Schottenbastei 2

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1871
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Heinrich Schmid, Hermann Aichinger
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  27.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtSchottenbastei2
Innere StadtHelferstorferstraße1
Innere StadtSchottengasse4

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt128217701795
Stadt11517951821
Stadt128417701795
Stadt11617951821
Stadt10718211862
Stadt128517701795
Stadt11717951821
Stadt10818211862
Stadt128617701795
Stadt11817951821
Stadt10918211862
Stadt128717701795
Stadt11617701795
Stadt11018211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Schottenbastei 2, Helferstorferstraße 1, Schottengasse 4.

Ungefähr hier befanden sich die Basteihäuser Stadt 107 bis 110 (für Problematik der Lokalisierung dieser Gebäude siehe Schottenbastei).

Basteihäuser

Haus Stadt 107

Hier stand ursprünglich ein kleines Basteihäuschen und ein Stall, die jeweils eigene Eintragungen im Grundbuch besaßen und 1707 beziehungsweise 1690 erstmals verzeichnet wurden. Das Häuschen selbst bestand nur aus einer Küche, einer Stube und einer Kammer und war anstelle einer Holzhütte errichtet worden. In den 1770er Jahren kamen beide Gebäude in eine Hand, wobei vom "gewesten" (ehemaligen) Stall die Rede ist. 1868 wurde es vom "k.k. Wiener Stadterweiterungsfond" erworben und (wie alle hier genannten Basteihäuser) zwischen 3. November 1868 und 4. Juli 1869 abgetragen.

Haus Stadt 108

Zu diesem Haus sind kaum Daten bekannt. Es besaß einen Garten und ein Mezeninum im Erdgeschoß, darüber befanden sich zwei Stuben und eine Küche. Außerdem war eine Holzhütte angebaut. Bis 1847 war es im Besitz der "k.k. Fortifikationslokaldirektion". 1868 wurde es vom Stadterweiterungsfonds gekauft und abgetragen.

Haus Stadt 109

Auf der Grundfläche des späteren Hauses Stadt 109 standen einst drei Häuser, die alle nur aus einer Stube, einer Küche und einem Boden bestanden:

Haus A

Dieses Haus gehörte zum Haus Stadt 439 (Tuchlauben 15). Erstmals wird es im Jahr 1700 erwähnt. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts wurde es vom Haus Stadt 439 besitzrechtlich getrennt. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde es mit den Häusern B und C baulich verbunden. Als man das Haus Stadt 105 (siehe Schottentor) niedergeriss, wurde dem Besitzer des Hauses Stadt 109 ein Stück Grund von der Gemeinde Wien gegen eine jährliche Zahlung von 2 Kreuzern überlassen, auf dem er einen Zubau errichtete. 1868 wurde das Haus vom Stadterweiterungsfonds erworben und demoliert.

Haus B

Haus B war offenbar ursprünglich eigenständig, kam aber 1692 mit dem Haus Stadt 726 (Rotenturmstraße 22) in eine Hand. Am 17. Juni 1771 wurde es vom Besitzer des Hauses A angekauft. (siehe Haus A)

Haus C

Dieses Gebäude gehörte zum Haus Stadt 856 in der Wollzeile (Wollzeile 26) und lässt sich ab 1694 urkundlich belegen. 1765 kam es zusammen mit den Häusern A und B in eine Hand. (siehe Haus A)

Haus Stadt 110

Auch dieses Haus bestand nur aus einer Stube, einer Küche und einem Boden. Es gehörte zum Zuckschwerthaus, fehlte aber im Grundbuch. Dennoch sind die Eigentumsverhältnisse bekannt. 1868 kaufte es der Stadterweiterungsfonds und ließ es abtragen.


1871-1945

Nachdem die Schottenbastei mit den Basteihäusern abgetragen worden war, entstand hier ein Haus, dessen Grundfläche dem heutigem entspricht. Laut Häuserkataster von 1885 gehörte es dem Bankier Ignaz Ephrussi. 1921 kam es in den Besitz der Allgemeinen Depositenbank. Am 5. Jänner 1938 ging es in das Eigentum des "Creditinstituts für öffentliche Unternehmungen" über, die 1948 in "Hypotheken- und Creditinstitut A.G." umbenannt wurde.

Kriegsschäden

Zwei Bombentreffer, die das Haus am 15. Jänner beziehungsweise 15. Februar 1945 erlitt, beschädigten es schwer. Im Zuge der Kampfhandlungen brannte es am 10./11. April 1945 vollkommen aus. Da die Ruine im Winter 1945/1946 durch Stürme noch instabiler wurde, entschloss man sich, sie im Februar 1946 zu sprengen.


Neubau 1950/1951

Anstelle des alten Gebäudes wurde ein siebengeschoßiger Neubau nach Plänen von Heinrich Schmid und Hermann Aichinger errichtet, der 1951 bezogen werden konnte.


Literatur

Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 1. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 19-22 (Basteihäuser) und 45 f. (Schottenbastei 2)