SS

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Art der Organisation Sonstiges
Datum von 1925
Datum bis 1945
Benannt nach
Prominente Personen Ernst Kaltenbrunner
Quelle
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BezirkStraßeHausnummer
1Parkring8

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

SS (Abkürzung für Schutzstaffel), ursprünglich eine Unterorganisation der Sturmabteilung, 1925 zum persönlichen Schutz Adolf Hitlers gegründet. Nach der Entmachtung der Sturmabteilung]] 1934 erhielt sie den Status einer selbständigen Organisation, deren Führer Heinrich Himmler als „Reichsführer SS" Hitler direkt und ausschließlich verantwortlich war; 1936 wurde ihm die gesammte deutsche Polizei unterstellt („Reichsführer Schutzstaffel und Chef der Deutschen Polizei"). Damit wurde die SS zur mächtigsten und gefürchtetsten Terrororganisation der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Zu ihrer weitverzweigten Organisationsstruktur zählten die Verwaltung und Bewachung der Konzentrations- und Vernichtungslager („SS-Totenkopfverbände"), eigene kämpfende Truppen („Waffen-SS"), eigene Forschungsinstitute, wie bspielsweise das „Ahnenerbe", sowie ein eigener Geheimdienst, der SD („Sicherheitsdienst der SS"). Am 27. September 1939 wurde die staatliche Sicherheitspolizei mit dem von der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei finanzierten Sicherheitsdienst im Reichsicherheitshauptamt zusammengefaßt. Die enge Verknüpfung von Parteiorganisation und staatlicher Polizei kam in der Funktion des „Inspekteurs der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienst" zum Ausdruck, dessen Sitz sich 4, Theresianumgasse 16-18, befand.

Die SS stellte während des Zweiten Weltkriegs sowohl militärische Divisionen für den Fronteinsatz als auch Führer und Mannschaften für die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienst. Sie war das ausführende Organ für den von den Nationalsozialisten begangenen Völkermord. Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienst sowie Einheiten der Waffen-SS waren maßgeblich an der Ermordung (beispielsweise Massenerschießung) beziehungsweise an den Deportationen der europäischen Juden in die von der SS errichteten Vernichtungslager beteiligt.

In Wien war Adolf Eichmann in seiner Eigenschaft als Referent für jüdische Angelegenheiten beim SD der SS maßgeblich an der Vertreibung und Deportation der österreichen Juden beteiligt. Er errichtete die „Zentralstelle für jüdische Auswanderung" (4, Prinz-Eugen-Straße 14), die beispielgebend für gleiche Einrichtungen in Berlin, Prag und so weiter wirkte. Zweck dieser Institution war die möglichst rationelle Enteignung der zur Flucht getriebenen österreichen Juden. Im Zuge der „Endlösung der Judenfrage" führte die „Zentralstelle für jüdischen Auswanderimg" die Deportationen der österreichischen Juden in die Vernichtungslager durch. Die höchste Führungs- und Leitungsinstanz der SS in Österreich, der „SS-Oberabschnitt Donau", befand sich 1, Parkring 8. Führer war der 1946 in Nürnberg hingerichtete Ernst Kaltenbrunner. Im Nürnberger Prozeß wurde die gesammte SS zur Verbrecher-Organisation erklärt.

Literatur

  • Emmerieh Talos, Ernst Hanisch, Wolfgang Neugebauer [Hg.]: NS-Herrschaft in Österreich 1938-1945. 1988
  • Christiane Rothländer: Die Anfänge der Wiener SS. Wien-Köln-Weimar 2012.
  • Hans Safrian: Die Eichmann-Männer. Wien-Zürich 1993