Otto Stoessl

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Personenname Stoessl, Otto
Abweichende Namensform
Titel Dr. jur., Hofrat
Geschlecht männlich
GND 118798987
Geburtsdatum 02.05.1875
Geburtsort Wien
Sterbedatum 15.09.1936
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 17.09.1936
Friedhof Ober-St.-Veiter Friedhof, Grab H/272
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Jurist, Beamter, Schriftsteller
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Stoesslgasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  10.01.2018 durch DYN\rabus
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FunktionFunktion vonFunktion bis
Direktor der Nordbahngesellschaft
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Preis der Stadt Wien für Literatur1923
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Letzte Wohnadresse13Matrasgasse20
NameVerwandtschaftsgrad
Adolf StoesslVater
Auguste FrauenbergerGattin

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Otto Stoessl, * 2. Mai 1875 Wien, † 15. September 1936 Wien, Jurist, Beamter (Eisenbahnministerium), Schriftsteller.

Biographie

Otto Stoessl war der Sohn des aus einer Brünner Rabbinerfamilie stammenden Arztes Adolf Stoessl. Er studierte an der Universität Wien (Dr. jur. 1900) und hörte danach philosophische, kunsthistorische und philologische Vorlesungen. Als Beamter bei der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn tätig, widmete er sich schon frühzeitig seinen literarischen Neigungen. Mit seinem Freund Robert Scheu verfasste er das Drama "Waare" [1897] und die Tragödie "Tote Götter" [1898]). Schwierigkeiten mit der Zensurbehörde führten zu einer Annäherung an Karl Kraus und einer Mitarbeit an der "Fackel".

Stoessl schuf ein umfangreiches Prosawerk in der Tradition des Realismus ("In den Mauern", 1907; "Morgenrot", Roman, 1912; "Das Haus Erath", Roman, 1920; "Sonnenmelodie", ein Roman über den Komponisten Josef Matthias Hauer, 1923). Hinzu kamen Erzählungen und Novellen, formstrenge Lyrik ("Antike Motive", 1928) und Essays zu Gottfried Keller, Conrad Ferdinand Meyer, Adalbert Stifter und anderen. Ab 1919 war Stoessl Burgtheaterkritiker der Wiener Zeitung. Ab 1933 erschien eine Werkausgabe in vier Bänden.

Nach seiner Heirat mit Auguste Frauenberger (1910) übersiedelte er nach Hacking, schuf sich jedoch 1912 ein bescheidenes Haus im 13. Bezirk in der Matrasgasse 20, in dem er bis zu seinem Tod (Wiedner Krankenhaus im 4. Bezirk) lebte. Die Einrichtung stammte von seinem Freund Adolf Loos, am 14. Oktober 1981 wurde eine am Haus angebrachte Gedenktafel enthüllt.

1955 wurde die Stoesslgasse in Wien-Hietzing nach dem Schriftsteller benannt. [Sein Grab am Ober-St.-Veiter Friedhof wurde laut Bürgermeister-Entschluss von 28. April 1983 ehrenhalber durch die Stadt Wien in Obhut genommen.]

Von privater Seite wurde ein Otto-Stoessl-Literaturpreis geschaffen.

Literatur

  • Karl Kraus / Otto Stoessl: Briefwechsel 1902−1925. Hg. von Gilbert J. Carr. Wien: Deuticke 1996
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon [der Ersten und Zweiten Republik]. Wien: Ueberreuter 1992
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Sylvia Mattl-Wurm [Red.]: Interieurs. Wiener Künstlerwohnungen 1830−1930. Wien: Eigenverlag 1990 (Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 138), S. 168
  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. Wien: Kremayr & Scheriau 1987
  • Christoph Heinrich Binder: Otto Stoessl. In: Briefmarkenabhandlung der Postdirektion anläßlich des Erscheinens von österreichischen Briefmarken, 03.09.1986
  • Hans Heinz Hahnl: Vergessene Literaten. Fünfzig österreichische Lebensschicksale. Wien: Österreichischer Bundesverlag 1984
  • Hans Giebisch / Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Hollinek 1963
  • Magda Maetz: Otto Stoessl. Sein Leben und seine Jugendwerke. Diss. Univ. Wien. Wien 1948
  • Herta Mreule: Otto Stoessls spätere Schaffensperiode. Diss. Univ. Wien. Wien 1948
  • Franz Planer [Hg.]: Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft. Biographische Beiträge zur Wiener Zeitgeschichte. Wien: F. Planer 1929

Links