Oskar Kokoschka

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Oskar Kokoschka (1926)
Personenname Kokoschka, Oskar
Abweichende Namensform
Titel akad. Prof.
Geschlecht männlich
GND 118564722
Geburtsdatum 01.03.1886
Geburtsort Pöchlarn, Niederöstererich
Sterbedatum 22.02.1980
Sterbeort Villeneuve, Schweiz
Begräbnisdatum 27.02.1980
Friedhof Friedhof Ciarens bei Montreux
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Maler, Graphiker
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Oskar-Kokoschka-Platz
Denkmal Kokoschkadenkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  13.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Oskarkokoschka.jpg
Bildunterschrift  Oskar Kokoschka (1926)
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv: Fotosammlung, TF-005365
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
FunktionFunktion vonFunktion bis
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Goldenes Ehrenzeichen Secession1966
500-S-Münze1990
Ehrenmitglied der Akademie der bildendene Künste1946
Erasmus-Preis22 Oktober 1966
Österreichischer Staatspreis für Kunst1956
Ehrenring der Stadt Wien9 März 1951
Ehrenplakette Land Niederösterreich1958
Ehrenbürger der Stadt Wien10 Februar 1961
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Wohnadresse8Hernalser Gürtel18
Wohnadresse19Hardtgasse20
Wohnadresse19Hardtgasse27
Letzte Wohnadresse1Stubenring16
Wirkungsadresse16Liebhartstalstraße29
Wohnadresse16Friedmanngasse6
Wohnadresse8Breitenfelder Gasse18

Es wurde noch keine Familie zu dieser Person erfasst! Es wurden noch keine Beziehungen zu dieser Person erfasst!

Kokoschka Oskar, * 1. März 1886 Pöchlarn, Niederöstererich, † 22. Februar 1980 Villeneuve, Schweiz (Friedhof Ciarens bei Montreux), Schweiz, Maler, Graphiker, Gattin (1941 London) Olda Palkovská (* 3. Februar 1915 Prag) Sohn des Gustav Kokoschka (* 5. Juni 1840 Prag, † 23. Oktober 1923 Wien) und dessen Gattin Maria Romana Loidl (* 27. September 1861 Hollenstein/Ybbs, † 4. Juli 1934 Wien).

Besuchte 1896-1904 die Staatsrealschule Währing (18, Schopenhauerstraße 49), sang im Kirchenchor der Piaristen (seine Mutter wohnte 8, Bennoplatz 2), studierte ab 1904 an der Kunstgewerbeschule (1906 Fachschule für Malerei bei Carl Otto Czeschka), stellte 1908 Arbeiten auf der „Kunstschau" aus (wo er seinen Mentor Adolf Loos kennenlernte, nahm 1907 an der Ausstellung des Kabaretts „Fledermaus" teil (dessen Programmheft für die Eröffnungsvorstellung er konzipierte und für das er das Lustspiel „Das getupfte Ei" schrieb [Uraufführung 28. Oktober 1907]), schuf 1907-1908 mit Hilfe von Czeschkas Nachfolger Berthold Löffler 17 Postkartenentwürfe für die Wiener Werkstätte, widmete 1908 Gustav Klimt (der Zeichnungen von ihm erwarb) die „Träumenden Knaben" und schrieb im selben Jahr das Drama „Mörder Hoffnung der Frauen" (Uraufführung Internationale Kunstschau 1909). Unter Loos' Einfluss und auf Anraten Alfred Rollers verließ er 1898 die Kunstgewerbeschule. Loos verschaffte ihm Porträtaufträge, ermöglichte ihm eine Schweizreise und machte ihn mit Karl Kraus und Peter Altenberg bekannt. Im Kreis von Hermann und Eugenie Schwarzwald lernte er Berg, Schönberg und Webern kennen. Im Kabarett „Fledermaus" wurde ein Teil von Kokoschkas Dramen aufgeführt, seine expressionistischen Dramen von Max Reinhardt in Berlin, von wo Kokoschka 1911 zurückkehrte. 1912-1914 war er mit Alma Mahler-Werfel liiert (deren Apartement sich 1, Elisabethstraße 22 befand). 1913-1916 arbeitete er in seinem Atelier (mit Wohnung, gestaltet von Adolf Loos) 19, Hardtgasse 27 (wo im Mai 1914 sein berühmtes Gemälde „Die Windsbraut" entstand); oftmals war hier Georg Trakl zu Gast. Nach Kriegsdienst (1914 Freiwilliger im Dragonerregiment Nummer 15, 1915 schwere Verwundungen) kehrte er 1920 nach Wien zurück, kaufte für sich und seine Familie ein Haus im Liebhartstal (16, Liebhartstalstraße 29), hielt sich hier in den 20er Jahren aber nur zeitweise auf und lebte auch in Dresden (1919-1923 war er an der dortigen Akademie der bildenden Künste Professor). 1924-1927 lebte er in Paris (1926 schrieb er für Ernst Krenek das Libretto der Oper „Orpheus und Eurydike"), 1927-1931 in Auteuil, einem Vorort von Paris. Die Eindrücke zahlreicher Nordafrika-, Vorderasien- und Europareisen (1925-1930) dominierten seine Landschaftsdarstellungen. 1933/1934 lebte er mit seiner Mutter im Liebhartstal, ging jedoch, durch den Bürgerkrieg und den Tod seiner Mutter (4. Juli 1934) erschüttert, am 25. September 1934 nach Prag (wo seit 1918 seine Schwester Berta wohnte; 1935 tschechische Staatsbürgerschaft; 16 Ansichten Prags, Porträt Masaryks) beziehungsweise (auf der Flucht vor den Nationalsozialisten, die in Deutschland 417 seiner Werke als „entartet" beschlagnahmten) nach dem Münchner Abkommen (1938) nach London (1939 Gründung des „Freien Deutschen Kulturbunds", der sich zum Zentrum emigrierter Künstler entwickelt; 1941 Heirat, 1947 britische Staatsbürgerschaft). 1947 besuchte er Wien (von Bürgermeister Körner und Stadtrat Matejka empfangen), um sein enteignetes Haus im Liebhartstal zurückzuerlangen. Es gelang nicht, ihn in Österreich ansässig zu machen; ab 1953 lebte er in Villeneuve. 1958 fand eine Großausstellung seiner Werke im Künstlerhaus statt, 1960-1962 malte er Bühnenbilder für Raimundstücke am Burgtheater und entwarf Opernkostüme, 1971 wurde eine Retrospektive in der Österreichischen Galerie im Oberen Belvedere gezeigt. 1975 nahm er über Initiative Bruno Kreiskys wieder die Österreichische Staatsbürgerschaft an.

