Riesenrad

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Das Riesenrad nach dem Zweiten Weltkrieg mit fehlenden Kabinen
Art des Bauwerks Sonstiges
Jahr von 1897
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname Riesenrad.jpg
Bildunterschrift  Das Riesenrad nach dem Zweiten Weltkrieg mit fehlenden Kabinen
Bildquelle WStLA, Fotos des Presse- und Informationsdienstes, FC1: 4776/27
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
2Volksprater

frühere Adressierung

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Riesenrad. ("Venedig in Wien"-Areal) Ausschnitt aus dem Generalstadtplan 1912.

Das Riesenrad (2, Volksprater) befindet sich auf dem ehemaligen "Venedig in Wien"-Areal, heute Riesenradplatz, und ist eine der bekanntesten Attraktionen des Wiener Praters. Auftraggeber für den Bau war der englische Ingenieur Walter Basset Basset (1864-1907), ausführender Chefkonstrukteur war Hubert Cecil Booth von der englischen Firma Maudslay, Sons and Field. Diese Firma war auf Dampfmaschinen spezialisiert und belieferte auch die österreichische Marine.

Plan zum Riesenrad aus 1896

Das Riesenrad war exakt 64,75 Meter hoch. Der Bauabschluss erfolgte am 21. Juni 1897 nach acht Monaten Bauzeit. Die erste Fahrt wurde am 25. Juni und die feierliche Eröffnung am 3. Juli 1897 durchgeführt. Die Achse des Riesenrads liegt in Ost-West-Richtung, das Rad demnach in Nord-Süd-Richtung. Zu Füßen des Riesenrads befand sich damals das Ausstellungsgelände "Venedig in Wien", an der Stelle des Riesenrads stand zuvor der Turm von Murano. Später gesellte sich eine weitläufige Hochschaubahn zum Riesenrad.

Im Zuge des Ersten Weltkriegs enteignete man den britischen Eigentümer. 1916 sollte das Riesenrad aufgrund einer gerichtlichen Abbruchgenehmigung abgerissen werden. Aus Geldmangel setzte man den Plan jedoch nie in die Tat um. 1919 erwarb der jüdische Geschäftsmann Eduard Steiner das Riesenrad und verpachtete es in weiterer Folge. 1938 arisierten die Nationalsozialisten das Riesenrad sowie das gesamte Eigentum von Eduard Steiner. Am 17. August 1942 erfolgte seine Deportation nach Theresienstadt, später weiter ins KZ Auschwitz und schließlich ins Vernichtungslager Birkenau, wo er und seine Frau am 18. Juni 1944 ermordet wurden. 1953 konnte das Riesenrad an seine drei Töchter restituiert werden.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs beschädigte 1944 ein Bombentreffer das Riesenrad schwer. Von den 30 Waggons, die dabei allesamt ausbrannten, ersetzte man nach dem Krieg aus Kostengründen nur jeden zweiten. Am 25. Mai 1947 nahm das Riesenrad seinen Betrieb wieder auf.

Das Wiener Ernst-Happel-Stadion war Hauptaustragungsort der EURO 2008. Als Logo des Standorts hielt das Riesenrad her.

Das Riesenrad dient zu besonderen Anlässen als Installationsfläche für Veranstaltungen, etwa im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2008, als das Riesenrad mit einem 42 Meter großen Bild eines achtarmigen Petr Čech dekoriert wurde (die Arme konnten bis auf 63 Meter reichen). Der „Impossible Goalkeeper“ wurde von Rapid-Torhüter Helge Payer und Bernd Wahler enthüllt. Auch eine Lichtershow fand statt. Die Installation gewann den „Golden Drum Grand Prix for Design and Art“.

In der Weihnachtszeit ist das Riesenrad festlich geschmückt. Das Rad war und ist Sujet für grafische Darstellungen von der Briefmarke bis zum Plakat und für Wien-Souvenirs. Es trägt zur Unverwechselbarkeit der Silhouette Wiens bei. Das Riesenrad steht bis heute in privatem Eigentum. 2016 wurden die 15 Waggons durch originalgetreue Nachbauten mit moderner Technik ersetzt.[1]

Quellen

Literatur

  • Friedrich Beck: Das Wiener Riesenrad. Fernsicht und Beschreibung. 1937
  • Ursula Storch: Das Pratermuseum. 62 Stichwörter zur Geschichte des Praters. Wien 1993.
  • Die Leopoldstadt. Ein Heimatbuch. Wien: Lehrer-Arbeitsgemeinschaft 1937, S. 332
  • Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer. Band 3/1: Wien. 1.-12. Bezirk. Salzburg: Residenz-Verlag 1990, S. 94 f.
  • Briefmarkenabhandlung der Postdirektion anlässlich des Erscheinens von österreichischen Briefmarken. 1966
  • Hans Pemmer / Ninni Lackner: Der Prater einst und jetzt. Leipzig / Wien: Deutscher Verlag für Jugend und Volk 1935, Register
  • Robert Weissenberger: Wiener Nutzbauten des 19. Jahrhunderts als Beispiele zukunftsweisenden Bauens. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1977 (Wiener Schriften, 38), Register
  • Hans Pemmer: 60 Jahre Riesenrad. In: Amtsblatt der Stadt Wien. Wien: Stadt Wien - Presse- und Informationsdienst, 03.07.1957
  • Hans Pemmer: Aus dem Leben eines Riesenrads. In: Stadt Wien, 01.07.1967
  • Friedrich Pernkopf, Helmut Leiter: Rund um das Riesenrad. 1966
  • Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer. Band 3/1: Wien. 1.-12. Bezirk. Salzburg: Residenz-Verlag 1990, S. 94 f.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 4: Profane Topographie nach den 21 Bezirken (2.-21. Bezirk). Wien: Jugend & Volk 1958, S. 30
  • Waltraud Cecile Cordon: Das Riesenrad hat alle entzückt. 1997

Einzelnachweise

  1. Meldung des ORF vom 26. Februar 2016