Städtische Erwachsenenbildung

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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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In den Anfängen der Erwachsenenbildung im ausgehenden 19. Jahrhundert erhielten der Wiener Volksbildungsverein (gegründet 1887) und das Wiener Volksheim (1905; erste Volkshochschule) seitens der Gemeinde Wien neben einigen zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten nur geringe finanzielle Unterstützung. Erst vor dem Hintergrund der Sozialdemokratischen Partei, der Gewerkschaftsbewegung und später der Arbeiterkammer entstand in der Ersten Republik eine euphorische Bewegung der Volksbildung, gestützt von den Bemühungen des Unterstaatssekretärs Otto Glöckel und des Staatssekretärs für das Heerwesen Julius Deutsch. Für den städtischen Bereich übernahm 1920 die neuerrichtete Magistratsabteilung 48 (Schul- und Volksbildung) die Aufgaben der bisherigen Magistratsabteilung XV (zuständig unter anderem für Lehrer- und Schülerbibliotheken, Volksbildungsangelegenheiten sowie Volkslesehallen), der Magistratsabteilung XXII (zuständig für das Technische Museum und den Bau eines Stadtmuseums) und der Magistratsabteilung III (zuständig für Urania und Volksoper).

1934 wurden diese Aufgaben von der Magistratsabteilung 2 (Kultus-, Schul-, Vereins- und Versammlungswesen) übernommen. Die neue Gemeindeverwaltung fühlte sich für die von ihr gebilligten Volksbildungsaktivitäten verantwortlich und übernahm in größerem Maße finanzielle Lasten für Bauausführungen. 72 Arbeiterbücherein wurden jedoch geschlossen, unliebsame Referenten gekündigt und das Nebeneinander von Urania, Volksheim und Volksbildungsverein beendet. Der Vereinheitlichungsprozess für die Volksbildung wurde durch das Volksbildungsvollziehungsgesetz 1935 und das Stadtgesetz zur Regelung des Volksbildungswesens in Wien vom 2. April 1936 auch rechtlich abgedeckt. 1934 wurde ein eigenes Volksbildungsreferat des Bürgermeisters der Stadt Wien eingerichtet, 1938 erhielt die neuerrichtete Magistratsabteilung 50 die Aufgabe, die allgemeinen Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten auf dem Gebiet des Kulturwesens zu übernehmen. Überwiegend aus Agenden der Magistratsabteilung 2 wurde 1938 das Volksbildungsamt als selbständiges Amt errichtet und dem ebenfalls neuerrichteten Kulturamt (Geschäftsgruppe VII) angegliedert (Erlass vom 24. Dezember 1938). Ebenfalls 1938 erfolgte die Errichtung der Zentralstelle der Arbeiterbücherei der Stadt Wien (bisher im Rahmen der Städtischen Sammlungen) als selbständiges Amt (später der Magistratsabteilung 9 zugeordnet). 1945 wurde die Magistratsabteilung XI/1 für Kultur, Volksbildung und Heimatpflege, ab 1946 die Magistratsabteilung 7 für rechtliche und wirtschaftliche Angelegenheiten der Kultur und Volksbildung eingerichtet (ab 1969 mit der Bezeichnung „Kulturamt", das die Förderung der Volksbildung einschließlich der Errichtung von Gemeinschaftsbauten für Erwachsenenbildung umfaßt, ab 20. Dezember 1988 mit der Bezeichnung „Kultur").

Die oberste Leitung der Volkshochschulen übernahm 1947 der Stadtrat für Kultur und Volksbildung (Dr. Viktor Matejka). Seit 27. Dezember 1979 ist die neugegründete Magistratsabteilung 13 (Bildung und außerschulische Jugendbetreuung) für die Planung, Betreuung und Durchführung von Aktionen und Veranstaltungen der Erwachsenenbildung sowie der Förderung und Koordinierung von Einrichtungen der Erwachsenenbildung (Verband Wiener Volksbildung und andere) sowie der Gemeinschaftsbauten zuständig.

Literatur

  • Erika Weinzierl / Kurt Skalnik: Geschichte der Republik. Band 2. 1983, S. 609 ff.
  • Walter Göhring: Bildung in Freiheit. Die Erwachsenenbildung in Österreich nach 1945. 1983
  • Felix Czeike / Peter Csendes: Die Geschichte der Magistratsabteilungen der Stadt Wien 1902-1970. Wien: Jugend und Volk 1971 – 1972. Band 1 (Wiener Schriften, 33) 112f.
  • Wiener Schriften. Hg. vom Amt für Kultur, Schulverwaltung der Stadt Wien. Band 34. Wien [u.a.]: Jugend & Volk, S. 16 f., 117 f., 168 f.