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Rotenturmstraße 5-9

Aus Wien Geschichte Wiki
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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1399
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Zur silbernen Kugel, Zum silbernen Schiff
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Georg Lippert, Hannes Lintl
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  7.06.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
1Kramergasse4-8
1Rotenturmstraße5-9

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt63518211862
Stadt62317701795
Stadt63618211862
Stadt62417701795
Stadt67517951821
Stadt67617951821
Stadt67717951821
Stadt63418211862
Stadt62217701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Rotenturmstraße 5-9 (Konskriptionsnummern 634-636), Kramergasse 4-8.

Vorgängerbauten

Haus Stadt 634 / Rotenturmstraße 5, Kramergasse 4

1399 wird hier erstmals ein Haus erwähnt. Im Jahr 1429 kam es unter den Besitzern, die das Haus zusammen geerbt hatten, zum Streit. Dabei wurde dem Rat der Stadt Wien bekannt gegeben, dass das Erdreich unter dem Gewölbe der Einfahrt eingesunken sei und um eine Beschau des Schadens gebeten. Weiters sollte entschieden werden, welcher Besitzer nun für den Schaden aufzukommen habe. Am 1. Juli 1429 entschied der Rat der Stadt Wien, dass die Behebung des Schaden zu gleichen Teilen auf die Besitzer aufzuteilen wäre, da alle die Einfahrt benutzten. Außerdem wurde die Vermauerung der Schwibbogen befohlen.

1507 erwarb der Münzmeister Hans Schwarz das Haus. Er wurde jedoch beim Wiener Neustädter Blutgericht verurteilt und 11. August 1522 hingerichtet. Sein Vermögen und das Haus wurden konfisziert, aber im Jahr 1524 "durch fürstliche Gnade" seiner Witwe zurückgegeben.

Als man das Haus gemeinsam mit dem Haus Kramergasse 6 (siehe Haus Stadt 635) neu erbaute, stieß man im Herbst 1895 beim Ausheben eines Kanals in der Kramergasse in eineinhalb Metern Tiefe auf die Reste einer römischen Mauer. Darauf war eine jüngere Mauer aufgebaut, die aus großen Bruchsteinen und sehr hartem Mörtel aus Weißkalk und Flusskies hergestellt war. Sie war über einen Meter breit und wurde auf einer Länge von vier Metern freigelegt. Ganz in der Nähe war man schon im Sommer 1835 auf die Reste des Stadtgrabens gestoßen, dessen Sohle mit Resten der Mauer gefüllt war, die im Zuge der Stadterweiterung im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts abgetragen worden war.

Im Sommer 1940 wurde das Haus verkauft, 1949 jedoch ein Rückstellungsverfahren eingeleitet.

Haus Stadt 635 / Rotenturmstraße 7, Kramergasse 6 "Zur silbernen Kugel"

Dieses Haus trug den Namen "Zur silbernen Kugel", wurde im Jahr 1829 aber in einem Verzeichnis als "Zur goldenen Kugel" geführt. Es wird erstmals im Jahr 1434 urkundlich erwähnt. 1894 wurde das Gebäude neu erbaut.

Haus Stadt 636 / Rotenturmstraße 9, Kramergasse 8 "Zum silbernen Schiff"

Hier wird erstmals im Jahr 1442 ein Haus erwähnt. Dieses trug den Namen "Zum silbernen Schiff". Um 1520 entstand in diesem Haus die erste Stehbierhalle. Das Gebäude, das im Häuserkataster von 1875 fehlt, wurde abgetragen und 1894 neu erbaut.

April 1945

Am 8. April 1945 schlugen Brandbomben in der Kramergasse ein, die schwere Brände verursachten, welche auf alle drei Häuser übergriffen. Außerdem griff der Brand, der den Thonethof vernichtete, auf die Gebäude Rotenturmstraße 5 und 7 über. Da sie unter andauerndem Beschuss standen, konnten keine Löscharbeiten durchgeführt werden und die drei Gebäude brannten vollkommen aus. Kurz zuvor erlitt das Haus Rotenturmstraße 9 einen Bombentreffer, der es beschädigte.

Neubau 1958

Wegen der schweren Kriegsschäden mussten nach dem Zweiten Weltkrieg alle drei Gebäude abgetragen werden. Im Jahr 1958 wurde an deren Stelle das heutige Haus Rotenturmstraße 5-9 nach Plänen von Georg Lippert und Hannes Lintl errichtet.

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

Haus Stadt 636:

Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 669-674