Ruprechtsplatz 2

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1288
Jahr bis 1945
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Praghaus
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  27.01.2017 durch DYN\krabina
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt46218211862
Stadt50217951821
Stadt49617951821
Stadt134117701795
Stadt47317701795
Stadt46818211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

ehemalige Adresse 1, Ruprechtsplatz 2 (Konskriptionsnummern 468 und 462), Kohlmessergasse 7, Ruprechtsstiege 2, Morzinplatz 6.

Der Platz, an dem bis 1945 das Haus Ruprechtsplatz stand, ist heute unverbaut. Das Grundstück nimmt die ganze östliche Seite der Ruprechtsstiege ein und reicht vom Ruprechtsplatz bis in die ehemalige Kohlmessergasse, die, nachdem die ganze Häuserzeile im Jahr 1945 Bomben zum Opfer fiel, nicht mehr wiederhergestellt wurde. Ursprünglich standen hier zwei Häuser:

Haus Stadt 462

Dieses Haus war das ehemalige Pfarrhaus zu St. Ruprecht (Ruprechtskirche). Es befand sich zwischen dem Haus Stadt 468 (siehe unten) und der Ruprechtskirche, mit deren Norwand es verbunden war. Es war zwei Stockwerke hoch und hatte nur wenige Räume. Das Pfarrhaus wird erstmals im Jahr 1533 erwähnt, als die Franziskaner hier einzogen, nachdem deren Kloster St. Theobald auf der Laimgrube (siehe Theobaldkirche) von den Osmanen zerstört worden war (Erste Türkenbelagerung [1529]). Als die Franziskaner 1545 in das Nikolaikloster in der Singerstraße übersiedelten, kam das Haus in Privathände. 1814 erwarb es der damalige Kirchenrektor der Ruprechtskirche. Nach zweimaliger Vererbung kaufte es das Stift Seitenstetten im Jahr 1833. Im darauf folgenden Jahr erstand es der Arzt Johannes Haidmann, der bereits 1832 das benachbarte Praghaus in seinen Besitz gebracht hatte. Gleichzeitig erwarb er auch den unverbauten Grund am alten Ruprechtssteig. Noch 1834 ließ er das Gebäude abtragen.

Haus Stadt 468

Dieses Haus gehörte zum Praghaus, das 1288 erstmals urkundlich erwähnt wird, und lag an der Kohlmessergasse. Ein Kaufvertrag aus dem Jahr 1432 belegt, dass es sich eine Zeit lang in Privatbesitz befunden haben muss. Als Kaiser Friedrich III. der Stadt Wien 1479 erlaubte, eine Salzkammer zu errichten, scheint es wieder in öffentliche Hand gekommen zu sein. In den folgenden Jahrhunderten war hier das Salzamt untergebracht. 1832 erwarb der Arzt Johannes Haidmann das gesamte Praghaus und ließ es 1834 abbrechen.

Neubau 1834

Nach dem Abbruch der alten Gebäude ließ Haidmann auf deren Grunde ein Zinshaus mit 18 Wohnungen errichten, das bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts im Besitz seiner Familie (zehn Kinder und deren Erben) blieb.

Neubau 1911

Im Jahr 1911 wurde das Haus wieder durch einen Neubau ersetzt, von dem ein Teil 1941 vom Roten Kreuz erworben wurde. Der Rest des Hauses wurde 1942 beziehungsweise 1944 vom Deutschen Reich eingezogen. Am 12. März 1945 erlitt das Haus zwei Bombentreffer. Außerdem schlug eine Bombe unmittelbar vor dem Gebäude ein. Drei Tage später brach ein Brand aus und das Gebäude brannte bis auf die nackten Mauern nieder. Die Ruprechtsstiege, die sich zwischem diesem Gebäude und dem Haus Ruprechtsstiege 1 befand, war mehr als ein Jahr lang unpassierbar, da der untere Teil durch Trümmer der beiden Häuser verschüttet war. Das Haus Ruprechtsplatz 2 wurde nicht mehr aufgebaut und dessen Grundstück ist bis heute unverbaut geblieben.

Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 595-597