Orendi

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Regensburgerhof auf dem Lugeck mit dem Teppichhaus Orendi (1898)
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1897
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Regensburger Hof
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Franz von Neumann
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildname Orendi.jpg
Bildunterschrift  Regensburgerhof auf dem Lugeck mit dem Teppichhaus Orendi (1898)
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, D 76617: Der Architekt, 1. August 1898, Tafel 62
Bildrechte
BezirkStraßeHausnummer
1Lugeck4
1Bäckerstraße1
1Sonnenfelsgasse2

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Derzeit wurden noch keine Konskriptionsnummer zu diesem Bauwerk erfasst!
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Orendi, Warenhaus (Teppichhaus "Genersich & Orendi"; 1, Lugeck 4, Bäckerstraße 1, Sonnenfelsgasse 2), errichtet 1897 an der Stelle des Regensburger Hofs, nach den Plänen des Architekten Franz von Neumann, der sich bemühte, die charakteristischen Bauformen des historischen Gebäudes möglichst beizubehalten. [Zeitweise befand sich die Firma "Genersich & Orendi" im Residenzpalast (1, Fleischmarkt 1).]

Franz von Neumann verband eine jahrelange, innige Feindschaft mit Otto Wagner. Er wandte sich immer wieder gegen Wagners "Moderne", verurteilte die seiner Meinung nach verkrampften Rückgriffe auf Vorklassische Vorbilder und trat vehement für eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Klassischen Formen ein. Bei diesem Gebäude am Lugeck entwuchs dem Architekten die Aufgabe, einerseits das charakteristische alte Bild unter Wiederverwendung stadthistorischer Details wieder aufzurichten, andererseits ein den modernen Anforderungen entsprechendes Etablissement herzustellen. An der Stirnseite weisen figurale Darstellungen auf den einstigen und gegenwärtigen Zweck des Gebäudes hin. Als historische Reminiszenzen sind das Standbild Kaiser Friedrichs III. mit einer darunter befindlichen Gedenktafel und zwei vom alten Haus übernommene Kragsteine an den Erkern (männliche und weibliche Halbfigur) angebracht. Im Giebelfeld das Erbauungsjahr.

Die Front des Neubaus wurde, im Gegensatz zum ursprünglichen Gebäude (das etwa bis zum Gutenbergdenkmal reichte), um viele Meter zurück verlegt. Das hatte auch eine wesentliche Verminderung der verbauten Fläche zur Folge (altes Haus 1262 m², neues Haus 731 m². Zinnsertrag vor dem Abbruch 21.422 Gulden, Zinsertrag des neuen Hauses vor Kriegsausbruch 1914: 88.211 Kronen. Trotz der in Anspruch genommenen geringeren Fläche betrug der neue Zinnswert etwas mehr als das Doppelte des alten. Das dreigeschossige korbbogenförmige Portal wurde bereits als rahmender Hintergrund für das Denkmal konzipiert.

1910 erwarb das Haus Artur Kary, der in dessen repräsentativen Geschäftsräumen Samt und Seidenstoffe führt. Durch einen Kaufvertrag von 20. September 1940 kam das Gebäude an das Deutsche Reich (Deutsche Reichspost) 1948 ist im Grundbuch die Einleitung des Rückstellungsverfahrens vermerkt.

In den beginnenden 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde eine Generalsanierung des Gebäudes durchgeführt.


Siehe auch: Regensburger Hof


Literatur

  • Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer. Band 3/1: Wien. 1. - 12. Bezirk. Salzburg: Residenz-Verlag 1990, S. 46
  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1), S. 97
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 4, 1. Teil. Wien ²1954 (Manuskript im WStLA), S. 26-32
  • Andreas Lehne: Wiener Warenhäuser 1865-1914. Wien: Deuticke 1990 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 20), S. 33 f.
  • Ursula Prokop: Wien. Aufbruch zur Metropole. Wien: Böhlau Verlag 1994, S. 30