Öffentliche Beleuchtung

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Entwürfe zu den 1845 aufgestellten Gaslaternen. Das für die städtische Beleuchtung zuständige städtische Unterkammeramt ließ diese Entwürfe anfertigen, die aus dem Planbestand des Stadtbauamtes in das Wiener Stadt- und Landesarchiv übernommen wurden.
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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildname Gaslaterne.jpg
Bildunterschrift  Entwürfe zu den 1845 aufgestellten Gaslaternen. Das für die städtische Beleuchtung zuständige städtische Unterkammeramt ließ diese Entwürfe anfertigen, die aus dem Planbestand des Stadtbauamtes in das Wiener Stadt- und Landesarchiv übernommen wurden.
Bildquelle WStLA, Kartographische Sammlung, Sammelbestand, P1: 352
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
Die Namensgeberin für die Schönlaterngasse und das Haus Zur schönen Laterne.

Die Zeit vor der Wiener Straßenbeleuchtung

In der Römerzeit gab es keine öffentliche Beleuchtung, jedoch waren einzelne Häuser durchaus mit einer Beleuchtung versehen. Leute gingen mit Fackeln durch die Straßen - Reichere leisteten sich mitunter auch Fackelträger.

Zur Reformationszeit, als durch persönliche Gegnerschaft die Sitten immer mehr verwilderten und die Regierung nahezu ratlos diesem Übel gegenüberstand, befahl Ferdinand I. 1561, dass niemand nach dem Klang der Bierglocke von St. Stephan ohne Licht die Straße betreten durfte. Jeder Bürger musste sein Licht, beziehungsweise seine Laterne vor sich hertragen und niemand wurde auf offener Straße ohne diese geduldet. Die reichen Landherrn und Adeligen ließen sich vom Gesinde Fackeln (Windlichter) vorantragen.

Hängelaterne (Franz Kapaun: Die Erbauung des Wiener Städtischen Gaswerkes. Wien 1901, Abb 40)

Der Beginn der Wiener Straßenbeleuchtung

Im Februar 1687 soll auf Anregung des niederösterreichischen Statthalters Johann Quintin Graf Jörger (1624-1705) in der Inneren Stadt erstmals probeweise eine öffentliche Beleuchtung mittels Laternen eingeführt worden sein, doch gibt es dafür keinen Beweis (Jörger wurde übrigens erst am 23. Oktober 1687 zum Statthalter ernannt). Er begründete seinen Wunsch für Beleuchtung in dem Bericht an den Kaiser, in dem er darauf hinwies, dass die Sicherheit Wiens in der Nacht größer wäre, wenn es eine öffentliche Beleuchtung gäbe und die Kriminalität so gesenkt werden könne. Am 6. November 1687 erging vom Stadtrat an den Stadtunterkämmerer Georg Altschaffer eine entsprechende Direktive bezüglich Beleuchtung in der Dorotheergasse. Am 7. November 1687 wurde eine Probebeleuchtung mittels 17 Laternen in der Dorotheergasse eingerichtet und am 5. Juni 1688 wurden erstmals in der gesamten Innenstadt Laternen aufgestellt. Damit begann das Zeitalter der öffentlichen Wiener Straßenbeleuchtung. Zur Ausdehnung der Beleuchtung auf die gesamte Stadt musste eine große Anzahl Laternen hergestellt werden, deren Finanzierung erst gelöst werden musste. Dazu wurde ein kompliziertes System namens "Illuminationsaufschlag" erfunden - eine Besteuerung von Unschlitt, Wachs und Baumöl. Die Herstellung der Laternen erfolgte unter Heranziehung der Vorstadtschlossermeister und Klampferschmieden aus verschiedenen Orten Ober- und Niederösterreichs. Am Pfingstsamstag, dem 5. Juni 1688 wurde erstmals die gesamte Stadt beleuchtet.


