsgeschäft wurde bis zum September 1938 von der Familie Neumann betrieben, ehe es "arisiert" und ein "kommissarischer Verwalter" eingesetzt wurde. Das Gebäude erlitt durch einen Brand am 11./12. April 1945 schwere Beschädigungen und musste 1949 abgetragen werden. Gegliedert war das Gebäude in Verkaufsräume (Erd- und zwei Obergeschosse) und Wohnungen (drittes und viertes Obergeschoß).


Neubau 1949

1949/1950 errichtete Carl Appel für die Firma Neumann einen Neubau, der durch seine konkav geschwungene Fassade auffiel. Die weit in das Gebäude hineinverlegte Eingangsfront (dadurch ergab sich ein offener, überdeckter Eingangsbereich) entstand noch unter Berücksichtigung einer in beiden Richtungen befahrenen Kärntner Straße und sollte eine Behinderung des Passantenstroms durch die Betrachter der Auslagen hintanhalten. Appel schuf auch die Inneneinrichtung des Kaufhauses.


Warenhaus Steffl

Seit 1961 tragt das Warenhaus den Namen "Steffl". Die Fassade wurde 1986 durch Rudolf Vorderegger verändert und 1993 wurde das Gebäude nach gescheiterten Verkaufsverhandlungen mit einem japanischen Investor auch innen umgebaut (ausführlichere Beschreibung im Artikel Warenhaus Steffl). Am Haus befindet sich eine Gedenktafel für Wolfgang Amadeus Mozart (Bronzerelief, gewidmet von der Familie Neumann anlässlich der Gedenkfeier am 5. Dezember 1931; 1938 entfernt, jedoch 1987 wiederaufgefunden).


Literatur

  • Andreas Lehne: Wiener Warenhäuser 1865-1914. Wien: Deuticke 1990 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 20), S. 166 - 169
  • Heinz Geretsegger, Max Peintner: Otto Wagner 1841-1918. Unbegrenzte Großstadt - Beginn der modernen Architektur. Salzburg 1964, S. 122
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 5, 2. Teil. Wien ²1956 (Manuskript im WStLA), S. 440 f.
  • Wiener Bilder, 04.10.1896
  • Der Architekt. Wiener Monatshefte für Bau und Raumkunst. Wien: A. Schroll. Band 2, 1896, S. 54, Tafel 92
  • Wiener Bauindustrie-Zeitung. Band 14, 1897, Beilage zum 5. 8., S. 41, Tafel 78
  • W. Jaksch, S. Langner (Hgg.): Carl Appel. Architekt zwischen Gestern und Morgen. 1988, S. 80 ff.
  • Kurier, 05.09.1961
  • Die Presse, 26.08.1993
  • Nextroom: Warenhaus Neumann (heute "Steffl") [Stand: 22.05.2017]