Stallburg

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1558
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  28.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtBräunerstraße14
Innere StadtReitschulgasse2
Innere StadtHabsburgergasse11
Innere StadtStallburggasse5

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Innere Stadt112817701795
Innere Stadt122317951821
Innere Stadt115418211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Stallburg (1, Reitschulgasse 2, Habsburgergasse 11, Stallburggasse 5, Bräunerstraße 14), Teil der Hofburg.

Friedrich III. erwarb 1480 nordöstlich der Hochstraße ein Haus mit Garten. Matthias Corvinus begann wahrscheinlich 1488 mit dem Bau einer Kirche, die allerdings unvollendet blieb. Nach dem Einzug des Kronprinzen Erzherzog Maximilian (als Kaiser Maximilian II. [1564-1576]) im Jahr 1552 wurde mit dem Bau der Stallburg als Residenz für diesen begonnen. Baubeginn war vor 1558. Die Stallburg ist eine fast quadratische Renaissanceanlage um einen Innenhof. Die Fassade ist einfach und ungegliedert, die drei Stockwerke besitzen jedoch im Hof qualitätvolle Arkaden. bemerkenswert sind das Renaissancetor und der Brunnen mit seinem Schmiedeeisengitter (rechts neben dem Tor, bezeichnet 1675; er stand früher in der Amalienburg). Ein Schwibbogen verband die Stallburg mit dem kaiserlichen Lustgarten (Paradiesgarten). Während der Bau an sich weitgehend unverändert geblieben ist, hat die Verwendung der Räumlichkeiten häufig gewechselt.

Als Maximilian nach der Thronbesteigung (1564) in die Hofburg übersiedelte, wurde die bisherige Residenz teilweise für Hofstallungen verwendet (siehe: Spanische Reitschule). Leopold I. residierte nach dem Entsatz von Wien (Zweite Türkenbelagerung (1683)) in der Stallburg, da die Hofburg zerschossen war. Unter Karl VI. wurde 1721 in elf Gemächern des zweiten Stockwerks die kaiserliche Gemäldegalerie aufgestellt, wo sie bis zu ihrer Übertragung ins Belvedere (1778) verblieb. Der frei gewordene Teil des Gebäudes wurde daraufhin in Wohnungen für kaiserliche Beamte umgewandelt, die ebenerdigen Gelasse verwendete man als Stallungen für kaiserliche Reitpferde. Um 1700 führte das Haus den Namen „Stallung der spanischen Pferde". Im obersten Stockwerk wohnten jahrelang kaiserliche Edelknaben. 1746 wurde in der Stallung die kaiserliche Hofapotheke eröffnet (Maria Theresia hatte die in der Kärntner Straße gelegene Sterneggsche Apotheke gekauft und hierherverlegt).

In den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts übersiedelte für einige Zeit das Armeeoberkommando in die Stallungen, später folgten Kanzleien des Oberstallmeisteramts sowie Intendanz und Tageskasse der beiden Hoftheater. 1945 wurde die Stallung durch Bomben schwer beschädigt, jedoch 1947/1948 durch L. Scheibl instand gesetzt (bei dieser Gelegenheit wurde am 1. Juli 1948 für Fußgeher ein Arkadendurchgang entlang der (schmalen) Stallburggasse eröffnet). 1956 öffnete man die beiden bis dahin vermauerten oberen Arkadengänge. Vorübergehend war in der Stallung die Sekundärgalerie des Kunsthistorischen Museums untergebracht. Heute dient sie der Spanischen Reitschule (Stallungen), und der Alten Hofapotheke als Standort.


Literatur

  • Felix Czeike: Wien. Kunst und Kultur-Lexikon. Stadtführer und Handbuch. München: Süddeutscher Verlag 1976, S. 47
  • Felix Czeike: Wien. Innere Stadt. Kunst- und Kulturführer. Wien: Jugend und Volk, Ed. Wien, Dachs-Verlag 1993, S. 86
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 427 f.
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 6, 2. Teil. Wien ²1957 (Manuskript im WStLA), S. 334-338
  • Harry Kühnel: Die Hofburg. 1971, S. 52 ff.
  • Harry Kühnel: Die Hofburg zu Wien. 1964, S. 18, S. 24 f., S. 27, S 33 f., S. 36 ff., S. 55
  • Harry Kühnel: Die Wiener Stallburg im Wandel der Jahrhunderte. In: Wien aktuell. Revue einer europäischen Metropole. Wien: Jugend & Volk 3 (1960), S. 25
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 68