Starhemberg

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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Österreichische Hochadelsfamilie (Ahnherr Gundacker von Steyr, Oberösterreich, um 1150). Es kam zur Teilung in die Stämme Losenstein (Bezirk Steyr, um 1190; Nachkommen 1623 Grafen, 1690 Fürsten, erloschen 1692) und Starhemberg (eigentlich Storchenberg, Gemeinde Haag im Hausruck, Bezirk Grieskirchen, Oberösterreich, um 1240; nicht zu verwechseln mit Starhemberg, Bezirk Wiener Neustadt, Niederösterreich, das ursprünglich Starkenberg hieß). Der Stammsitz wurde 1379 durch Tausch aufgegeben. Nach neuerlicher Teilung in mehreren in Österreich unter und ober der Enns ansässigen Linien kam es durch die Beerbung ausgestorbener Hochadelsgeschlechter (Wallsee 1483, Schaunberg 1559) zu beträchtlichem Güterzuwachs. Erasmus († 1566) hinterließ die Söhne Rüdiger († 1582; von ihm stammen die noch heute lebenden Starhemberg ab), Gundacker († 1585; erloschen 1634) und Heinrich († 1571; erloschen 1857). Die lange Zeit protestantischen Starhembergs wurden nach 1620 katholisch. 1643 erfolgte die Erhebung in den Grafstand.

Ein Enkel Rüdigers war Konrad Balthasar Graf Starhemberg († 1687);er hinterließ die Söhne Ernst Rüdiger Graf Starhemberg († 1701; Verteidiger Wiens 1683), Franz Ottokar († 1699; dessen Enkel Johann Georg 1765 Fürst mit dem Recht der Primogenitur, das heißt der Vererbung auf den jeweils ältesten Nachkommen beziehungsweise Blutsverwandten) und Gundacker Thomas Graf Starhemberg († 1745; auf seine noch heute lebenden Nachkommen ging nach dem Aussterben der Linie Franz Ottokars 1860 der Fürstrang über).

Der 1857 erloschenen Linie des 1571 verstorbenen Heinrich gehörte Guido Graf Starhemberg an, ein Nachkomme des Gundacker Thomas war der Heimwehrführer Ernst Rüdiger Fürst Starhemberg († 1956).


Die wichtigsten Besitzungen und Herrschaften des Hauses Starhemberg

Oberösterreich

  • Eferding (seit 1559; Familienmus, im Schloß)
  • Wildberg (Gemeinde Hellmonsödt, Bezirk Urfahr; seit 1198)
  • Waxenberg bei Leonfelden (Bezirk Urfahr; seit 1640)
  • Eschelberg (Gemeinde St. Gotthard bei Ottensheim, Bezirk Urfahr; seit 1647) und
  • Riedegg (Bezirk Urfahr; 1401-1930)

in Niederösterreich:

  • Schönbühel (Bezirk Melk; 1414-1819) und
  • Vösendorf (Bezirk Mödling; 1693-1793)

Wien


Literatur

  • Neuer Siebmacher: 4/4/2 Nürnberg 1918, S. 199 ff., 4/5 Nürnberg 1904, S. 390 ff.
  • Frank Freytag Freiherr von Loringhoven: Europäische Stammtafeln 3 Marburg (1976), S. 34
  • Festschrift 60 Jahre Katholische Österreichische Landsmannschaft Starhemberg 1933-1993. 1993