Pereirapalais

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1., Weihburggasse 4; Rauhensteingasse 2, um 1940
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1298
Jahr bis
Andere Bezeichnung Palais Pereira-Arnstein
Frühere Bezeichnung Palais Colloredo-Mels
Benannt nach Ludwig Pereira-Arnstein
Einlagezahl
Architekt Ludwig Förster
Prominente Bewohner Heinrich von Pereira-Arnstein
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  6.11.2017 durch WIEN1\lanm08wei
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Bildname Weihburggasse4.jpg
Bildunterschrift  1., Weihburggasse 4; Rauhensteingasse 2, um 1940
Bildquelle WStLA, Fotosammlung Stadtplanung, Reiffenstein
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
1Weihburggasse4
1Rauhensteingasse2

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt93918211862
Stadt99717951821
Stadt95817701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Pereirapalais (1, Weihburggasse 4, Rauhensteingasse 2; Konskriptionsnummer 939).

Vorgängerbauten

Hier befand sich ab 1298 der erste Wiener Hof des Stiftes Göttweig. 1387 klagte Friedrich von Fürth, der Hofmeister den Nachbarn (Rauhensteingasse 4) des Wiener Stiftshofes, da die üblen Gerüche seiner Abortanlage bis in die Gemächer des Stiftshofes ziehen würden. Unter Abt Matthias von Znaim (1516-1532) war das Stift so sehr verschuldet, dass es seinen Wiener Hof verkaufen musste (erst 1608 konnte es erneut einen Wiener Hof erwerben; siehe Göttweiher Hof). Das hier besprochene Haus wurde 1651 vom Grafen Hans von Puchheim erworben. Ab 1655 gehörte es den Grafen Colloredo, die es 1797 umbauten und bis 1835 behielten. Zwischen 1812 und 1814 wurden Räume des Hauses der Börse zur Verfügung gestellt.


Pereirapalais

1841 wurde der Hof, in dem eine Zeitlang auch die Kanzleien des Handelshauses Arnstein & Pereira untergebracht waren, von Ludwig Freiherr von Pereira-Arnstein gekauft. An seiner Stelle entstand nach Plänen Ludwig Försters ein Neubau. Er umfasst eine Fläche von 1819 Quadratmetern. Im Hof befand sich ein Brunnen in maurischen Formen mit einer Rebekkastatue von Adam Rammelmayer.

Im Jahre 1876 erstand die Triestiner Versicherung Riunione Adriatica di Sicurtà (Adriatischer Versicherungsverein) das Gebäude um den (günstigen) Preis von 625.000 Gulden. Das Haus war aber stark renovierungsbedürftig. Die Riunione benützte das Haus nach der Renovierung für ihre Wiener Niederlassung, ein Teil wurde vermietet. Im Jahre 1890 zog dann noch die neu gegründete Tochtergesellschaft Internationale Unfall-Versicherungs-Gesellschaft (Interunfall) ein. Die Riunione war sehr stolz auf dieses Haus, denn ab dem Einzug stand als Adresse auf allen externen Wiener Drucksachen (Polizzen, Bedingungen. Briefen etc.) als Adressangabe: Im Hause der Gesellschaft: Stadt, Weihburggasse 4. Das Haus blieb bis 1913 im Besitz der Gesellschaft.

Mit Kaufvertrag vom 19. Jänner 1921 wurde das Haus von Dr. Ludwig Zwieback und Bruder erworben, die auch das Nachbarhaus (Weihburggasse 2; Geschäftshaus Zwieback) besaßen. Im Jahr 1938 kaufte es die Zentralsparkasse der Gemeinde Wien.

1., Weihburggasse 4, um 1940

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

  • Kanzleien des Handelshauses "Arnstein & Pereira"
  • Internationale Unfall-Versicherungs-Gesellschaft
  • Wein- und Delikatessenhandlung Franz Sacher
  • Abendrestaurant "Zu den drei Husaren"


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 5, 1. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 107 f.
  • 100 Jahre Interunfall, 150 Jahre Riunione, Wien 1989.
  • Gerhard Schreiber: Solidität und Moralität, die Riunione Adriatica di Sicurtà in Wien, 1838 – 1890 (Dipl.Arb.), Wien 2004