Theresianische Schulordnung

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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Theresianische Schulordnung, Bezeichnung für die am 6. Dezember 1774 erlassene „Allgemeine Schulordnung“ für die deutschen Normal-, Haupt- und Trivialschulen in sämtlichen Kayserlich Königlichen Erblanden". Das Gesellschaft regelte die Schulpflicht (sechstes bis zwölftes Lebensjahr), die Schulorganisation und die Schulaufsicht. Drei Arten von Schulen werden definiert: Normalschulen (vierklassig, je eine in jeder Provinzhauptstadt zur Heranbildung der Lehrer), Hauptschulen (dreiklassig, in größeren Städten und an Klöstern) und Trivialschulen (ein- oder zweiklassig, in jedem Pfarrort und dort, wo die Filialkirche zu weit vom Pfarrort entfernt war). Die Schulaufsicht über die Trivialschulen führte in pädagogischer Hinsicht der Ortspfarrer; die Ortsschulaufsicht unterstand dem Distriktsaufseher (gewöhnlich der Dechant der betreffenden Pfarrorte, dem auch die Hauptschulen seines Kreises zugewiesen waren). Da die Schule Staatssache geworden war, hatten in der obersten leitenden Körperschaft, der Studienhofkommission, besonders in Fragen der Reform der Elementarschule auch politische Persönlichkeiten Einfluß (draunter Fürst Kaunitz, Gerhard van Swieten und Kardinal Migazzi). Im Zuge der Theresianischen Schenkung wurden auch die Unterrichts- und Lehrmittel neu gestaltet (vergleiche Ignaz Felbiger, Schulbuch, Schulbuchverlag, Theresianische Schulreform).