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Nikolaikloster (3)

Aus Wien Geschichte Wiki
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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1228
Jahr bis 1529
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  22.08.2017 durch WIEN1\lanm08son
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BezirkStraßeHausnummer
3Rasumofskygasse
3Salmgasse

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Nikolaikloster (3; vor dem Stubentor, im Bereich der heutigen Rasumofsky- und Salmgasse gelegen, das heißt an der stadtwärts gerichteten Spitze des sogenannten Platzls; eine genauere Abgrenzung des Areals ist nicht möglich), Zisterzienserinnenkloster, gegründet vor 1228 durch Herzog Leopold VI. (1198-1230), der heiligen Maria geweiht. Nach der nahegelegenen, jedoch nicht zum Kloster gehörenden Nikolaikapelle wurde das Nikolaikloster anfangs „Santa Maria bei St. Niklas vor dem Stubentor" genannt, später ging im Volksmund das Patronat St. Niklas auf das Kloster über. Päpstliche Schutzbriefe datieren von 1228 und 1230. 1234 schenkte der Erzbischof von Salzburg ein jährlich Deputat von zwei Kufen Salz. Die geistliche Betreuung der Nonnen, die einer Äbtissin (als ersten namentlich bekannte ist Menegardis [1276-1282] urkundlich überliefert) unterstanden, oblag dem Zisterzienserkloster Heiligenkreuz (Beichtvater war um 1260/1290 Gutolf von Heiligenkreuz). Durch Schenkungen wurde das Nikolaikloster wohlhabend. 1272 konnte ein Filialkloster innerhalb der Mauern Wiens (Nikolaikloster [1]) gegründet werden. Nach Beschädigung 1276 (Belagerung Wiens durch Rudolf von Habsburg) kam es zur Wiederherstellung in erweiterter Form. 1287 gewährte Albrecht I. dem Nikolaikloster die niedere Gerichtsbarkeit auf seinen Besitzungen. Zwischen 1440 und 1460 wurde das Nikolaikloster in die Vorstadtbefestigung einbezogen und durch Mauer und Graben mit dem St.-Niklas-Torturm verbunden. 1461 nahm Albrecht VI. vor seinem (missglückten) Angriff auf Wien hier Quartier. Am 23. Mai 1485 wurde im Nikolaikloster der Kapitulationsvertrag Wiens mit dem Ungarnkönig Matthias Corvinus abgeschlossen. Von hier begann am 1. Juni 1485 der Einzug des Königs in die Stadt. Zu Beginn der Osmanenbelagerung (1529) ließ Niklas Graf Salm das Nikolaikloster mit einem Holzzaun umgeben und zur Verteidigung einrichten. Von hier aus griff am 23. September Graf Hardegg mit 400 Reitern die türkische Vorhut bei St. Marx an. Als das Hauptheer erschien, wurde das Nikolaikloster niedergebrannt. Die Nonnen waren in die Stadt geflüchtet und im Nikolaikloster in der Singerstraße einquartiert worden. Der Wiederaufbau des Klosters vor dem Stubentor wurde ihnen 1534 untersagt (Abtragung der Ruinen 1538), 1535 übersiedelten sie in das Zisterzienserinnenkloster St. Bernhard bei Horn (Niederösterreich). Die Güter des Nikolaiklosters wies der Landesfürst je zur Hälfte dem Chorherrenstift St. Dorothea (Dorotheerkirche) und der Wiener Universität zu. Nikolaifriedhof, Nikolaikirche.

Quellen

  • AT-OeStA/HHStA HS R 305: Urkundenabschriften (Diplomatar) des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters St. Niklas in Wien (extra muros)

Literatur

  • Richard Perger / Walther Brauneis: Die mittelalterlichen Kirchen und Klöster Wiens. Wien [u.a.]: Zsolnay 1977 (Wiener Geschichtsbücher, 19/20), S. 179 ff.
  • Ferdinand Opll: St. Maria bei St. Niklas vor dem Stubentor, in: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 1939-1989. Jg. 50, 1994, S. 13 ff. (Urkundenregesten: S. 32 ff.; Quellen- und Literaturverzeichnis. S. 65 ff.)
  • Hans Pemmer: Das Nikolaikloster auf der Landstraße, in: Unsere Heimat. Zeitschrift für Landeskunde von Niederösterreich. St. Pölten: Verein für Landeskunde von Niederösterreich 1928-1943, 1946 - lfd. Jg. 38. 1967, S. 98 ff.
  • Helmut Kretscher: Landstraße. Geschichte des 3. Wiener Gemeindebezirks und seiner alten Orte. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1982 (Wiener Heimatkunde, 3), S. 85 ff.
  • Die Landstraße in alter und neuer Zeit. Ein Heimatbuch. Hg. von Landstraßer Lehrern. Wien: Gerlach & Wiedling 1921, S, 69 f., S. 252
  • Sophie Liebenstein: Das älteste Wiener Frauenkloster. Die Zisterzienserinnenabtei St. Niklas vor dem Stubentor, in: Sancta Crux. Jg. 16. 1954, Nr. 3, S. 5 ff.; Nr.4, S. 13 ff.
  • Sancta Crux. Jg. 17. 1955, Nr. 1, S. 14 ff.; Nr. 2, S. 16 ff.; Nr. 3/4, S. 16 ff.;
  • Sancta Crux. Jg. 18. 1956, Nr. 1, S. 12 ff.
  • Benedikt Kluge: Regesten zur Geschichte des Cistercienserinnenklosters bei St. Niklas vor dem Stubentor, in: Wiener Diözesanblatt. 1888, S. 277 ff.
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1888]). Cosenza: Brenner 1967, Band 2, S. 540 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 227