Die Besitzer jener Häuser, an denen Laternen angebracht waren, wurden verpflichtet, die Laternen instandzuhalten und für deren pünktliches Anzünden zu sorgen. Quer über die Straße gespannt waren Schnüre, von denen in der Mitte die angefertigten Laternen herabhingen. Das Flatterlicht aus Talg war matt und konnte in seinem weitbauchigen Glaskasten kaum vor Winden geschützt werden. Besonders mangelhaft war die Manipulation, weil die Lampen täglich mit frischem Talg gefüllt werden mussten. Die Austeilung des Brennmaterials (Klauenfett) soll im Ölererladen beim "Hahnenbeiß" (Am Hof 5), seit 1693 beim Petersfreithof, vorgenommen worden sein. Dorthin mussten die Beauftragten der Hausbesitzer ihre Lampen bringen. Die Durchführung der Beleuchtung wurde für die Hausbesitzer zu einer nicht geringen Belastung. Außerdem hatte man mit Vandalismus und Sachbeschädigung zu kämpfen.

Deshalb wurde bereits 1688 ein Regierungsdekret erlassen, dass die Beschädigung der Laternen unter schwere Strafen stellte: "wer die an vielen Orten bereits ausgehängten Lampen boshafter Weise destruiert, er sei auch, wer da wolle, dem wird die rechte Hand abgehackt." Die Finanzierung der Beleuchtung konnte - da der Illuminationsaufschlag offenbar nicht ausreichte - erst durch die Einführung des "Weinaufschlags", einer Besteuerung des in die Stadt eingeführten Weins, dauerhaft gesichert werden.

Der Großteil der Wiener Bevölkerung wusste die Wohltat der neuen Beleuchtung, sehr zu schätzen. So schrieb Anton Bormastin, Sprachmeister der Edelknaben in Wien (sein Grabmal befindet sich an der östlichen Außenwand der Stephanskirche in der sogenannten Allerseelennische) noch 1715 über die Wiener Beleuchtung.

"Alle Gassen von Wien werden in der Nacht mit großen in dem Gemäuer jedes Hauses festgemachten Laternen beleuchtet, dahero geht man daslbst wie am Tage. Ey! Diess ist nicht allein bequemb für die Leuth, sondern auch sehr nützlich das üble zu verwehren, und darumben ist es höchst rühmlich, und ich glaube nicht, dass solches in einer anderen Stadt auch bräuchlich seye."


Jahrzehnte später begann man 1776 mit der Aufstellung von Laternen auf dem Glacis beziehungsweise 1786 in den Vorstädten. 1793 wurde die Austeilung der mit Öl gefüllten Lampen auf den Petersplatz verlegt, dann in den Tiefen Graben.

Da sich aber das tägliche Überbringen der Lampen auf die Dauer als unpraktisch erwies, versuchte Joseph von Sonnenfels 1776, die Unzukömmlichkeiten durch neue Leuchten und die Aufstellung einer Truppe von "Lampenknechten" (Lampenanzündern) zu verbessern. Die Lampenanzünder trugen eine eigene Uniform: brauner Rock mit roten Aufschlägen, ein Stock und ein Säbel. Das Korps der Lampenanzünde bestand bis 1810.

Die Wiener Straßenbeleuchtung im 19. Jahrhundert

Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts begannen Versuche mit Leuchtgas. 1802 kam es zu Experimenten mit einer "Thermolampe" nach dem Prinzip des Franzosen Philippe Lebon durch Zacharias Andreas Winzler, dessen gasbefeuerter Koch- und Heizofen am 18. Februar 1803 in der Alser Kaserne aufgestellt wurde. Im Mai desselben Jahres wurde die erste Gasbeleuchtungsanlage in der Deymschen Kunstgalerie beim Roten Turm installiert. 1812 beleuchtete Professor Dr. Johann Nepomuk Jassnüger die kaiserlich königliche Theresianische Ritterakademie mittels Gaslicht, 1816 der Apotheker (und Chemiker) Joseph Moser die Schaufenster seiner Apotheke "Zum goldenen Löwen" (Josefstadt, Kaiserstraße 126 [8, Josefstädter Straße 30]). Ganz Wien staunte die Beleuchtung an, und selbst Franz I. kam mit der kaiserlichen Familie in die Apotheke, um das neue Licht zu sehen. Im Oktober 1816 wurden im Polytechnischen Institut durch Direktor Johann Joseph Prechtl weitere Versuche mit Gasbeleuchtung unternommen, am 8. Juli 1818 wurden die ersten Gasstraßenleuchten entzündet (Krugerstraße, Walfischgasse und Teil der Kärntner Straße). Zwischen 28. April und 8. Mai 1826 wurden 15 Gaslaternen nächst dem Franzenstor, auf der Josefstädter Brücke sowie in der Teinfalt- und der Löwelstraße aufgestellt. Sie erwiesen sich als zweckmäßig und fanden rasch Verbreitung (so wurden beispielsweise bereits 1826 auch in Breitenfeld 75 Laternen angeschafft).


