Rudolf Angerfelder

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Personenname Angerfelder, Rudolf
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 1365
Geburtsort Großmugl
Sterbedatum 1419
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Kaufmann, Bürgermeister
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  16.04.2015 durch DYN\elwu
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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
WohnadresseBauernmarkt5
WohnadresseRotenturmstraße4

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Angerfelder Rudolf, * um 1365 Großmugl, Bezirk Korneuburg, Niederösterreich, † 1419 (nach 25. August) Wien, Kaufmann, Bürgermeister, erste Gattin Anna (Witwe nach Michael Fink; † 1393), zweite Gattin Agnes Geukramer (urkundlich genannt 1400-1423; nachmals vermählt mit Leupold Weiler).

Seit 1392 in Wien nachweisbar. Die Familie Angerfelder ist zwischen 1380 und 1470 mit verschiedenen Mitgliedern in Wien nachweisbar; unter ihnen erlangte Rudolf Angerfelder die größte Bedeutung. 1392 noch Diener des Michael Fink, war er seit 1396 in städtischen Funktionen tätig: Ratsherr (zwischen 1396 und 1408 mehrfach); Grundbuchsverweser (1395/1396); Münzmeister (1413-1419); Bürgermeister 1405/1406 (genau 23. November 1405 bis 10. September 1406) und 1411-1419, der letzte aus dem Kreis der Erbbürger. Angerfelder wurde mehrmals Opfer seiner politischen Tätigkeit: 1399 wurde er von dem mit der Stadt Wien in Fehde liegenden böhmischen Raubritter Pott von Skall gefangengesetzt, 1408 beim Gablitzer Überfall vom Parteigänger Leopolds IV., Hans Laun von Grünau, und schließlich als Anhänger der "Albertiner", in die Verhaftung Konrad Vorlaufs verwickelt, von Herzog Leopold gefangengesetzt. Nach dem Regierungsantritt Albrechts V. erlangte er wieder Einfluß und wurde 1411 zum Bürgermeister gewählt (genau ab 8. Juni). Als letzter Vertreter der Erbbürger konnte er diesen Posten bis 1419 behaupten; gleichzeitig war er 1413-1419 Münzmeister. In seine Amtszeit als Bürgermeister fällt die Bestätigung der Stadtrechte durch Albrecht V. am 25. Juli 1412.

Angerfelder besaß Häuser in der Münzerstraße (Bauernmarkt) und am Lichtensteg, einen Hof samt Äckern, Wiesen, Gärten und Weingärten in der Vorstadt Wieden (Areal der späteren Favorita, heute Theresianum), einen Weingarten im Kaswassergraben sowie eine Wechselbank auf der Brandstatt gegenüber dem Stephansfreithof; seine Gattin Anna hinterließ ihm einen Hof samt Weingarten in Grinzing. Angerfelder wohnte 1391-1393 Bauernmarkt 5, 1398-1419 Rotenturmstraße 4.

Sein Wappen trägt Schild und Flug, die zweimal gespalten und geteilt sind.

Literatur

  • Felix Czeike: Wien und seine Bürgermeister. Sieben Jahrhunderte Wiener Stadtgeschichte. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1974, S. 103 f.
  • Handbuch der Stadt Wien. Band 97 (1982/83). Wien: Verlag für Jugend und Volk 1982, S. II/229
  • Ernst Hartmann-Franzenshuld: Geschlechterbuch der Wiener Erbbürger. Ratsverwandten und Wappengenossen. Wien: Faesy 1882, S. 29 ff.
  • Karl Krejci: Angerfelder-Schaumburgerhof-Favorita. In: Wiener Geschichtsblätter. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 36 (1981), S. 88 f.
  • Richard Perger: Die Wiener Ratsbürger 1396 – 1526. Wien: Deuticke 1988 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 18), S. 164
  • Leopold Sailer: Die Wiener Ratsbürger des 14. Jahrhunderts. Wien: Deutscher Verlag für Jugend und Volk 1931 (Studien aus dem Archiv der Stadt Wien, 3/4), S. 202 f.