Schneider

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Wiener Handwerksordnungsbuch, angelegt 1450, Beginn der Einträge zu den Schneidern (1368)
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Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildunterschrift  Wiener Handwerksordnungsbuch, angelegt 1450, Beginn der Einträge zu den Schneidern (1368)
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Die Herausbildung des Schneiderhandwerks im 12. Jahrhundert steht im Zusammenhang mit dem Aufkommen differenzierterer Formen von Kleidung im Hochmittelalter; ab dem 14. Jahrhundert ist das Handwerk in Zünften organisiert. 1340 erhielt die Schneiderzunft in Wien einen Zechbrief, in welchem acht Zunftmeister zur Handhabung der Zunftordnung festgestellt und die Feiertage, an denen nicht gearbeitet werden durfte, festgelegt wurden. Wenn ein Geselle seinen Meister außer diesen Zeiten verließ, durfte er von keinem anderen Meistern aufgenommen werden. Starb ein Genosse der Zunft, dann musste die diese die Leiche begleiten und als Leidträger mit einem Trauerzeichnen versehen sein.

Wiederholt sind - auch abseits der Zunftbildung selbst - Abgrenzungsversuche der Schneider von verwandten Gewerben zu beobachten, so beispielsweise 1664 gegen die Gewandschneider, die keine bestellte Arbeit nach Maß, sondern spezifizierte Kleidersorten auf Lager herstellten (siehe Gewandkeller), oder gegen die Pfaidler (Hemdenmacher), die 1698 mittels einer Bestimmung vorübergehend auf die Herstellung von Leinenerzeugnisse ohne Fütterung beschränkt wurden.

Wo sich das Zunfthaus ursprünglich befand, ist unklar. 1515 lag das Haus in der Kleeblattgasse Nummer 9, identisch mit Kurrentgasse Nummer 10. 1548 kaufte die Zunft das Haus Stadt 347.


Quellen

Literatur

  • Jakob Ebner: Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin / Boston: de Gruyter 2015, S. 659 f.
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 2. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 420
  • Gerlinde Sanford: Wörterbuch von Berufsbezeichnungen aus dem siebzehnten Jahrhundert. Gesammelt aus den Wiener Totenprotokollen der Jahre 1648-1668 und einigen weiteren Quellen. Bern / Frankfurt am Main: Lang 1975 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 1: Deutsche Sprache und Literatur, 136), S. 118