1826 beschreibt Johann Pezzl die Wiener Straßenbeleuchtung folgendermaßen: "in der Stadt sind die Laternen rund aus einem Stück, von reinem, weißem Glase und haben die Gestalt einer umgekehrten Birne, mit dem schmalen Ende gegen die Erde gekehrt. Sie werden mit einer Mischung von Leinöl und Schweinefett gefüllt. Sie sind abwechselnd rechts und links auf den Gassen mittelst einer etwa ellenlangen, eisernen Stange, zehn Fuß hoch an den Häusern befestigt, werden mit einbrechender Nacht angezündet und in den Vorstädten sind die Laternen minder zierlich und aus vier Stück von Glas zusammengesetzt."


Später begann der Apotheker Dr. Georg Pfendler in der Roßau Leuchtgas zu erzeugen (Eröffnung der mit Gas beleuchteten "Apothekerhalle" [Gaswerk] am 19. Jänner 1828), das in tragbaren Flaschen den wenigen Konsumenten (Hofküche, Feldapotheke, Akademie der bildenden Künste, Nationalbank) zugestellt wurde. Am 23. Jänner 1828 erhielt Pfendler ein zweijähriges Privilegium für die Verbesserung der tragbaren Gasbeleuchtung. Am 14. Juli 1828 kam es zur Konstituierung der "Österreichischen Gesellschaft zur Beleuchtung mit Gas" und 1834/1835 zur Verlegung von Gasrohrleitungen ab dem Gaswerk Roßau über das Glacis zum Schottentor und weiter über die Schottengasse und Herrengasse. Das Engelskirchnerpalais (damals im Besitz von Johann Heinrich Freiherr von Geymüller) war das erste mittels Gas beleuchtete Privathaus in Wien (1832). Auf den Straßen wurden ab 1834 die sogenannte Rautschekschen Lampen verwendet. 1836 berichtet der "Hans Jörgel" über eine neu errichtete Gasbeleuchtung auf dem Graben, 1838 kam es zur probeweisen Errichtung eines sechsflammigen Gaskandelabers auf dem Michaelerplatz und am 18. August 1839 auf dem Neuen Markt.


1835 waren die Straßen der Stadt und der Vorstädte mit rund 2.800 Öllampen beleuchtet, die in den Hauptstraßen in Abständen von etwa 20 Schritt befestigt waren; waren anfangs die Hausbesitzer zum Füllen, Anzünden und Reinigen der Öllampen verpflichtet, so bildeten sich bald Gesellschaften, die dies gegen Entgelt übernahmen (es gab eigene "Lampenputzer"). Am 27. Jänner 1840 gründete Theodor Friedrich Hene eine "Gesellschaft zur Beleuchtung mit k. k. ausschließlich privatem verbessertem Gas"; Ende Okt. 1840 beleuchtete er die Schönbrunner Hofstraße von der Mariahilfer Linie bis zum Beginn des Vororts Fünfhaus. 1842 wurde Henes Gesellschaft über einen Mittelsmann von der englischen Imperial-Continental-Gas-Association (ICGA) aufgekauft, die 1843 ein neues Gaswerk in Fünfhaus errichtete. 1841 wurde die Stadtbeleuchtungs-Direktion in das Unterkammeramt eingegliedert. Offiziell hörte Henes Gesellschaft am 31. Dezember 1843 zu bestehen auf; damit ging sie am 1. Jänner 1844 in den Besitz der ICGA über, die daraufhin 1844/1845 das Gaswerk Erdberg baute. Den Engländern gelang es, die Gasbeleuchtung auf breiterer Basis einzuführen beziehungsweise unterirdisch Rohrleitungen zur Versorgung mit Leuchtgas zu legen; das Rohrnetz war 1844 vollendet. Am 10. Mai 1845 kam es zum Abschluss eines Straßenbeleuchtungsvertrags mit den Engländern (Laufzeit 1. Juli 1845 bis 31. Jänner 1852), der am 9. Februar 1852 (mit Laufzeitende 31. Oktober 1877) erneuert wurde und ihnen ein Monopol zusprach.


