Wallnerstraße 5-7

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1931
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Siegfried Theiss und Hans Jaksch
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  5.06.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
1Wallnerstraße5-7
1Fahnengasse2
1Herrengasse6

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Innere Stadt27817951821
Innere Stadt26518211862
Innere Stadt14617701795
Innere Stadt26718211862
Innere Stadt14817701795
Innere Stadt27517951821
Innere Stadt15017701795
Innere Stadt27717951821
Innere Stadt26418211862
Innere Stadt27917951821
Innere Stadt26618211862
Innere Stadt14717701795
Innere Stadt26818211862
Innere Stadt14917701795
Innere Stadt27617951821
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Wallnerstraße 5-7, identisch mit Fahnengasse 2 und Herrengasse 6

Umfasst den ganzen Häuserblock der alten Häuser Nr. 264 bis 268.

Haus Nr. 264: Dieses Haus war 1753 noch als Eckhaus vermerkt. Hier befand sich ein Bad welches „Kanzleibad“ oder auch die „Canczlerin“ genannt wurde. Woher der Name stammt ist nicht ganz eindeutig. Möglicherweise durch den in der Wallnerstraße ansässigen Kanzler Albrechts des Lahmen, dem Bischof Johannes von Konstanz oder vielleicht in Anlehnung an die in der Umgebung lebenden sesshaften Kanzleibediensteten. Erste urkundliche Erwähnung des Bades stammt noch vom 12. Oktober 1370. 1714 erwarb das Haus Antonio Floriano, des heiligen römischen Reiches Fürst und Regierer des Hauses Liechtenstein und Nikolsburg. 1721 fiel es laut Testament an Fürst Johann Adam von Liechtenstein. Fortan wurde das Haus nur das kleine Liechtensteinsche Haus genannt. Nach einem Neubau im Jahr 1788 bei dem das Haus nun vier Stockwerke erhielt und eine Grundfläche von 421 m2 besaß, wurde es schließlich 1913 abgerissen. Bis dahin blieb es in fürstlich Liechtensteinschem Besitz. Von dem Eckhaus führt ein schmales Gässchen zur Herrengasse. Diese schmale Gasse trägt heute den Namen „Brunnengasse“ benannt nach dem Brunnenhaus. Diese Gasse gilt als die engste Gasse Wiens. Nach einer alten Überlieferung verlor der Brunnen einst sein Wasser und in Erinnerung an den Aufruhr vom 13. April 1798 vor dem Palais des französischen Gesandten, des Generals Bernadotte, entstanden durch das Hissen der französischen Trikolore vor dem Palais, wurde die Gasse kurzfristig in „Fahnengasse“ umbenannt. Anlässlich des Umbaus des Liechtensteinpalais in der Herrengasse wurde das Gässchen verbaut, erstand aber etwas westlich davon unter bisherigem Namen wieder.

Haus Nr. 265: Dieses Haus wird 1450 und 1496 als „Padkeller“ erwähnt und gehörte bis 1602 zur Badstube (s.o.). Auf diesem Grund erbaute Ludwig Perr einen neuen Stock (Zuhaus). Letztgenannter Eigentümer war 1905 und 1911 Fürst Johann von und zu Liechtenstein.

Haus Nr. 266: Als Haus Hans des Grafen wird dieses 1411 erstmals erwähnt. Das Haus weist 1911 eine Grundfläche von 658 m2 auf und ist bereits drei Stockwerke hoch.

Haus Nr. 268:

Haus A: Haus A stand 1449 im Besitz des Goldschmieds Procop Perger. 1528 stand das Haus A und das Haus Nr. 267 dem Goldschlager Ludwig von Aich und seiner Frau zu. 1558 wies das Haus ein Stockwerk aus.
Haus B: Mit dem 1683 als dreistöckig ausgewiesenem Haus war die Weinschrank- und Gastgebgerechtigkeit verbunden. Das dort befindliche Gasthaus führte den Namen „zum grünen Baum“, der sich auch auf das Haus übertrug. Kurze Zeit hielt beim grünen Baum die Ludlamshöhle ihre geselligen Zusammenkünfte. Aufgrund steigender Kundschaft musste das Lokal vergrößert werden, was zur Wahl eines neuen Gasthauses führte. Dieses befand sich dann im Schlossergassel. Die Künstlervereinigung befand sich dort bis zu ihrer endgültigen Auflösung im Jahr 1836. Unter den Wirten Johann Gruber und seiner Frau Anna Katharina kam es zum Zusammenschluss der Häuser A und B. Sie erwarben das Haus am 20. Mai 1727. 1885 war das Haus schon vier Stockwerke hoch (Grundfläche 209 m2).

Vor Ausbruch des ersten Weltkrieges wurden die genannten Häuser demoliert. Neubauten erfolgten erst viele Jahre nach Beendigung des Krieges, so dass auf dem Grund zwischen Herrengasse und Wallnerstraße eine große Baulücke entstand. Diese Lücke wurde erst durch den Bau des sogenannten Hochhauses auf dem Grunde des Liechtensteinschen Palastes geschlossen.

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

Nr. 266: Im Jahr 1471 wurde folgendes Haus von einem Bäcker namens Erhart Hus erworben. Eine Zeit (bis um das Jahr 1536) schien das Haus mit dem Bäckereigewerbe „verwachsen“ zu sein. In weiter Folge waren die nächsten Besitzer des Hauses zumeist Bäcker.

Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 7, Wien ²1957 (Manuskript im WStLA), S. 43-51