Waaghaus

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1326
Jahr bis 1896
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  28.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtRotenturmstraße19
Innere StadtRotgasse6

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt65117701795
Stadt64118211862
Stadt68217951821
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Waaghaus (1, Rotenturmstraße 19, Rotgasse 6, Teil; Konskriptionsnummer 641), städtisches Gebäude, in dem sich geeichte Waagen für Handelsgüter befanden.

Als Waaghaus diente 1312 das Haus Stadt 642, das vor 1326 in Privatbesitz überging, aber bis ins 19. Jahrhundert Altes beziehungsweise Kleines Waaghaus hieß. Das neue Waaghaus ist erstmals 1326 im Haus Stadt 641 nachweisbar. Hierbei handelte es sich um ein Durchhaus, das vor allem zur Überwachung der Ausfuhr diente. Dabei wurden die Waren beschaut und gewogen. Bei der Ausfuhr mussten Zollaufseher die Waren besichtigen, erst danach durften diese von Ballenbindern verpackt werden. 1529-1672 wurde im Waaghaus auch die Hauptmaut (ein Ausfuhrzoll) eingehoben (Mautwesen).Vor allem von fremden Kaufleuten gab häufig Beschwerden über die Zollformalitäten.

Die Waagen wurden ursprünglich von den Bruderschaften der Kaufleute und Kramer, ab 1526 von der Stadt Wien verwaltet. Das Abwiegen besorgte ein vereidigter "Wäger". Um 1450 gab es im Waaghaus eine Schalwaage für Seide und Gewürze, eine Bretterwaage für Metallwaren und andere gewichtige Güter, eine "Ziment" genannte Waage (für Edelmetall und Edelsteine) in der Münzstätte sowie eine ursprünglich im Haus 1, Sonnenfelsgasse 5 befindliche Wachswaage, die 1432 von der Kaufmannsbruderschaft erworben wurde. 1692 gab es im Waaghaus eine große "Schnellwaage", eine große und zwei kleinere "Schalwaagen" sowie eine "Schüsselwaage". Für das Abwiegen mussten die Kunden (heimische und fremde Kaufleute) eine Gebühr entrichten. Die Waagen und Gewichte sowie die Maßstäbe für Längenmaße wurden von einem landesfürstlichen Beamten (dem Zimenter) periodisch "geteicht" (geeicht).

Als man nach Vollendung des Hauptmautgebäudes (1, Postgasse 10, Dominikanerbastei 11; 1773) die Waagen dorthin übertrug, verlor das Waaghaus seine Funktion, blieb jedoch in städtischem Besitz und kam erst 1841 durch Kauf in Privathand. 1896 wurde es mit den Nachbarhäusern Stadt 642 und 643 abgebrochen und durch einen Neubau (Van-Swieten-Hof) ersetzt.

Literatur

  • Karl Schalk: Zur Geschichte der älteren Wiener Maße im 15. und 16. Jahrhundert. In: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich. Wien: Verein für Landeskunde von Niederösterreich 1867-1901, 20,1886, S. 454 ff., bes. S. 457 ff.
  • Otto Brunner: Die Finanzen der Stadt Wien. Von den Anfängen bis ins 16. Jahrhundert. Wien: Deutscher Verlag f. Jugend u. Volk 1929 (Studien aus dem Archiv der Stadt Wien, 1/2 ), S. 209 f.
  • Peter Csendes [Hg.]: Die Rechtsquellen der Stadt Wien. Wien [u.a.]: Böhlau 1986 (Fontes rerum Austriacarum: 3. Abt., Fontes iuris, 9), Register
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 644