Als 1846 das Petroleum zum Zweck der Beleuchtung in den Handel kam, wurden die restlichen Öllampen durch Petroleumlampen ersetzt; die letzte wurde erst 1926 durch elektrische Beleuchtung ersetzt (Heiligenstädter Lände). Auch in den Vorstädten und Vororten begann man, mit Hilfe von Gas eine öffentliche Beleuchtung zu installieren (zum Beispiel Oberdöbling 1852-1858, Unterdöbling und Floridsdorf 1872). Am 4. März 1855 kam es zur Gründung der "Österreichischen Gasbeleuchtungs-AG." (Private Gaswerke). Am 16. November 1864 setzte der Gemeinderat eine Gaskommission zum Zweck der Revision des Vertrags mit der ICGA ein, am 20. Juli 1869 trat der österreichische Gasexperte C. Rudolf Kühneil in einem Gutachten für die Errichtung eines städtischen Gaswerks ein, und am 4. Juni 1872 fasste der Gemeinderat einen diesbezüglichen Beschluss. Obwohl damit die Weichen gestellt waren und es wegen der inzwischen aufgetretenen Unzukömmlichkeiten in der Versorgung und bei der Preisgestaltung gegen die ICGA zu heftiger Opposition im Gemeinderat gekommen war, unterfertigte Bürgermeister Cajetan Felder am 22. Mai 1875 einen (dritten) Vertrag mit den Engländern (Laufzeit 1. November 1877 bis 31. Oktober 1899), worauf die ICGA 1878/1879 das Gaswerk Hütteldorf errichtete.

Gaslaterne und Beleuchtung durch Leuchtstoffröhren am Kinzerplatz (1960).

1873 wurden auf der Weltausstellung Gleichstrom-Bogenlampen gezeigt. Nach der Erfindung des dynamoelektrischen Prinzips durch Werner von Siemens (1867) war der Bau von elektrischen Strom erzeugenden Maschinen für größere Energien möglich geworden. 1876 wurde die erste Bogenlichtlampe erzeugt ("Jablochkoffsche Kerze"). 1878-1880 kam es zu ersten Versuchen mit Kleinbogenlampen; 1879 erfand Edison die erste brauchbare Kohlenfadenlampe. 1880 wurden 40 Lampen im Volksgarten installiert, 1882 weitere auf dem Graben und einem Teil des Stephansplatzes (Probebeleuchtung, System Brush; Elektrizität) sowie am Opernring und in einem Teil der Kärntner Straße (System Bray und Sugg, "Intensivbrenner"); am 21. August 1885 kam es zur Inbetriebnahme eines elektrischen Lusters im Gemeinderat-Sitzungssaal des (Neuen) Rathauses, 1887 wurde die Hofoper elektrifiziert, 1893 der Kohlmarkt elektrisch beleuchtet. 1893 kam es bei der öffentlichen Beleuchtung in der Herrengasse und in der Zufahrtsstraße zum (Neuen) Rathaus erstmals zum Einsatz des Auer-Gasglühlichts für die öffentliche Beleuchtung (Veröffentlichung der Erfindung durch Auer-Welsbach 1886); im selben Jahr installierte Siemens & Halske eine elektrische Versuchsanlage mit Bogenlampen am Kohlmarkt. Lueger trat in den Jahren der Opposition vehement für die Nichtverlängerung des Gasvertrags ein und schlug vor, die Gasversorgung durch die Gemeinde Wien in Aussicht zu nehmen. Als die Christlichsozialen 1895 die Mehrheit im Gemeinderat errangen, wurde der Plan realisiert; 1896 begann der Bau des Simmeringer Gaswerks, am 31. Oktober 1899 wurde dasselbe eröffnet. Bald wurde auch die Elektrizität in den Dienst der öffentlichen Beleuchtung gestellt. Im Zusammenhang mit der Kommunalisierung und Elektrifizierung der Straßenbahn entstand neben einem "Bahnwerk" auch ein "Lichtwerk" (1902); die ersten elektrischen Bogenlampen wurden (neben der bestehenden Gasbeleuchtung) auf der Ringstraße installiert, aber auch die Gasbeleuchtung machte Fortschritte (1902 Erfindung der Wolframdrahtlampe durch Auer-Welsbach). 1913 gab es 45.522 Gas- und 2.901 E-Lichtquellen.

