Schwechater Brauerei

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Schwechater Wirt
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1632
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Vereinigte Brauereien Schwechat, St. Marx, Simmering - Dreher, Mautner, Meichl AG
Benannt nach Schwechat
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  27.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname M902SchwechaterWirt.jpg
Bildunterschrift  Schwechater Wirt
Bildquelle Alfred Paleczny
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Schwechater Brauerei (Niederösterreich). Schon am Ende des 16. Jahrhunderts waren in der Gegend von Schwechat drei kleine Brauereien in Betrieb. 1632 wurde die Brauerei Klein-Schwechat errichtet, die sehr bald die bestehenden Brauereien überflügelte und sie später in sich aufnahm. Der aus Württemberg stammende Franz Anton Dreher begann 1794 in Klein-Schwechat die Bierbrauerei; nach seinem Tod (1820) nahm sein Sohn Anton Dreher der Ältere 1836 als Erbe den Betrieb auf und führte in Österreich die Erzeugung des untergärigen Biers ein, das er auf Studienreisen in England und Deutschland kennengelernt hatte. Er machte die Brauerei zur größten des Kontinents. 1842 entstanden in Schwechat die ersten großen Lagerkeller. Die Kühlung erfolgte zuerst mit Eis, später wurden die erste Linde'sche Kühlmaschine sowie die erste in einer Brauerei arbeitende Dampfmaschine aufgestellt (beide heute im Technischen Museum).

Drehers Sohn Anton Dreher der Jüngere übernahm nach dem Tod seines Vaters (1863) den Betrieb, doch stand er bis 1870 unter der Vormundschaft des von seinem Vater eingesetzten Rechtsanwalts (und ab 1868 Bürgermeisters) Dr. Cajetan Felder. Anton Dreher der Jüngere heiratete die Brauerstochter Katharina Meichl (Simmeringer Brauerei) und erweiterte daraufhin den Betrieb beträchtlich vor allem durch den Export nach Übersee und eine wesentliche Expansion in Europa (Birra Dreher in Triest). 1913 gab Viktor Mautner Ritter von Markhof, dessen Familie seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts die ehemalige Bürgerspitalsbrauerei in St. Marx betrieb, die Einwilligung zu einer Fusionierung mit der Brauerei Drehers, der sich auch die Firma Th. & G. Meichl in Simmering anschloss („Vereinigte Brauereien Schwechat, St. Marx, Simmering - Dreher, Mautner, Meichl AG"); die Aktien befanden sich überwiegend im Besitz der Familie Dreher. Unter dem Namen „Brauerei Schwechat" wurden die Produktionsstätten später zu einem einzigen Betrieb vereint. Durch große Zubauten, die Erweiterung des Sudhauses, ein großes Dampfsudwerk, neue Dampfkessel-, Dampfmaschinen- und Kälteanlagen und schließlich durch eine Dieselanlage zur Eigenstromversorgung wurde der Betrieb zunehmend rationalisiert. Ende der zwanziger Jahre wurden ein ca. 40.000 hl fassender neuer „Rostock & Bärlocher"-Gärkeller und drei Stockwerke tiefer ein 170.000 hl fassender Lagerkeller erbaut. Die Verkehrsmittel wurden durch Anschaffung zahlreicher Lastkraftwägen und Eisenbahnwaggons vervollständigt und modernisiert. 1939- 1941 wurde ein Silo errichtet, der Speicherraum für 1.200 Waggons Getreide oder Malz bietet. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt die Schwechater Brauerei durch 78 Bombentreffer große Schäden. Zugleich mit dem Wiederaufbau der technischen Anlagen (neues Sudhaus, Fertigstellung 1956) entstanden auch verschiedene soziale Einrichtungen (Wohnhausanlage, Betriebsarzt, Erholungsstätten) und die Werksfeuerwehr.


Literatur

  • 325 Jahre Brauerei Schwechat. [Schwechat] 1957
  • Christian M. Springer, Alfred Paleczny, Wolfgang Ladenbauer: Wiener Bier-Geschichte, Wien 2016, S. 17-26 und 187-218