Strebersdorf

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Art des Objekts Ort
Jahr von
Jahr bis
Name seit
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Strobelinstitutorf
Benannt nach
Bezirk 21
Lage
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Strebersdorf (21), ehemalige niederösterreichische Ortschaft am Fuß des Bisambergs, die 1250/1260 ("Strobelinstitutorf") erstmals urkundlich erwähnt wird. Als 1440 durch eine Überschwemmung eine Ansiedlung von Fischern im Gebiet der heutigen Scheydgasse vollkommen zerstört wurde, siedelten sich die Bewohner am Fuß des Bisambergs neu an. Die ersten Besitzer der Herrschaft Strebersdorf waren die Vohburger, Schloß und Gut wechselten jedoch häufig den Eigentümer; schließlich kam der Besitz an das Stift Klosterneuburg. Strebersdorf litt unter feindlichen Einfällen (Ungarn, Türken, Schweden), Hochwässern und Epidemien (beispielsweise 1679/1680 Pest). 1753 erhielten die Strebersdorfer das Recht des Weinausschanks; Weinbau und Schafzucht bildeten lange Zeit die Haupterwerbsquellen der Bevölkerung. 1822 richtete ein Großfeuer verheerenden Schaden an, 1830 war Strebersdorf eineinhalb Meter hoch überschwemmt. 1845 erhielt Strebersdorf eine eigene Schule, 1878 wurde der Strebersdorfer Friedhof eröffnet. 1886 erwarb die Kongregation der christlichen Schulbrüder vom Stift Klosterneuburg das Herrschaftsgut und errichtete hier ein ansehnliches Konvikt. Strebersdorf wurde am 28. Dezember 1904 teilweise (1910 auch mit seinen restlichen Gebieten) in den neugeschaffenen 21. Bezirk Floridsdorf eingemeindet. 1912 wurde Strebersdorf an das Netz der elektrischen Straßenbahn und 1913 an die zweite Hochquellenleitung angeschlossen. Neben der Schulbrüderkirche (Strebersdorfer Kirche) sind die Pfarr- und Karmelitinnenkirche "Herz Jesu" (Herz-Jesu-Kirche (21)) und die Feld- oder Emauskapelle von Bedeutung.

Häuser

  • 1258: 20
  • 1450: 35
  • 1574: 33
  • 1587: 34
  • 1679: 33
  • 1751: 34
  • 1771: 44
  • 1787: 49
  • 1794: 53
  • 1819: 70
  • 1822: 72
  • 1830: 84
  • 1840: 84
  • 1851: 91
  • 1869: 103
  • 1880: 127
  • 1890: 135
  • 1900: 178
  • 1971: 596
  • 1981: 938
  • 1991: 1.006
  • 2001: 1.310

Einwohner

  • 1786: 304
  • 1794: 370
  • 1819: 375
  • 1830: 493
  • 1840: 503
  • 1846: 609
  • 1851: 620
  • 1869: 687
  • 1880: 849
  • 1890: 1.079
  • 1900: 1.803
  • 1910: 2.348
  • 1961: 5.119
  • 1971: 9.635
  • 1981: 8.393
  • 1991: 6.984
  • 2001: 7.309

Ortsrichter

  • Ferdinand Schmidl (1796-1826)
  • Florentin Huber (1826-1832)
  • Josef Herzog (1832-1835)
  • Anton Ruschko (1835-1838)
  • Franz Mayerweck (1838-1949, *1807, † 5. 1873 Strebersdorf; Mayerweckstraße).

Bürgermeister

  • Franz Mayerweck (1849-1873; vorher Ortsrichter)
  • Michael Riegler (1873-1880)
  • Anton Böck (1880-1903; * um 1838/1848, † 1903; Ehrenbürgermeister, Anton-Böck-Gasse);
  • Anton Haberzeth (1904-1911; *23. Jänner 1856, † 16. Februar 1928 [kein Totenbeschaubefund vorhanden]; Anton-Haberzeth-Gasse).

Quellen

Literatur

  • Franz Polly: Floridsdorfer Spaziergänge. 1989, S. 28 ff.
  • Hikel-Sykora: Heimat Floridsdorf, S. 29 ff.
  • Fidelis Breier. Strebersdorfer Handbuch. 1922
  • Ferdinand Opll: Erstnennung von Siedlungsnamen im Wiener Raum. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1981 (Kommentare zum Historischen Atlas von Wien, 2), S. 48
  • Heinrich Weigl: Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich. Wien: Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien 1964-1975S, S. 6, S. 206
  • Adalbert Klaar: Die Siedlungsformen Wiens. Wien: Zsolnay 1971, S. 121
  • Der 21. Wiener Gemeindebezirk. 1926, S. 41 ff.
  • Unser schönes Floridsdorf. Blätter des Floridsdorfer Heimatmuseums. Wien: Museumsverein Floridsdorf 5 (1971)
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 193

Bevölkerungsgeschichte