Die Wiener Straßenbeleuchtung im 20. Jahrhundert

Am 8. März 1974 wurde die 200.000. Lampe Wiens an der Ecke Porzellangasse/Fürstengasse aufgestellt (Aufnahme 2016).

War während des Ersten Weltkriegs die öffentliche Beleuchtung stark eingeschränkt worden, ging man in den Zwanziger Jahren daran, sie auszubauen und zu modernisieren; mit der Fertigstellung des Opponitzer Wasserkraftwerks (1924) wurden 1800 elektrische Lampen in Betrieb genommen. Ab diesem Jahr setzte die Elektrifizierung der öffentlichen Beleuchtung in großem Umfang ein; wo Verspannungen nicht möglich waren, wurden eiserne Lichtmaste aufgestellt. Anlässlich des "Lichtfests“ 1930 wurden neben dem Rathaus (Festbeleuchtung erstmals 1898) auch andere öffentliche Gebäude angestrahlt; lichttechnisch interessant gelöst wurde auch die Beleuchtung des Hochstrahlbrunnens. 1933 waren über 30.000 elektrische Lampen in Betrieb, die rund drei Viertel der Straßen Wiens (rund 800 Kilometer) beleuchteten. 1939 standen in "Groß-Wien" 51.963 Straßenlampen in Betrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Netz der Straßenbeleuchtung zu 60 % zerstört, der Rest beschädigt, doch konnte bereits am 18. September 1948 die 25.000. Straßenlampe entzündet werden (10, Reumannplatz); Ende 1949 war Wien wieder hinlänglich beleuchtet. 1950 begannen Versuche mit Leuchtstofflampen (Probebeleuchtung am 4. Dezember 1950 am Graben), 1951 wurden neue Glühlampentypen eingesetzt (200 W), 1954 wurden erstmals Quecksilberdampflampen (ab 250 W) eingesetzt (1959 in steigendem Maße verwendet), ebenso Natriumdampflampen (erstmals 10, Laxenburger Straße), 1955 war die Behebung der Kriegsschäden abgeschlossen.

Am 27. November 1962 wurde die letzte Gaslaterne gelöscht (13, Sauraugasse 22; sie steht zur Erinnerung vor dem Bezirksmuseum, 13, Am Platz); elektrifizierte Gaskandelaber wurden in historischen Ortskernen (Nußdorf, Sievering), auf historischen Plätzen (Minoritenplatz, Am Hof, Mölker Bastei) und in den Gehalleen der Ringstraße silber- beziehungsweise Natriumdampflampen. 1968 wurde die 150.000. (1, Börseplatz), 1971 die 175.000. (3, Lisztstraße), 1974 die 200.000. (9, Fürstengasse; letzte "feierliche" Inbetriebnahme) und 1985 die 225.000. Lampe in Betrieb genommen (am 1. März 1991 gab es 230.289 Lampen mit einer Anschlussleistung von 14.787 kW). 1990 werden Kompaktleuchtstofflampen erstmalig eingesetzt. 1998 kommen induktiv hochfrequent angeregte Lampen (Quartz Light-Lampen) zum Einsatz. Stieg die Anschlussleistung ursprünglich mit der rasch steigenden Lampenzahl stark an, so ist es seit etwa 1960 durch den Ersatz der unwirtschaftlichen Glühlampen und hochwattigen Quecksilberdampflampen durch energiesparende moderne Leuchtmittel (wie Leuchtstofflampen und Natriumhochdruckdampflampen) gelungen, trotz steigender Lampenzahl die Anschlussleistung nahezu gleich zu halten (Jahresverbrauch 1990: 52,316.628 kWh).

