Taschnerhaus

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Das ehemalige Taschnerhaus auf dem Lichtensteg.
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1350
Jahr bis 1842
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildname Taschnerhaus.jpg
Bildunterschrift  Das ehemalige Taschnerhaus auf dem Lichtensteg.
Bildquelle Wilhelm Kisch: Wien. Wien: Gottlieb 1883
Bildrechte
BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtHoher Markt11

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt52618211862
Stadt56617951821
Stadt51617701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Taschnerhaus (1, Hoher Markt 11, Teil, Konskriptionsnummer 526).

Steinbild am ehemaligen Taschnerhaus.

Das Haus war ein einstöckiges Gebäude an der Ecke Lichtensteg-Kochgassel (Verlängerung der späteren Rotgasse) und diente vermutlich den Taschnern (lederverarbeitendes Gewerbe) als Zunfthaus. Diese Annahme lässt sich jedoch nicht beweisen und die Gegendbezeichnung "Unter den Taschnern" belegt nur, das Taschner hier ansässig waren und ihr Gewerbe ausübten. Außerdem war für die Gegend auch die Bezeichnung "Unter den Messerern" (Messerschmiede) gebräuchlich, die sich sogar schon ab 1279 und damit mehr als hundert Jahre früher belegen lässt.

Der älteste urkundliche Beleg für dieses Haus stammt aus dem Jahr 1350. 1418 kaufte der Taschner Andre Perger "das Taschenhaus vnder den Messerern", das er 1392 "mitsambt dem höflein und den 6 chremen [Verkaufsläden], die dazu gehörent“ an den Bürgermeister Michael Geukramer weiterverkaufte. Sollte das Haus als Zunfthaus der Taschner gedient haben, wäre für die Zeit von 1392 bis 1429 ein Sondervertrag notwendig gewesen. 1429 verkauften es Bürgermeister und Rat der Stadt an Regina, Witwe des Hartmann Epishauser, 1446 erscheint es als Eigentum der Erben des Bürgermeisters Konrad Hölzler des Älteren, zu dessen Lebzeiten die bekannte Skulptur "Engel mit dem Wiener Stadtwappen" am Haus angebracht worden war. Diese Skulptur, die sich vielleicht vorher am alten Stadttor am Weinberg befand, blieb erhalten und ist heute an der abgeschrägten Ecke des Alten Rathauses in der Wipplingerstraße angebracht. 1841 wurde das Taschenhaus von der Gemeinde angekauft und 1842 zur Erweiterung der Passage abgebrochen (womit ein altes gotisches Haus verlorenging). Das neu erbaute Gebäude wurde noch im selben Jahr wieder verkauft, und musste 1913 dem Ankerhof weichen.

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

  • Taschner
  • sechs Verkaufsläden

Literatur

  • J. Schlager: Das alte Taschnerhaus mit seinem Steinbilde. In: Wiener Zeitung. 10.05.1842, 11.05.1842;
  • J. Schlager.: Altertum Überlieferungen von Wien. 1844, S. 151 ff.
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 565 f.
  • Auguste Groner: So war mein Wien. 1925, S. 62 f.
  • Richard Perger: Der Hohe Markt. Wien [u.a.]: Zsolnay 1970 (Wiener Geschichtsbücher, 3), S. 124 ff.
  • Hanns Jäger-Sunstenau: Nochmals: Die Wappenengel Wiens. In: Wiener Geschichtsblätter. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 28 (1973), S. 87
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 434
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 2. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 497-502