Kokoschka wohnte 1908 16, Friedmanngasse 6, 1912 zog er nach 8, Breitenfelder Gasse 18 beziehungsweise Hernalser Gürtel 20, 1913-1916 nach 19, Hardtgasse 27; 1916 wohnte er 1, Stubenring 16.

Ehrenmitglied der Akademie der bildendene Künste (1946), Österreichischer Staatspreis für Kunst (1956), Ehrenplakette Land Niederösterreich (1958); Ehrenbürger der Stadt Wien (10. Feburar 1961), Goldenes Ehrenzeichen Secession (1966). 500-S-Münze (1990). Nach seinem Tod stiftete die Österreichische Regierung den Oskar-Kokoschka-Preis für bildende Kunst.

Kokoschkadenkmal, Oskar-Kokoschka-Platz, Oskar-Kokoschka-Zentrum.


Literatur

  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon [der Ersten und Zweiten Republik]. Wien: Ueberreuter 1992
  • Ulrich Thieme / Felix Becker [Hg.]: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bände. Leipzig: Engelmann 1907-1950
  • Peter Ernst: Wiener Literaturgedenkstätten. Hg. von Felix Czeike. Wien: J & V-Edition Wien-Verlag 1990, S. 73 f.
  • Bernhard Borchert: Kokoschka. Berlin: Safari-Verl. 1959
  • Hans Maria Wingler: Oskar Kokoschka. Frankfurt am Main [u.a.]: Ullstein 1966
  • Alice Strobl / Alfred Weidinger: Oskar Kokoschka. Das Frühwerk (1897/98 - 1917). Zeichnungen und Aquarelle. [Graphische Sammlung Albertina, Wien, 2. März bis 23. Mai 1994]. Wien: Graph. Sammlung Albertina 1994
  • Norbert Werner: Oskar Kokoschka. Leben und Werk in Daten und Bildern. Frankfurt am Main [u.a.]: Insel-Verl. 1986
  • Gabriele Koller / Oswald Oberhuber [Hgg.]: Oskar Kokoschka. Städteportaits. Katalog zur Ausstellung, Österr. Museum für Angewandte Kunst, Wien, 4. März - 6. April 1986. Hochschule für Angewandte Kunst in Wien in Zusammenarbeit mit der Oskar-Kokoschka-Dokumentation, Pöchlarn. Wien [u.a.]: Löcker 1986
  • Schöny, Heinz: Ergänzungen und Berichtigungen zur Ahnenliste Kokoschka. In: Genealogie 12 (1967), S. 996-998.
  • Milan Dubrovic: Veruntreute Geschichte. Die Wiener Salons und Literatencafés. Wien [u.a.]: Zsolnay 1985, Register
  • Hanns Jäger-Sunstenau: Die Ehrenbürger und Bürger ehrenhalber der Stadt Wien. Wien: Deuticke 1992 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 23)
  • Die Vertreibung des Geistigen aus Österreich. Zur Kulturpolitik des Nationalsozialismus. [Zusammenstellung der Ausstellung: Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Katalog: Gabriele Koller ... Für den Inhalt verantwortlich: Oswald Oberhuber]. Wien: Zentralsparkasse 1982, S. 141
  • Friedrich Welz [Kataloggestaltung]: Oskar Kokoschka zum 85. Geburtstag. [Ausstellung veranstaltet vom Kulturamt der Stadt Wien ; Österreichische Galerie im Oberen Belvedere Wien, 27. April bis 16. Juni 1971]. Wien: Österr. Galerie im Oberen Belvedere 1971
  • Oskar Kokoschka. 1886-1980. [exposition], 6 mai-1 september 1983, Galerie des Beaux-Arts, Bordeaux. [catalogue]. [commissaire: Gilbert Martin-Méry]. Bordeaux: Galerie des Beaux-Arts 1983
  • 0skar Kokoschka: Mein Leben. München: Bruckmann 1971
  • Briefmarkenabhandlung der Postdirektion anläßlich des Erscheinens von österreichischen Briefmarken, 18.02.1986
  • Werner Hofmann: Der irrende Ritter. Ein Lebenswerk der Wanderbilder – der Direktor der Hamburger Kunsthalle über Oskar Kokoschka, der am 1. März vor 100 Jahren geboren wurde. In: Die Zeit 10 (1986), S. 20 ff.
  • Denkmal für Kokoschka. In: Wiener Zeitung, 02.03.1986, S. 4