Beleuchtung im 21. Jahrhundert

In Wien sind über 153.200 Beleuchtungskörper im Einsatz, um rund 2.900 Kilometer Straßen und Wege zu beleuchten. Die Beleuchtungskörper wurden laufend auf energiesparende Lampen erneuert. Dadurch stieg der elektrische Anschlusswert in den letzten 30 Jahren nur gering, obwohl sich die Anzahl der Lichtpunkte zum Beispiel durch die Stadterweiterung stark vermehrt hat. Die in Wien installierte Lichtmenge ist um 150 Prozent gestiegen. Die verbesserte Technologie der Lampen ermöglichte diese positive Entwicklung.

Daten und Fakten auf einen Blick (Stand 2016):

  • 153.200 Beleuchtungskörper mit 244.000 Lampen
  • 51.800 Megawattstunden Jahresverbrauch durch Straßenbeleuchtung
  • 2.900 Kilometer beleuchtete Wege und Straßen
  • 1.637 Straßenbahnsignalgeber
  • 4.681 signalgeregelte Schutzwege

Siehe auch

Videos

  • Ausschnitt aus der Serie "Einst und Jetzt" zum Thema der öffentlichen Beleuchtung (1963/4) - Wien, die bestbeleuchtete Stadt Europas. WStLA, Filmarchiv der media wien, 256
  • Licht für Vindobona (Römermuseum)

Quellen

Literatur

  • Margit Altfahrt / Karl Fischer: Illuminations-Anfang der Stadt Wien (Zur Einführung der Straßenbeleuchtung in Wien im Jahre 1687). In: Wiener Geschichtsblätter 42 (1987), S. 167-170
  • Rudolf Tillmann [Schriftl.]: Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes am 12. Mai 1935 von der Technikerschaft des Wiener Stadtbauamtes und der großen Technischen Unternehmungen der Stadt Wien. Wien: Deutscher Verl. f. Jugend u. Volk 1935, S. 274 ff.
  • Wiener Stadtbauamt [Hg.]: Die Tätigkeit des Wiener Stadtbauamtes und der Städtischen Unternehmungen technischer Richtung in der Zeit von 1935 bis 1965. Ein Bericht in zwei Bänden. Band 2. Wien: Stadtbauamt 1974, Kapitel XVI
  • Wiener Stadtbauamt. 1965-1985. Dokumentation. Hg. von d. MD-Stadtbaudirektion. Schriftl.: [Konrad] Kowarc. Wien: Compress-Verl. 1988, S. 237 ff.
  • Kultur- und Sportvereinigung der Wiener Stadtwerke-Wiengas: 70 Jahre KSV Wiener Stadtwerke Wiengas. Festschrift. 1929-1999. Wien: KSV Wiengas 1999
  • Ludwig Böck: Zur Geschichte der öffentlichen Beleuchtung Wiens. In: Wiener Neujahrs-Almanach 1898, S. 87-119
  • Peter Csendes [Hg.]: Österreich 1790-1848. Kriege gegen Frankreich, Wiener Kongreß, Ära Metternich, Zeit des Biedermeier, Revolution von 1848. Das Tagebuch einer Epoche. Wien: Brandstätter 1987, S. 282
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 1. Teil. Wien ²1953 (Manuskript im WStLA), S. 202 – 205
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 2. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 263

Links

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