Strohhof (1, Wollzeile)

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1339
Jahr bis 1870
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Wolfgang Wirsig: Wiener Hofnamen, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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BezirkStraßeHausnummer
1Wollzeile6-8
1Schulerstraße1-3

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt81817701795
Stadt86718211862
Stadt91817951821
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Strohhof (1, Wollzeile 6-8, Schulerstraße 1-3, Teil, Konskriptionsnummer 867).

Der Strohhof lag zwischen dem Haus "Zum Strobelkopf" und dem Zwettler Hof und ist bereits im 14. Jahrhundert urkundlich nachweisbar (1339 Jans in dem Strohof). 1388 gehörte der Hof Friedrich Tirna, 1397 vermachten es Rudolf und Ludwig von Tirna als Kapitalgrundlage für eine ewige Messstiftung. In dem einstöckigen Haus war ab spätestens 1397 die Münze untergebracht (es wurde auch als Münzhof bezeichnet), da Herzog Albrecht III. deren altes Gebäude Am Hof dem Orden der Karmeliten zur Errichtung eines Klosters überlassen hatte (siehe auch Münzstätte).

1566 wurde im rückwärtigem Teil des Münzhofes die kaiserliche Kunstkammer untergebracht, die einem Hofmuseum entsprach. Zu dieser Zeit war das noch aus dem 14. Jahrhundert stammende Gebäude bereits so baufällig, dass Kaiser Maximilian II. am 29. Jänner 1573 die Stadtverwaltung anwies, 60 dürre Stämme aus dem städtischen Flossstadel zur Neuerrichtung des Fussbodens der Kunstkammer zu verwenden.

Als es im Jahr 1679 zur großen Pestepedemie kam, mauerten sich die Münzer im Münzhof ein, um von der Seuche verschont zu bleiben.

Nach dem Tod von Prinz Eugen von Savoyen wurde das Münzamt in das Winterpalais des Prinzen verlegt, das der Staat angekauft hatte. In das freigewordene Gebäude in der Wollzeile zog nun die kaiserliche Kriegskanzlei. Von 1781 bis zum Abbruch im Jahr 1870 diente es als Postgebäude. In den Jahren 1870 bis 1872 wurde das heutige Haus errichtet, das auch die Häuser Stadt 865 und 866 ersetzte (siehe Wollzeile 6-8).

Mit dem alten Gebäude (laut Harrer [ Paul Harrer: Wien, seine Häuser ] handelt es sich jedoch um das angrenzende Haus Stadt 865) ist die Sage verknüpft, dass Hans Sachs auf seiner Wanderung durch Deutschland auch nach Wien gekommen sei und hier als Schustergeselle gearbeitet habe (ein später hier untergebrachtes Schuhgeschäft führte deshalb das Schild "Zum Hans Sachs"). Nicht zu verwechseln ist diese Straße mit dem (ebenfalls zeitweise so genannten) Gaminger Hof. Das beliebte Altwiener Gasthaus "Zum Strobelkopf befand sich im selben Komplex, jedoch in der Strobelgasse.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

  • Schuhgeschäft "Zum Hans Sachs"
  • Münze
  • Post


Literatur

  • Margarete Girardi: Wiener Höfe einst und jetzt. Wien: Müller 1947 (Beiträge zur Geschichte, Kultur- und Kunstgeschichte der Stadt Wien, 4), S. 200
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 397
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 4, 3. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 511 f.