Severin von Jaroszynski

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Severin von Jaroszynski. Handzeichnung von Franz von Schober.
Personenname Jaroszynski, Severin
Abweichende Namensform Jarosinski, Severin
Titel
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 20.12.1789
Geburtsort Podolien
Sterbedatum 30.08.1827
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname Severin von Jaroszynski.jpg
Bildunterschrift  Severin von Jaroszynski. Handzeichnung von Franz von Schober.
Bildquelle Historisches Museum der Stadt Wien
Bildrechte gemeinfrei

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NameBeziehung
Therese KronesFreundin
Johann Conrad BlankLehrer

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Severin von Jaroszynski, * 20. Dezember 1789 Podolien, † 30. August 1827 (Hinrichtung) Wien, Raubmörder, Sohn begüterter Eltern. Kam 1808 in die Erziehungsanstalt der Anna Pleban nach Wien (wo ihn unter anderem Abbé Johann Conrad Blank unterrichtete), kehrte 1812 nach Polen zurück und übernahm das väterliche Gutserbe. Infolge seines aufwendigen Lebenswandels stets in finanziellen Schwierigkeiten, veruntreute er in seiner Eigenschaft als Kreismarschall von Mohilow eine beträchtliche Summe, was zur Einleitung eines Verfahrens gegen ihn führte. Diesem entzog er sich 1826 unter dem Vorwand, wegen seiner angegriffenen Gesundheit nach Baden bei Wien reisen zu müssen. Als er in Wien seinen ehemaligen wohlhabenden Lehrer traf, glaubte er, durch dessen Ermordung und Beraubung seine missliche Lage meistern zu können. Am 13. Februar 1827 führte er den Mord aus, wurde jedoch bereits am 16. Februar in seiner feudalen Wohnung im Trattnerhof am Graben bei einem Gelage verhaftet, an dem auch seine Freundin Therese Krones teilnahm; durch diese Verbindung erregte der Fall in Wien besonderes Aufsehen. Am 11. Juli wurde Jaroszynski zum Tod verurteilt, das Urteil wurde auf der Richtstätte am Wienerberg, bei der Spinnerin am Kreuz, am 30. August 1827 vollstreckt. Friedrich Kilian Schlögl, der als fünfjähriges Kind Augenzeuge der Verhaftung Jaroszynskis wurde, schildert seine Erlebnisse in seinen "Wiener Skizzen". Der als "Galgenpater" bezeichnete Seelsorger im "Strafhause in Wien" Philipp Jakob Münich verfasste über den ganzen Fall und besonders über die mit dem Verbrecher zugebracht letzten drei Tage eine Art Protokoll, von dem etwa ein Dutzend Abschriften angefertigt wurden.

Todesurtheil Severin Jaroszynski. Wienbibliothek im Rathaus, Druckschriftensammlung, C-39975/1827,1. Volltext auf http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/titleinfo/790090

Quelle

Todesurtheil, welches von dem Magistrate der Kaiserl. Königl. Haupt- und Residenz-Stadt Wien, über die mit dem Severin v. J****, fälschlich Graf v. J**** wegen meuchlerischen Raubmordes abgeführte Criminaluntersuchung geschöpfet, und in Folge der von den hohen und höchsten Justiz-Behörden herabverlangten Bestätigung heute den 30. August 1827 mit dem Strange vollzogen worden ist. Druckschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus, C-39975/1827,1. http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/titleinfo/790090

Literatur

  • Wilhelm Deutschmann: Therese Krones und der Raubmörder Severin von Jaroszynski. In: Katalog zur Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien; 68. Wien: Eigenverlag 1980, S. 65 ff.
  • 200 Jahre Rechtsleben in Wien. Wien: Eigenverlag 1985, S. 42 (Katalog zur Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 96)
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 1. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 143 f.
  • Hermine Cloeter: Häuser und Menschen von Wien. 1920, S. 110