Rotunde

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Die Rotunde im Jahr der Weltausstellung 1873
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1873
Jahr bis 1937
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt John Scott Russell
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname Rotunde.jpg
Bildunterschrift  Die Rotunde im Jahr der Weltausstellung 1873
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, d 221095: Ansichten von Wien und der Weltausstellung 1873 . - [Wien] : [O. Kramer] , 1873, o. S.
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
2Rotundenplatz

frühere Adressierung

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Rotunde im Generalstadtplan 1904

Die Rotunde im 2. Bezirk, im Prater, war das zentrale Gebäude der Wiener Weltausstellung von 1873. Einschließlich der großen und der kleinen Laterne war sie 84 Meter hoch (Durchmesser 108 Meter), an der Stelle einer aufgelassenen Fasanerie nach einem Entwurf des Schotten John Scott Russell (1808-1882) von der Duisburger Firma Harkort erbaut. Anschließend stand der 960 Meter lange und 205 Meter breite Industriepalast. Den figuralen Schmuck des Haupttors schuf Vincenz Pilz (nach Entwürfen von Ferdinand Laufberger).

Nach der Weltausstellung (1. Mai bis 2. November 1873), deren bauliche Gestaltung Carl von Hasenauer übertragen war, fanden in der Rotunde (da infolge des Defizits, mit dem die Weltausstellung schloss, das Geld zur projektierten Abtragung fehlte) auch weiterhin Ausstellungen statt: 1883 die "Elektrische Ausstelllung", 1892 die Internationale Musik- und Theaterausstellung, 1898 die Kaiserjubiläumsgewerbeausstellung. Unter den sonstigen Veranstaltungen in der Rotunde sind zu nennen: das Auftreten des Seiltänzers Blondin, des "Helden des Niagara" (1879), die Premiere des berühmt gewordenen "Fiakerlieds" von Gustav Pick, gesungen von Alexander Girardi (1885), ein grandioses Frühlingsfest der Fürstin Pauline Metternich zugunsten der Rettungsgesellschaft (1887); der berühmteste Zirkus der Welt, Barnum und Bailey, trat 1900 in der Rotunde auf.

An späteren Ausstellungen sind noch die Jagdausstellung und (als letzte vor dem Ersten Weltkrieg) die Adriaausstellung (1913) zu nennen. In der Rotunde wohnte und starb der österreichische Afrikaforscher Emil Holub († 11. Mai 1902). Nach dem Ersten Weltkrieg stand die Rotunde der Wiener Internationalen Messe zur Verfügung (für diese Zwecke adaptiert 1921 durch Cesar Poppovits und Robert Oerley). Am 17. September 1937 wurde sie durch einen Großbrand (nach Messeschluss) völlig zerstört.

An ihrer Stelle stand dann der portalartige Haupteingang des Messegeländes (Südportal); heute befindet sich hier ein Teil des 2009 bis 2013 errichteten "Campus WU", einer Ansammlung von Gebäuden der Wirtschaftsuniversität. Der hier bei der Kreuzung der Kaiserallee mit der Südportalstraße des Praters benannte Rotundenplatz erinnert an das einstige Bauwerk.

Briséfächer mit der Rotunde, 1873
Grundrissplan der Elektrischen Ausstellung (1883) in der Rotunde im Prater
Brand der Rotunde 1937. Skizze aus dem Bericht der Feuerwehr.
Brand der Rotunde 1937. Skizze über die Löscharbeiten aus dem Bericht der Feuerwehr.

Rotundenplatz


Literatur

  • Helmut Bouzek: Wien und seine Feuerwehr. Geschichte und Gegenwart. 1990, S. 709
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 4: Profane Topographie nach den 21 Bezirken (2.-21. Bezirk). Wien: Jugend & Volk 1958, S. 32
  • M. Hinträger: Die Rotunde im k. k. Prater in Wien. 1897
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Wien: Gerlach & Wiedling 1906. Band 2, 1906, S. 459 ff.
  • Harry Kühnel [Red.]: Das Zeitalter Kaiser Franz Josephs [Katalog zur Niederösterreichischen Landesausstellung in Grafenegg]. Band 2: 1880-1916, Glanz und Elend. Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung 1984, S. 153 f.
  • Die Leopoldstadt. Ein Heimatbuch. Wien: Lehrer-Arbeitsgemeinschaft 1937, S. 171, 332 ff.
  • Hans Pemmer: Abschied von der Rotunde. Glanz und Ende einer berühmten Ausstellungshalle. In: Wiener Schr. 29, S. 79 ff.
  • Hans Pemmer / Ninni Lackner: Der Prater einst und jetzt. Leipzig / Wien: Deutscher Verlag für Jugend und Volk 1935, Register
  • Hans Pemmer / Ninni Lackner: Der Prater. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien, München: Jugend & Volk 1974 (Wiener Heimatkunde), S. 128 ff. (Praterfeste), 174 ff. (Die Rotunde)
  • Ursula Storch: Das Pratermuseum. Katalog 1993, S. 57 f.
  • Technischer Führer durch Wien. Hg. vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein. Red. von Martin Paul. Wien: Gerlach & Wiedling 1910, S. 527 ff.
  • Robert Weissenberger: Wiener Nutzbauten des 19. Jahrhunderts als Beispiele zukunftsweisenden Bauens. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1977 (Wiener Schriften, 38), S. 146 f.
  • Emil Winkler: Technischer Führer durch Wien. Wien: Lehmann & Wentzel 1873, S. 98 ff.
  • Zeitschrift des Österreichischen Ingenieur-und Architekten-Vereins 25. Wien: Österreichische Staatsdruckerei 1873
  • o.V.: John Scott Russell. In: Wiener Weltaustellungs-Zeitung, 12. Februar 1873, S.2