Stephansfreithof

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Umgebung von St. Stephan mit dem Stephansfreithof. Rechts oben ist die Maria-Magdalena-Kapelle zu erkennen. Ausschnitt aus dem Stadtplan von Steinhausen 1710.
Art des Objekts Friedhof
Jahr von 1255
Jahr bis 1732
Name seit 1587
Andere Bezeichnung Leichhof, Stephansfreithof, Steffanskirchhof
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Bezirk 1
Lage
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname Steinhausen_St_Stephan.jpg
Bildunterschrift  Umgebung von St. Stephan mit dem Stephansfreithof. Rechts oben ist die Maria-Magdalena-Kapelle zu erkennen. Ausschnitt aus dem Stadtplan von Steinhausen 1710.
Bildquelle WStLA
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut
"Der alte Stephansfreythof mit seinen Gräberfeldern und der alten Denksäule."
"Der Stephansfreithof mit dem Heilthumsstuhl"

Stephansfreithof (1; ehemals um den Stephansdom gelegen), größte und berühmteste Totenstätte innerhalb der babenbergischen Ringmauer. Der ursprünglich von eine Mauer umgebene Stephansfreithof wird 1255 erstmals urkundlich erwähnt. Dem Bau des gotischen Chors (1304-1340) und der Erweiterung der Kirche (1359-1511) fielen Teile des Freithofgeländes zum Opfer, weshalb bereits 1309 ein Stück der Kommende des Deutschen Ordens (1, Stephansplatz 4) erworben und zum Freithofgelände umgewidmet wurde. Der Name Stephansfreithof scheint erstmals 1587 auf. Zuvor findet man für den süd-westlichen Teil (1386 und noch 1513) die Bezeichnung Leichhof, ansonsten jedoch (1566) Stephansfreithof, Steffanskirchhof. Die durch Wege voneinander getrennten Gräberfelder führten (um 1700) folgende Namen: Fürstenbühel (nördlich des Langhauses), Palmbühel (nördlich des Chors), Studentenbühel (gegen die Schulerstraße) und Römerbühel (gegen das Deutsche Haus und die Churhausgasse). Der Stephansfreithof war durch Tore, die zur Nachtzeit geschlossen wurden, zugänglich: Mesnertor (1466 neu erbaut; Zugang von der Bischofsgasse [Rotenturmstraße] zwischen Bischofshof und Mesnerhaus [das nördlichste Gebäude der bis 1792/1803 vor dem romanischen Westwerk verlaufenden Häuserzeile]), Zinnertor (auch Neidhartstor [Nähe des Neidhart-Grabdenkmals; Neidhart Fuchs ]) zwischen Kirchenschließerhaus und Domkantorei [ Kantor ]; 1466 errichtet, 1675 erneuert, 1788 abgebrochen), Stephanstor (oder Hüttentor; an der Einmündung der Churhausgasse in die Singerstraße [zwischen Nummer 5 und 7], benannt nach einer am Tor angebrachten Statue des heiligen Stephan beziehungsweise nach der nahegelegenen Dombauhütte; 1674 renoviert) und Schulertor (oder Leopoldstor; gelegen an der Ausmündung der Großen Schulerstraße zwischen Stephansplatz 5 und 6); die Tore wurden 1788 abgebrochen. Am Stephansfreithof lag die Maria-Magdalena-Kapelle, die im 14. Jahrhundert auf die unterirdische Virgilkapelle gebaut worden war.

Der Stephansfreithof wurde unter Karl VI. 1732 für Beerdigungen gesperrt. 1783 beseitigte man die vorhandenen Gräber, brachte jedoch bedeutende Grabsteine an der Kirchenfassade an. Die vor der Westfassade der Stephanskirche stehende Häuserzeile wurde 1792-1803 abgebrochen (Stephansplatz). Als Franz II. 1792 von seiner Krönungsreise aus Frankfurt am Main nach Wien zurückkehrte, waren das Mesner-, Barleiher- und Kirchenschließerhaus bereits abgebrochen, sodass der Weg zum Riesentor frei war.

Literatur

  • Richard Perger / Walther Brauneis: Die mittelalterlichen Kirchen und Klöster Wiens. Wien [u.a.]: Zsolnay 1977 (Wiener Geschichtsbücher, 19/20), S. 69
  • Walther Brauneis: Zur Topographie des Stephansplatzes: In: Wiener Geschichtsblätter. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 26 (1971), S. 161 ff.
  • Albert R. von Camesina: Die Maria-Magdaiena-Capelle am Stephansfreithof zu Wien und dessen Umgebung. In: ebenda 11 (1870), S. 216 ff.
  • Erich Bamer: Betrachtungen zum Bau des Wiener Stefansturms. In: Wiener Geschichtsblätter. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 4 (1949), S. 5 ff.