Paul Hörbiger

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Paul Hörbiger (r.) mit Stadtrat Hans Mandl anlässlich der Verleihung der Goldenen Ehrenmedaille der Stadt Wien (22.4.1964)
Personenname Hörbiger, Paul
Abweichende Namensform
Titel Kammerschauspieler, Staatsschauspieler
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 29.04.1894
Geburtsort Budapest
Sterbedatum 05.03.1981
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 13.03.1981
Friedhof Zentralfriedhof, Ehrengrab, Grab 32C, Nummer 52
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schauspieler
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Paul-Hörbiger-Weg
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  16.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Paul hoerbiger.jpg
Bildunterschrift  Paul Hörbiger (r.) mit Stadtrat Hans Mandl anlässlich der Verleihung der Goldenen Ehrenmedaille der Stadt Wien (22.4.1964)
Bildquelle AT-WStLA 3.3.11.FA1, 64193/12
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse23 April 197430 April 1974
Deutscher Filmpreis1969
Ehrenring der Stadt Wien28 März 19771 September 1977
Girardi-Ring28 Juni 1972
Goldene Kamera21 Februar 1977
Nestroy-Ring19806 Dezember 1980
Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold20 März 196422 April 1964

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NameVerwandtschaftsgrad
Attila HörbigerBruder
Johann HörbigerVater
Paula WesselySchwägerin
Christiane HörbigerNichte
Maresa HörbigerNichte
Josepha GettkeGattin
Elisabeth OrthNichte

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Paul Hörbiger, * 29. April 1894 Budapest, † 5. März 1981 Wien 13, Krankenhaus Lainz (Zentralfriedhof, Ehrengrab, Grab 32C, Nummer 52), Schauspieler. Gattin (1920 Prag) Josepha Gettke (Trennung 1940), Sohn des Johann Hörbiger, Bruder des Attila Hörbiger.

Kam mit seinen Eltern 1902 nach Wien, maturierte am Benediktinerstiftsgymnasium St. Paul im Lavanttal, begann nach dem ersten Weltkrieg an der Technischen Hochschule Chemie zu studieren, ließ sich dann aber für das Theater begeistern und besuchte die Theaterschule Otto. Begann seine schauspielerische Laufbahn 1919 in Reichenberg und 1920 am Deutschen Theater in Prag. 1926 holte ihn Max Reinhardt ans Deutsche Theater in Berlin; in Berlin spielte Hörbiger bis 1940 an verschiedenen Theatern (obwohl er aus seiner antinationalsozialistischen Einstellung kein Hehl machte). Schon am Ende der Stummfilmära war Hörbiger auch beim Film tätig; er drehte 1928/1929 23 Stummfilme, 1930 seinen ersten Tonfilm („2 Herzen im Dreivierteltakt", Musik von Robert Stolz) und 1932 „Der Kongreß tanzt", in welchem er als Heurigensänger das Wienerlied „Das gibt's nur einmal, das kommt nie wieder" sang. Weitere wichtige Filme waren „Frühjahrsparade" (1934) und „Lumpazivagabundus" (1936). 1935 gründete er mit Karl Künzel in Berlin die „Algefa-Film", in der als Regisseur Emo wirkte; produziert wurde „Endstation" (mit Hans Moser).

In der Kriegszeit spielte er in einer Reihe von Filmen mit österreichischer Thematik (Opernball, Wiener Geschichten, Operette, Schrammeln). 1940 holte ihn Lothar Müthel ans Burgtheater (er spielte jedes Jahr nur eine Rolle: 1940 „Der Franzl" von Hermann Bahr, 1941 Schnoferl in Nestroys „Mädl aus der Vorstadt", 1942 Fortunatus Wurzel in Raimunds „Der Bauer als Millionär", 1943 „Die Zwillinge von Venedig" von Goldoni). 1943-1945 sympathisierte er mit einer Widerstandsgruppe, wurde 1945 wegen Hochverrats und Wehrkraftzersetzung verhaftet und zum Tod verurteilt (ohne dass das Urteil noch vollstreckt wurde). Am 23. April 1945 gehörte er (mit Leopold Arzt und anderen Persönlichkeiten sowie Vertretern aller politischen Parteien) zu den Gründern der Zeitung „Neues Österreich" (Untertitel „Organ der demokratischen Einigung"), außerdem wurde er Präsident des Fußballklubs „Vienna". Er spielte im Burgtheater (Ronachergebäude), im Theater in der Josefstadt und im Bürgertheater („Alter Sünder"), widmete sich nach dem zweiten Weltkrieg aber hauptsächlich dem Film („Hofrat Geiger", 1947 (Willi-Forst-Film); „Der Engel mit der Posaune", 1948 (Karl-Hartl-Film) nach dem Roman von Ernst Lothar, in dem Attila Hörbiger, Paul Hörbiger und Paula Wessely zum einzigen Mal gemeinsam vor der Kamera standen]; „Hallo, Dienstmann", 1952 [Franz-Antel-Film]; „Mädchenjahre einer Königin", 1954; „Die Deutschmeister", 1955). Hörbiger fand in Hans Moser einen kongenialen Partner; beide bildeten mit Rudolf Carl, Fritz Imhoff und Leo Slezak, die wichtige Nebenrollen spielten, in der Hochblüte des Wiener Films ein erfolgreiches Quintett.

Hörbiger verkörperte in den rund 300 Filmen, die seine Popularität festigten, sympathische Volkstypen (Fiaker, Heurigensänger, Hausknechte, Dienstmänner und Handwerker), aber auch Künstler, wie StraußJohann Strauss (Vater), Lanner, Schrammel, Raimund, Grillparzer und Schubert. Ernst Haeusserman holte ihn aus Berlin 1965 wieder ans Burgtheater (Antrittsvorstellung in Raimunds „Der Alpenkönig und der Menschenfeind": Paul als Alpenkönig, Attila als Rappelkopf). Im Alter entdeckte ihn auch das Fernsehen. Hörbigers Interpretation des Fiakerlieds fand großen Anklang. Zahlreiche Auszeichnungen; Staatsschauspieler (1942), Kammerschauspieler, Johann-Nestroy-Ring.

Paul-Hörbiger-Weg

Literatur

  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik, Wien: Ueberreuter 1992
  • Friedrich Weissensteiner: Publikumslieblinge. Wien: Kremayr & Scheriau 1993, S. 77 ff.
  • Curt Riess: Das gab's nur einmal. Wien: Molden 1977 Register
  • Walter Fritz: Kino in Österreich 1929-1945. Wien: Österreichischer Bundesverlag 1991 Register
  • Paul Hörbiger, Hans Moser. Zwei Wiener Schauspiel-Legenden. Katalog Wiener Stadt und Landes Bibliothek. 238. Wechselausstellung. 1994
  • Gertrude Pichel: Paul und Attila Hörbiger. Diss. Univ. Wien. Wien 1949