Peter Altenberg

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Peter Altenberg im Café Central (1907).
Personenname Altenberg, Peter
Abweichende Namensform Engländer, Richard
Titel
Geschlecht männlich
GND 118502255
Geburtsdatum 09.03.1859
Geburtsort Wien
Sterbedatum 08.01.1919
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 11.01.1919
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle Gruppe 0, Reihe 1, Nummer 84
Ehrengrab ja
Beruf Schriftsteller
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus / Handschriftensammlung, Wien Museum
Verkehrsfläche Peter-Altenberg-Gasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  25.12.2017 durch DYN\rabus
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Bildname HMW 094716.jpg
Bildunterschrift  Peter Altenberg im Café Central (1907).
Bildquelle Wien Museum
Bildrechte

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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Geburtsadresse2Franzensbrückenstraße3
Sterbeadresse9Alser Straße4
Letzte Wohnadresse1Dorotheergasse3

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Peter Altenberg, * 9. März 1859 Wien, † 8. Jänner 1919 Wien), Schriftsteller.

Biographie

Sohn eines wohlhabenden jüdischen Kaufmanns, besuchte Peter Altenberg (eigentlich Richard Engländer), das Akademische Gymnasium in Wien und hörte danach juridische und medizinische Vorlesungen an der Universität (ohne Studienabschluss). In Stuttgart versuchte er vergeblich, den Buchhandel zu erlernen, kehrte bald darauf nach Wien zurück und wurde hier durch seine exzentrische Lebensführung und als ständiger Gast renommierter Kaffeehäuser (Central, Herrenhof) eine legendäre Figur.

Ab 1892 schrieb er seine Beobachtungen, Einfälle und Kritiken nieder, 1896 erschien sein erstes Buch "Wie ich es sehe". Mit der Schilderung des Alltagslebens und seinen Merkwürdigkeiten, seiner Fin-de-siècle-Stimmung und seinen Aufzeichnungen kultureller Begebenheiten zählt Altenberg zu den Hauptvertretern des literarischen Impressionismus in Wien.

Mit Adolf Loos gab er 1903/1904 die Zeitschrift "Die Kunst" heraus, arbeitete an der "Wiener Rundschau", am "Simplicissimus" und an der "Jugend" mit. Er bewohnte keine eigene Wohnung, sondern zog es vor, bei Bekannten oder in Hotels zu logieren. 1913 bis 1919 wohnte er im (neueröffneten) Grabenhotel im ersten Bezirk in der Dorotheergasse 3, Zimmer 51.

Berühmt wurden seine Bände:

  • "Mein Lebensabend" (1919)
  • "Vita ipsa" (1918)
  • "Nachfechsung" (1916)
  • "Fechsung" (1915)
  • "Semmering" (1912)
  • "Neues Altes" (1911)
  • "Bilderbögen des kleinen Lebens" (1909)
  • "Märchen des Lebens" (1908)
  • "Prodromos" (1906)
  • "Was der Tag mir zuträgt" (1901)

Seine Freunde Karl Kraus (1932) und Egon Friedell ehrten Altenberg nach seinem Tod durch die Herausgabe ausgewählter Werke, Alfred Polgar gab den "Nachlass" heraus (1925). Die Wiener Stadt- und Landesbibliothek besitzt Handschriften Altenbergs, das Historische Museum der Stadt Wien Erinnerungsgegenstände und Fotos. Eine lebensgroße bemalte Sitzfigur Altenbergs findet sich im wiedereröffneten Café Central.

Nach dem Schriftsteller wurde die Peter-Altenberg-Gasse im 19. Wiener Gemeindebezirk bekannt. An seiner Geburtsadresse im zweiten Wiener Gemeindebezirk wurde am 19. April 1969 eine Gedenktafel enthüllt. Das Grabkreuz auf dem Zentralfriedhof stammt von Adolf Loos.

Quellen

Literatur

  • Felix Czeike [Hg.]: Peter Ernst: Wiener Literaturgedenkstätten. Wien: J & V-Edition Wien-Verlag 1990
  • Sylvia Mattl-Wurm [Red.]: Interieurs. Wiener Künstlerwohnungen 1830−1930. Wien: Eigenverlag 1990 (Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 138) (Künstlerwohnung), S. 104 f.
  • Werner J. Schweiger: Peter Altenberg. Realien und Marginalien. In: Tino Erben [Red.]: Traum und Wirklichkeit. Wien 1870−1930. Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1985 (Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 93), S. 310 ff.
  • Milan Dubrovic: Veruntreute Geschichte. Die Wiener Salons und Literatencafés. Wien [u.a.]: Zsolnay 1985, Register
  • Gisela von Wysocki: Peter Altenberg. Bilder und Geschichten des befreiten Lebens. München / Wien [u.a.]: Hanser 1979
  • Peter Altenberg. Ausgewählte Werke. 2 Bände. München / Wien: Hanser 1979
  • Werner J. Schweiger [Hg.]: Das große Peter Altenberg-Buch. Wien [u.a.]: Zsolnay 1977
  • Harry Zohn: Österreichische Juden in der Literatur. Ein bio-bibliographisches Lexikon. Tel Aviv: Olamenu 1969
  • Adalbert Schmidt: Dichtung und Dichter Österreichs im 19. und 20. Jahrhundert. Band 2. Salzburg: Bergland-Buch 1964, S. 367
  • Hans Giebisch / Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Hollinek 1963
  • Hans Markl: Kennst du die berühmten letzten Ruhestätten auf den Wiener Friedhöfen? Band 1: Zentralfriedhof und Krematorium (Urnenhain). Wien: Pechan 1961, S. 18
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815−1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien / Graz: Böhlau 1954–lfd.
  • Hedwig Prohaska: Peter Altenberg. Versuch einer Monographie. Diss. Univ. Wien. Wien 1948
  • Währing. Ein Heimatbuch des 18. Wiener Gemeindebezirks. Wien: Selbstverlag Währinger Heimatkunde 1923−1925, S. 9
  • Egon Friedell [Hg.]: Das Altenbergbuch. Leipzig [u.a.]: Verlag der Wiener graphischen Werkstätte 1921
  • Karl Kraus: Peter Altenberg [Rede am Grabe Peter Altenbergs, 11. Januar 1919]. Wien: Lányi 1919

Links