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Ottakringer Bach

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Verlauf des Ottakringer Bachs im Jahr 1825
Art des Objekts Gewässer
Jahr von
Jahr bis
Name seit
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Bezirk 16
Lage
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname Ottakringer Bach 1825.jpg
Bildunterschrift  Verlauf des Ottakringer Bachs im Jahr 1825
Bildquelle URBWATER
Bildrechte
Der Ottakringer Bach bei Ottakring 1819/20. Ausschnitt aus dem Franziszeischen Kataster.

Ottakringer Bach (16). An den Hängen des Gallitzinbergs entspringend, floss er in ältester Zeit durch die Thaliastraße, in gerader Richtung parallel zur späteren Lerchenfelder Straße (heute, 16, Thaliastraße) und bildete in der Neustiftgasse (in der Gegend der später erbauten Ulrichskirche) eine Insel, auf der sich ein Schloss befand (Neudeggerhof). In der Nähe des heutigen Justizpalasts erreichte der Bach das Glacis und floss von dort über den heutigen Minoritenplatz, die Strauchgasse und den Tiefen Graben in den Donaukanal. Ab seinem Austritt aus dem Gemeindegebiet von Ottakring nannte man ihn nach dem Dorf St. Ulrich auch St.-Ulrichs-Bach.

Unter Herzog Leopold VI. wurde der Ottakringer Bach (wegen der Errichtung des Minoritenklosters) in den Wienfluss abgeleitet, später diente er der Bewässerung des Stadtgrabens. 1547 leitete man ihn neuerlich ab, sodass er zur Zeit der Zweiten Türkenbelagerung 1683 außerhalb der Stadtmauern sein Bett hatte, das er bis 1733 behielt. Dann wurde er zum zweiten Mal zum Wienfluss umgeleitet. 1828 trat der Ottakringer Bach in St. Ulrich aus den Ufern. Nach Erbauung der sogenannten Cholerakanäle zu beiden Seiten der Wien wurde der Bach, der bis dahin noch in offenem Gerinne über das Glacis floss, 1837 bis 1840 innerhalb des Linienwalls eingewölbt und in den linken Wienfluss-Sammelkanal abgeleitet.

Er trieb einst einige Mühlen, unter anderem die unweit der heutigen Secession gelegene Bleistiftmühle. Im Juni 1853 trat er außerhalb des Linienwalls aus den Ufern und überschwemmte die Lerchenfelder Straße. In der (alten) Kirche stand das Wasser mehr als einen halben Meter hoch. Im Februar 1862 sprengte das Wasser den Kanal in der Lerchenfelder Straße in einer Länge von 15 Klaftern und verursachte neuerlich große Schäden. Von 1916 bis 1935 wurde daher der Ottakringerbach-Entlastungskanal errichtet. Seither sind Hochwässer selten, kommen aber bei extremen Regenereignisse doch noch vor. Spektakulär trat der Ottakringer Bach zuletzt 2010 über die Kanaldeckel. (siehe Hochwasser 2010)



Literatur

  • Naturgeschichte Wiens in 4 Bänden. Hrsg. von einer Arbeitsgemeinschaft im Inst. für Wiss. und Kunst. Band 1. (Lage, Erdgeschichte und Klima). Wien [u.a.]: Jugend und Volk Verl.-Ges. 1970, S. 23 ff., Reg.
  • Richard Perger: Straßen, Türme und Basteien. Das Straßennetz der Wiener City in seiner Entwicklung und seinen Namen. Wien: Deuticke 1991 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 22)
  • Ottakring. Ein Heimatbuch des 16. Wiener Gemeindebezirkes. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde in Ottakring. Wien: Schulbücherverlag 1924, S. 119 f.
  • Hans Rotter: Neubau. Ein Heimatbuch des 7. Wiener Gemeindebezirkes. Wien: Deutscher Verlag f. Jugend u. Volk 1925, S. 23 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 108