Susanne Schmida

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Personenname Schmida, Susanne
Abweichende Namensform
Titel Dr. phil.
Geschlecht weiblich
GND 107388588
Geburtsdatum 1894
Geburtsort Bystritz am Hostein (Bystřice pod Hostýnem, Tschechische Republik)
Sterbedatum 1981
Sterbeort
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Philosophin, Yogalehrerin
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus / Handschriftensammlung
Verkehrsfläche Susanne-Schmida-Gasse
Denkmal
Quelle Gedenktage
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Susanne Schmida, * 1894 Bystritz am Hostein (Bystřice pod Hostýnem, Tschechische Republik), † 1982, Philosophin, Yogalehrerin.

Biographie

Susanne Schmidas Eltern übersiedelten 1898, vier Jahre nach ihrer Geburt, nach Wien. Ihr Vater Hugo Schmida war einer der Direktoren der Firma Thonet. Schmida besuchte die Schule von Eugenie Schwarzwald in Wien und studierte Philosophie an der Universität Wien. Als eine der ersten Frauen überhaupt promovierte sie bei Robert Reininger im Jahr 1919 mit Auszeichnung; das Thema ihrer Dissertation lautete "Die Philosophie der ewigen Wiederkehr".

Bei Reininger, der zwischen 1912 und 1939 Obmann der philosophischen Gesellschaft an der Universität Wien war, lernte sie die indische Philosophie kennen, aber auch Friedrich Nietzsche. Ihre Begeisterung für die Philosophie Nietzsches teilte sie mit zahlreichen anderen Ausdruckstänzerinnen. 1922 begründete Susanne Schmida einen wissenschaftlichen Zirkel, den "Reiningerkreis", ein akademisch anerkanntes Diskussions- und Gesprächsforum, bei dem sich Philosophen, Naturwissenschaftler sowie Indologen zum interdisziplinären und interkulturellen Gespräch trafenund das sich bis in die 1970er Jahre hielt.

1923 heiratete Schmida den Philosophen Victor Brod (1894-1969), dessen Vater mit Victor Adler eng befreundet war und zu den Begründern der Sozialdemokratischen Partei in Österreich gehörte. Brod verbrachte die Jahre 1915 bis 1920 in sibirischer Kriegsgefangenschaft. In der NS-Zeit floh er wegen seiner jüdischen Herkunft nach Italien, wo er 1943 in einem Arbeitslager von der US-Armee befreit wurde. Susanne Schmida war mit ihm bis zu dessen Tod 1969 verheiratet. Sie selbst sah Geschlechterrollen sowie Institutionen wie Religion und Familie mit sehr kritischem, feministisch motivierten Blick. Ihr ging es um die Aufhebung der Entfremdung des Menschen von seinem wirklichen Selbst.

In den 1920er Jahren studierte sie Yoga, ließ sich bei Hilda Hager in den Fächern Gymnastik und künstlerischer Tanz ausbilden und beschäftigte sich eingehend mit den Schriften von Sivananda. Danach begann sie, Hatha-Yoga, Pranayama und Ausdruckstanz zu unterrichten. Im Jahr 1934 gründete sie gemeinsam mit Hager eine Gymnastikschule mit dem Namen "Schule des Bundes für neue Lebensform", die ursprünglich in der Reichsratsstraße 17 beheimatet war. Schmida grenzte sich deutlich von den nationalistischen und rassistischen Tendenzen der Zeit ab und drückte ihre Wertschätzung für außereuropäische Kulturen aus.

Nach 1945 erhielt die "Yoga-Schule Dr. Schmida", das heutige "Institut Dr. Schmida", neuen Auftrieb. In den 1970er Jahren entwarf Schmida einen Schulungsweg für eine "Religiosität jenseits der Religionen". Yoga, Rituale, Philosophie, Meditation sind die Säulen ihres "Weges", bei dem visionäre Fähigkeiten ebenso wie ethische Reflexion und kritisches Denken mit dem Ziel, offen zu werden für das Absolute, geschult werden. Ihr publizistische Tätigkeit kulminierte in dem vierbändigen Werk "Perspektiven des Seins", das 1968 und 1976 bei Ernst Reinhardt in München erschien.

2012 wurde in der Seestadt Aspern die Susanne-Schmida-Gasse nach der Philosophin benannt.

Literatur