Obizzipalais

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Schulhof 2, um 1907
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1421
Jahr bis
Andere Bezeichnung Uhrenmuseum
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildname HMW_033263.jpg
Bildunterschrift  Schulhof 2, um 1907
Bildquelle HMW 33263, Foto: A. Stauda
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtSchulhof2
Innere StadtKurrentgasse1

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt41518211862
Stadt44817951821
Stadt24317701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Obizzipalais (1, Schulhof 2, Kurrentgasse 1; Konskriptionsnummer 415; Uhrenmuseum der Stadt Wien).

Der Grund, auf dem das Haus steht, gehörte laut Czeike (Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien) vom 13. Jahrhundert bis 1421 zum Judengarten (erwähnt 1400), anschließend zum Friedhof des Karmeliterklosters. 1554 ging er an die Jesuiten über (Jesuitenkirche, Schulhof). Harrer (Paul Harrer: Wien, seine Häuser) hingegen gibt an, dass es zu den Häusern gehörte, die Herzog Rudolf IV. den Karmeliten schenken wollte. Im Plan von Albert Camesina, der die Judenstadt im Jahr ihrer Aufhebung darstellt (1421; siehe Geserah), wird es mit "olim Muschals suns des juden" bezeichnet. Danach verliert sich die Spur dieses Gebäudes bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts.

Ein Gebäude auf der Parzelle ist seit 1547 (Stadtplan des Bonifaz Wolmuet) nachweisbar. Als Besitzer sind mehrfach Bäcker bezeugt. Damals war das Haus noch ebenerdig, unter dem Krämer Hans Andre 1587 bereits einstöckig. 1642 wurde es von den Jesuiten genutzt, 1664 gehörte es Valentin Fux, 1670 (bereits zweistöckig) dessen Erben und 1684 der Witwe Maria Cäcilia Gräfin Starhemberg. In dieser Zeit richtete Oberstleutnant Heinrich Balfour, der den Auftrag hatte, das sogenannte "Gesindel" aufzuspüren und zu Dienstleistungen zu verpflichten, hier eine Werbekanzlei ein.

Dem nächsten Besitzer, Ferdinand Marchese degli Obizzi (angeblich ab 1690), Feldmarschall und 1701-1710 Kommandant der Stadtguardia († 1712), ist das dritte Stockwerk zuzuschreiben. Er ließ die Giebelseite der Mansarde mit den charakteristischen Voluten und barocken Schneckenrollen verzieren und die Innenausstattung erneuern, wodurch das Gebäude in seiner heutige Form entstand.

1., Kurrentgasse 1, um 1940

Danach kam das Haus wieder in bürgerliche Hand. Da es in den Gewerbüchern (Grundbücher) 18 und 19 der Jesuiten verzeichnet war, die im Jahr der Auflösung des Wiener Klosters (1777) verschwanden, lassen sich die Besitzverhältnisse bis 1763 nur unzureichend nachvollziehen. Das Grundstück übergaben die Jesuiten 1777 der Gemeinde, die Besitzverhältnisse am Gebäude blieben jedoch unverändert.

1763 hinterließ es der bürgerliche Handschuhmacher Johann Georg Hoffinger seinen Kindern, 1766 ersteigerte es um 23.520 Gulden der Universitätsbuchhändler Augustin Bernhard, 1799 kam es an dessen Tochter Maria Anna, verehelichte Gräfin Marzani, 1815 an Augustin Graf Marzani und 1826 durch Kauf an den Handelsmann Franz Malzer. 1901 kaufte die Gemeinde Wien das Haus "zur Verbesserung der Verkehrswege" an, demolierte es jedoch nicht. Mit Gemeinderats-Beschluss vom 4. Mai 1917 wurde es zur Unterbringung der Uhrensammlung von Rudolf Kaftan bestimmt (Eröffnung des Uhrenmuseums am 30. Mai 1921).


Literatur

  • Richard Perger: Zur Geschichte des Hauses Wien 1, Schulhof 2 / Kurrentgasse 1, in: Katalog Uhrenmuseum Wien. 1989, S. 10 ff.
  • Heinrich Lunardi: Das Palais Obizzi, in: Notring-Jahrbuch. 1970, S. 13
  • Heinrich Lunardi: Alte Wiener Uhren und ihr Museum. Wien 1973, besonders S. 83 ff.
  • Das neue Wien. Städtewerk. Hg. unter offizieller Mitwirkung der Gemeinde Wien. Wien: Elbemühl 1926-1928. Band 2, S. 138 ff.
  • Felix Czeike: Wien. Innere Stadt. Kunst- und Kulturführer. Wien: Jugend und Volk, Ed. Wien, Dachs-Verlag 1993, S. 158 f.
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 3. Teil. Wien ²1953 (Manuskript im WStLA), S. 467-471