Rudolf Weyr

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Rudolf Weyr (1847-1914)
Personenname Weyr, Rudolf
Abweichende Namensform Weyr, Rudolf von
Titel Ritter
Geschlecht männlich
GND 130179353
Geburtsdatum 22.03.1847
Geburtsort Wien
Sterbedatum 30.10.1914
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 01.11.1914
Friedhof Friedhof Döbling
Grabstelle Gruppe 9, Nr. 5
Ehrengrab
Beruf Bildhauer
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Weyrgasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  3.08.2015 durch WIEN1\lanm09mur
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Bildname Rudolf Weyr.jpg
Bildunterschrift  Rudolf Weyr (1847-1914)
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, d 55052: Künstler-Album, hrsg. von Adolf Eckstein. Wien: 1882 - 1890 . Bd.: 2, 1890 . o.S.
Bildrechte

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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Silberne Staatsmedaille1891
Reichelpreis der Akademie1870
Carl-Ludwig-Medaille
Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste1888
Ehrenmitglied des Künstlerhauses1911
Orden der Eisernen Krone dritter Klasse1889
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
3Landstraßer Hauptstraße74
NameVerwandtschaftsgrad
Marie WeyrGattin
Friedrich UhlSchwiegervater
Frida Strindberg-UhlSchwägerin

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Weyr Rudolf (1889 Ritter von), * 22. März 1847 Wien, † 30. Oktober 1914 Wien 3, Landstraßer Hauptstraße 74 (langjährige Wohnung; Döblinger Friedhof), Bildhauer, Gattin (1882) Maria Uhl (* 8. September 1864; Tochter von Friedrich Uhl).

Studierte 1864-1872 an der Akademie der bildenden Künste (Schüler von Franz Bauer), besuchte zwei Jahre das Polytechnikum und arbeitete gleichzeitig im Atelier von Josef Cesar, der die Aufmerksamkeit von Gottfried Semper und Carl von Hasenauer auf Weyr lenkte. Die beiden Architekten übertrugen ihm die Ausführung der großen Bogenzwickelfiguren über den Arkaden der Mittelrisalite des Kunsthistorischen Museums sowie der Hochreliefs mit den Personifikationen der wichtigsten europäischen Kunstzentren in den Bogenzwickeln über den Fenstern.

Seinen Ruf begründete Weyr mit einer Simson- und Delila-Gruppe, für die er 1870 den Reichelpreis der Akademie erhielt. 1873 errang er den ersten Preis bei einem Wettbewerb um einen Medaillenentwurf für die Wiener Weltausstellung. Für das Grillparzerdenkmal (an dessen Wettbewerb er sich beteiligt hatte) schuf er Reliefs. In den nächsten Jahren wurde Weyr an den Ringstraßenbauten intensiv beschäftigt. Er verfertigte ein Standbild Karls VI. für das Kunsthistorische Museum (Fassade zum Maria-Theresien-Platz), übernahm die Ausschmückung der Kuppel des Naturhistorischen Museums, schuf zwei Marmorreliefs (Wohlstand, Industrie) für die Universität, zwei Gruppen (Justitia, Medizin), einen Bacchusfries (für den er die Carl-Ludwig-Medaille erhielt), Fensterzwickelgruppen (berühmte Liebespaare) und den bildhauerischen Schmuck des Plafonds im Zuschauerraum umd Proszenium des Burgtheaters, zwei Bronzetürreliefs (Szenen aus der "Stock-im-Eisen"-Sage) am Equitablepalais (1890/1891), vor allem aber den Monumentalbrunnen "Macht zur See" an der Fassade des Michaelertrakts der Hofburg (1895); außerdem stammen von Weyr die beiden Bronzelöwen auf den Mauerpfeilern der Nußdorfer Sperrbrücke (1894-1998), die Giebelgruppe der Hermesvilla (Flora und Diana), das Mauthnerdenkmal (1899), das Canondenkmal (1905), das Relief Karls des Großen an der Peterskirche (1906), das Brahmsdenkmal (1908), das Wesselydenkmal (1908), sowie Grabdenkmäler auf dem Zentralfriedhof (darunter jenes für die Opfer des Ringtheaterbrands [1882] sowie unter anderem für Josef Weinlechner [1909] und Karl von Lützow).

Weyr war neben Viktor Tilgner der maßgebende Vertreter der Bildhauerei der Makartzeit. Sein Staatsatelier befand sich hinter der Rotunde.

Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste (1888), Professor an der Technischen Hochschule (ab 1889), Mitglied des Künstlerhauses ab 1872 (1898-1900 und 1911/1912 Vorstand, 1911 Ehrenmitglied); Orden der Eisernen Krone dritter Klasse (1889; für das Grillparzerdenkmal); Silberne Staatsmedaille (1891).

Weyrgasse.

Literatur

  • Ludwig Eisenberg: Das geistige Wien. Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Mittheilungen über Wiener Architekten, Bildhauer, Bühnenkünstler, Graphiker, Journalisten, Maler, Musiker und Schriftsteller. Band 2/1, Wien: Daberkow 1892 ff.
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon [der Ersten und Zweiten Republik]. Wien: Ueberreuter 1992
  • Ulrich Thieme / Felix Becker [Hg.]: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bände. Leipzig: Engelmann 1907-1950
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. 60 Bände. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856-1891. Register 1923
  • Geschichte der Stadt Wien. Hg. vom Altertumsverein zu Wien. Wien: Holzhausen 1897-1918, Nummer 7/1, S. 219 f., 224, 227
  • Walter Wagner: Geschichte der Akademie der bildenden Künste in Wien. Wien: Rosenbaum 1967 (Veröffentlichungen der Akademie der Bildenden Künste in Wien, N.F. 1), S. 445
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), Register
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Wien: Gerlach & Wiedling 1905. Band 1, 1905, S. 327
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Wien: Gerlach & Wiedling 1906. Band 2, 1906, Register
  • Hermann Clemens Kosel: Deutsch-österreichisches Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Band 1: Biographien der Wiener Künstler und Schriftsteller. Wien: Verlag der Gesellschaft für Graphische Industrie 1902, S. 159 f.
  • Gerhardt Kapner: Freiplastik in Wien. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1970, S. 340, 343, 364, 402, 466
  • Döbling. Eine Heimatkunde des 19. Wiener Bezirkes in drei Bänden. Hg. von Döblinger Lehrern. Wien: Selbstverlag der Arbeitsgemeinschaft "Heimatkunde Döbling" 1922, S. 417
  • Sylvia Mattl-Wurm [Red.]: Interieurs. Wiener Künstlerwohnungen 1830-1930. Wien: Eigenverlag 1990 (Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 138), S. 178

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