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Thonethaus

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1875
Jahr bis
Andere Bezeichnung Eisernes Haus
Frühere Bezeichnung Zu den drei Hasen
Benannt nach Michael Thonet
Einlagezahl
Architekt Ferdinand Fellner der Jüngere, Hermann Gottlieb Helmer
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  6.06.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
1Kärntner Straße12
1Kupferschmiedgasse2

frühere Adressierung

 BezirkStraßeHausnummerJahr vonJahr bis
Thonethaus1Kärntner Straße16
Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt108017701795
Stadt107218211862
Stadt108117701795
Stadt103617951821
Stadt103717951821
Stadt103817951821
Stadt107018211862
Stadt109917701795
Stadt107118211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Thonethaus (1, Kärntner Straße 12 (vorher 16), Kupferschmiedgasse 2; Konskriptionsnummern 1070, 1071 und 1072).

Vorgängerbauten

Haus Stadt 1070

Die erste urkundliche Erwähnung dieses Gebäudes, das in der Kupferschmiedgasse lag, stammt aus dem Jahr 1450. 1875 wurde das Haus, das bereits im Jahr 1795 als vierstöckig verzeichnet wurde, von den Brüdern Thonet erworben.

Haus Stadt 1071

Dieses Haus stand an der Ecke Kärntner Straße/Kupferschmiedgasse und wird 1463 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1490 kam es zum Streit um den Besitz einer Haushälfte, der durch einen Vergleich beendet werden konnte. Dabei wurde vereinbart, dass derjenige, der sich nicht an die Vereinbarung halte, je zehn Pfund für den Bau des Stephansdomes und der Stadt sowie fünf Pfund an den Stadtrichter zu zahlen habe. 1516 wurde das "merklich baufällige" Haus vom späteren Bürgermeister Wolfgang Treu erworben, der es schon im nächsten Jahr wieder veräußerte. Im Jahr 1873 wurde es gemeinsam mit dem Haus Stadt 1072 an die "Erste österreichische Bau- und Verkehrsgesellschaft" verkauft, von der die Brüder Thonet 1874 beide Gebäude kauften .

Haus Stadt 1072 "Zu den drei Hasen"

Die Geschichte dieses Gebäudes, das an der Kärntner Straße lag und von Karl August Schimmer mit dem benachbarten Hasenhaus (Kärntner Straße 8-10) verwechselt wurde, lässt sich bis ins Jahr 1381 zurückverfolgen. Zwischen 1388 und 1442 fehlen jegliche Daten zu diesem Haus. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts ist der Schildname "Zu den drei Hasen" belegt. In den Hofquartierbüchern der Jahre 1563 bis 1587 ist hier das "Wirtshaus beim Behaimb" (auch "Beham") verzeichnet, die Herkunft dieses Namens ist jedoch unbekannt. Im 17. Jahrhundert hieß die Gaststätte "Zu den drei weißen Hasen" und nahm - wie auch viele andere Lokale - für sich den Ruhm in Anspruch, dass hier der "Liebe Augustin" eingekehrt sei. Später befand sich dort das Stadtquartier der Badner Landkutscher. Ab 1830 gehörte es jeweils den Besitzern des Hauses Stadt 1071.


Thonethaus

Nachdem die Brüder Thonet alle drei Häuser besaßen, ließen sie diese abbrechen. An ihrer Stelle entstand in den Jahren 1875/1876 ein nach Plänen von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer errichteter Neubau (Grundfläche: 705 Quadratmeter) in freier Eisenkonstruktion. Da wenige Jahre später die Ummantelung von Eisenkonstruktionen bei Neubauten vorgeschrieben wurde, ist dies das einzige Gebäude, bei dem die Eisenkonstruktion der Pfeiler frei blieb. Die Steinpfeiler wurden mit Granit und Mamor verkleidet. Das Gebäude gehörte ursprünglich der Firma Thonet, wurde 1909 an die Firma Ignaz Bittmann verkauft und 1939 von der "Commerz- und Privatbank AG" erworben. 1945 wurde ein öffentlicher Verwalter für dieses Haus bestellt und aufgrund eines Rückstellungsvergleiches vom 13. Februar 1956 Rudolf Bittmann überlassen.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

Haus Stadt 1072:

  • "Wirtshaus beim Behaimb" / "Zu den drei weißen Hasen"


Literatur

  • Technischer Führer durch Wien. Hg. vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein. Red. von Martin Paul. Wien: Gerlach & Wiedling 1910, S. 499
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Wien: Gerlach & Wiedling 1906. Band 2, 1906, S. 417
  • Das Haus Thonet. 1970
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 6, 1. Teil. Wien ²1956 (Manuskript im WStLA), S. 17-24