Viktor Tilgner

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Viktor Tilgner (1844-1896)
Personenname Tilgner, Viktor
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 25.10.1844
Geburtsort Pressburg, Ungarn
Sterbedatum 16.04.1896
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 18.04.1896
Friedhof Zentralfriedhof, Ehrengrab, Grab 14A, Nummer 28
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Bildhauer
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Tilgnergasse, Tilgnerstraße
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  3.08.2015 durch WIEN1\lanm09mur
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Bildname Viktor Tilgner.jpg
Bildunterschrift  Viktor Tilgner (1844-1896)
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, d 55052: Künstler-Album, hrsg. von Adolf Eckstein. Wien: 1882 - 1890 . Bd.: 2, 1890 . o.S.
Bildrechte

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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Carl-Ludwig-Medaille
Reichelpreis der Akademie

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Tilgner Viktor * 25. Oktober 1844 Pressburg, Ungarn (Bratislava, Slowakische Republik), † 16. April 1896 Wien 4, Wohllebengasse 1 (Zentralfriedhof, Ehrengrab, Grab 14A, Nummer 28; Grabdenkmal nach Tilgners Entwurf von seinem Schüler Fritz Zerritsch), Bildhauer. Schüler der Wiener Akademie, profilierte sich durch die Hinwendung zur intimen Porträtbüste und erhielt für seine ersten Schöpfungen auf diesem Kunstgebiet die Carl-Ludwig-Medaille. Eine mit Hans Makart nach 1874 angetretene Reise nach Italien vermittelte ihm neue Eindrücke und regte ihn zur Ausführung der Gruppe „Triton mit Nymphe" an (Volksgarten; Triton-und Nymphen-Brunnen); für dieses Werk wurde ihm der 1880 zum ersten Mal vom Professorenkollegium vergebene Reichelpreis verliehen. Tilgner wandte sich jedoch im übrigen wieder seinem Spezialfach zu. Hervorzuheben sind die Büste des Michael Etienne, weiters die Statuen des Moritz Schwind, Cornelius Rauch und Lukas Führich für das Kunsthistorische Museum, des Alexander von Humboldt, Leopold von Buch, Isaac Newton und Carl von Linné für das Naturhistorische Museum und des Archimedes, Varro, Homer und Phidias für das Parlament, die Wohllebenstatue für den Festsaal des (neuen) Rathauses, die Nischengruppen „Wiener Hanswurst", „Phädra" und „Falstaff" sowie die Dichterbüsten Calderons, Shakespeares, Moliéres, Lessings, Goethes, Schillers, Hebbels, Franz Grillparzers und Halms für das Burgtheater, Porträtmedaillons von Vertretern der Wiener medizinischen Schule im Hochparterre-Fries der Wiener allgemeinen Poliklinik (Arlt, Braun, Brücke, Dumreicher, Hyrtl, Jäger, Oppolzer, Carl von Rokitansky, Schuh, Sigmund, Skoda und Türk), die Denkmale von Eduard Hanslick (enthüllt erst 1913) und Hebra (1891) für die Arkaden der Universität, und die Bronzebüste Carl Ludwig von Littrows für die Universitätssternwarte (18). 1883 wurde Tilgner ehrenhalber zum Professor, 1888 zum Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste ernannt. Neben Arbeiten an der Neuen Hofburg, an der Votivkirche (Reliefbildnis Heinrich Ferstels über der Kanzel), am Wesselypalais (4) und am Equitablepalais schuf Tilgner das Rubensdenkmal (1879/1882), das Mozartdenkmal (1896), das Makartdenkmal (nach Tilgers Skizze von Fritz Zerritsch (der Ältere) gestaltet und 1898 enthüllt) und das Brucknerdenkmal (3). Zu seinen Friedhofskulpturen gehören unter anderem Grabdenkmäler für die Familie Teply (Ober-St.-Veiter Friedhof) sowie für Carl Chwalla († 1894, Hietzinger Friedhof), Gabriele Gräfin Radetzky († 1888, Zentralfriedhof), Felicitas Fàbiàn († 1905, Zentralfriedhof), Josef W. Holly († 1892, Zentralfriedhof) sowie Büsten auf den Ehrengräbern von Alois Schönn, K. L. Müller und August von Pettenkofen, Charlotte Wolter und Johann Prix (alle Zentralfriedhof). Tilgnerbrunnen, Tilgnergasse, Tilgnerstraße.

Literatur

  • Ludwig Eisenberg: Das geistige Wien. Künstler- und Schriftsteller-Lexikon, Mitteilungen über Wiener Architekten, Bildhauer, Bühnenkünstler, Graphiker, Journalisten, Maler, Musiker und Schriftsteller. Wien: Daberkow 1889-1892
  • Ulrich Thieme / Felix Becker [Hg.]: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bände. Leipzig: Engelmann 1907-1950
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. 60 Bände. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856-1891. Register 1923
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs)
  • Ludwig Hevesi: Viktor Tilgners ausgewählte Werke. Wien: Löwy 1897
  • Heinrich Srbik / Reinhold Lorenz: Die geschichtliche Stellung Wiens 1740-1918. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 1962 (Geschichte der Stadt Wien, Neue Reihe, 1); 7/1, Register
  • Walter Wagner: Geschichte der Akademie der bildenden Künste in Wien. Wien: Rosenbaum 1967 (Veröffentlichungen der Akademie der Bildenden Künste in Wien, N.F. 1), S. 229, S. 234, S. 247, S. 445
  • Gerhardt Kapner: Freiplastik in Wien. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1970, S. 342, S. 371, S. 376, S. 386, S. 471
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Wien: Gerlach & Wiedling 1906. Band 2 (1906), Register
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), S. 164