Singerstraße 9

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1534
Jahr bis
Andere Bezeichnung Kleiner Fähnrichhof
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  6.06.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
1Singerstraße9
1Blutgasse9

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt84918211862
Stadt89917951821
Stadt86817701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Singerstraße 9 (Konskriptionsnummer 849), Blutgasse 9; Kleiner Fähnrichhof; Teil des Fähnrichhofes.

Wie auch der "Große Fähnrichhof" (Häuser Stadt 880 und 882-884 [ Singerstraße 11 ]) und das Haus 881 (Blutgasse 7) tritt dieses Gebäude erst nach der ersten Belagerung Wiens durch die Osmanen (sogenannte Erste Türkenbelagerung [1529]) in Erscheinung. Vorher befand sich hier wahrscheinlich ein mehr oder weniger verfallener Komplex, der in einzelne Teile aufgelöst wurde. Jeder dieser "Teil Haus oder gemauerter Stock" wurde von Kaiser Karl V. an arme Bürger vergeben, deren Häuser im Vorfeld der Stadt beim Herannahen der Osmanen geschleift wurden. Die erste Gewereintragung (Grundbucheintragung) für das Haus Stadt 849 stammt aus dem Jahr 1534. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts war das Gebäude sehr baufällig. Zwischen 1664 und 1795 wurde das bis dahin zweistöckige Haus um ein Stockwerk erhöht.

Wann das heutige Gebäude, das auf einer Grundfläche von 241 Quadratmetern steht, errichtet wurde, ist nicht bekannt. Seit dem 8. Oktober 1917 steht es im Besitz der Gemeinde Wien. Neben einem Lokal befindet sich eine Inschrifttafel aus rotem Mamor, die darauf hinweist, dass hier 1683 das erste Kaffeehaus Wiens durch Georg Franz Koltschitzky eröffnet wurde. Diese Darstellung ist jedoch unrichtig (siehe Kaffeehaus und Domgasse 6). Tatsächlich befand sich hier aber seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts das sehr bekannte Café Bogner, in dem sich allabendlich eine Künstlertafelrunde traf, der unter anderen Franz Schubert, Moritz von Schwind, Eduard von Bauernfeld und Ernst von Feuchtersleben angehörten. Von Schwind malte für das Kaffeehaus auch ein Schild, mit dem er seine Schulden beim Besitzer des Lokals getilgt haben soll. 1845 wurde der erste Stock, in dem vor allem Schach gespielt wurde, in das Café miteinbezogen. Nach zwei Umbauten trug es den Namen "Renaissance Café" und nach der Umwandlung in eine Bar "Renaissance Bar". Während des Zweiten Weltkrieges befand sich hier das "Orientalische Restaurant", das am 29. August 1944 "wegen Preistreiberei" von den Behörden geschlossen wurde.

siehe auch Fähnrichhof.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

  • Café Bogner ("Zur lustigen Blunzen")
  • Café Renaissance
  • Renaissance Bar
  • Orientalisches Restaurant


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 4, 3. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 717-720