Schabenrüsselhaus

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"Vor vielen Jahren stand unweit dieser Stelle das Haus zum Schab den Rüssel benannt nach einer Alt-Wiener Sage"
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1412
Jahr bis 1900
Andere Bezeichnung Zum Schabenrüssel, hospizium Schabenruessl
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Michel Schabenrüssel
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  27.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname SchabdenRüssel.jpg
Bildunterschrift  "Vor vielen Jahren stand unweit dieser Stelle das Haus zum Schab den Rüssel benannt nach einer Alt-Wiener Sage"
Bildquelle Christian Michlits
Bildrechte
BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtRabensteig8
Innere StadtFranz-Josefs-Kai27
Innere StadtRotenturmstraße29

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt482
Stadt481
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Schabenrüsselhaus (1, Rabensteig 8, Franz-Josefs-Kai 27; Konskriptionsnummer 482).

Aus einem 1474 angekauften Haus (Konskriptionsnummer 482), das erstmals im Jahr 1412 urkundlich erwähnt wird, und zwei weiteren (1486 und 1493) erworbenen und zu einem Neubau vereinten Häusern schuf sich Hans Düring einen Besitzkomplex, der 1536 durch Kauf an den Salzhändler Michel Schabenrüssel kam (das benachbarte Haus Stadt 481 [1, Rotenturmstraße 29], ehemals ein landesfürstlicher Schüttkasten, hatte er schon 1534 erworben). Der Besitz dieser Gebäude war mit der Befugnis zum Salzhandel verbunden (Salzamt, Salzer, Salzwesen). Dieses Gewerbe übte Schabenrüssel (der ab 1513 in Wien nachgewiesen werden kann) ab 1524 aus. 1564 wurde der gesamte Besitzkomplex an den Bürgermeister Matthias Brunnhofer (Mathes Prunnhofer) veräußert. Dieser ließ die Häuser Stadt 482 und 483 abtragen und ein Doppelhaus errichten.

Im Haus war auch die Gastwirtschaft "Zum Schabenrüssel" untergebracht. Der Name Schabenrüssel (zum Hausschild geworden) erinnerte bis zur Demolierung um 1900 an den einstigen Besitzer. Wie auch andere seltsame alte Familiennamen (Küssenpfennig, Stoßanhimmel) reizte auch Schabenrüssel im 19. Jahrhundert zur Erfindung einer romantischen Geschichte um einen Bettler, der durch Schaben seines Mundes mit einem zauberischen Reibeisen Goldstücke gewann; bei dieser Gelegenheit wurde auch das alte Hausschild in "Schab den Rüssel" umgedeutet.

Rabensteig 8.

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

  • Salzhandel
  • Gastwirtschaft "Zum Schabenrüssel"

Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur, Wien ²1951 ff. (Manuskript im WStLA), S. 617 ff.
  • Peter Csendes: Die Wiener Salzhändler im 15. und 16. Jahrhundert. In: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 27 (1971), S. 1 ff., besonders S. 18 ff.
  • Richard Perger [Hg.]: Wolfgang Kirchhofer - Erinnerungen eines Wiener Bürgermeisters 1519-1522. 1984, S. 103, Anmerkung 384
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 617-621