Niederösterreichische Eskomptegesellschaft

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Niederösterreichische Eskomptegesellschaft
Art der Organisation Firma
Jahr von 1853
Jahr bis 1934
Benannt nach
Prominente Personen
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  18.07.2017 durch WIEN1\lanm08wei
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Bildname Bank Freyung.jpg
Bildunterschrift  Niederösterreichische Eskomptegesellschaft
Bildquelle Wien Museum
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
1Freyung8-9

frühere Adressierung

Es wurden noch keine früheren Adressen zu dieser Organisation erfasst!

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Gebäude

Niederösterreichische Eskomptegesellschaft (1, Freyung 8-9), Bankgebäude. Das ursprünglich hier stehende Haus "Zum goldenen Straußen" (Haus Stadt 157; 1, Freyung 8) wurde 1856 von der Niederösterreichische Eskomptegesellschaft (1853 gegründet) angekauft und 1871 mit dem Nebenhaus ("Zum rothen Mandl", Haus Stadt 158; 1, Freyung 9) vereinigt. Zwischen 1885 und 1904 erwarb die Eskomptegesellschaft auch das benachbarte Haus Stadt 159 (1, Tiefer Graben 3). Als die Eskomptegesellschaft auf den Platz Am Hof (Nr. 2; Hofkriegsratsgebäude, Österreichische Länderbank [seit 7. Oktober 1991 Bank Austria]) übersiedelte (Eröffnung der Amtsräume 6. Dezember 1915), kamen die Häuser 1914 in den Besitz der Creditanstalt für Handel und Gewerbe (die Am Hof 6 untergebracht war). Diese kaufte zwischen 1912 und 1914 auch die Häuser Stadt 156 und 160 und ließ anstelle aller genannten Gebäude einen Neubau (1914-1921) nach Plänen von Ernst Gotthilf von Miskolczy und Alexander Neumann errichten. Nach dem Zusammenbruch der Creditanstalt (11. Mai 1931; Auslösung des Bankenkrachs) kam das Gebäude 1937 an die Österreichische Versicherungs-AG. Seit August 2012 ist der Verfassungsgerichtshof in diesem Gebäude untergebracht.

Institut

Die Eskomptebank übte eine Pionierfunktion im österreichischen Mobilbankwesen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1853 vergab sie Wechsel- und Kontokorrentkredite an einen exklusiven Kundenkreis mit Wohnsitz in Niederösterreich (inklusive Wien).[1] Sie hatte enge Kontakte zu Banken und Unternehmen in Böhmen und war in den letzten Jahren der Monarchie mehrfach bei der Umwandlung von Personenunternehmen in Aktiengesellschaften tätig.

Sie wurde kurz nach der Creditanstalt 1932 konkursreif und ein Zusammenbruch konnte nur durch eine Stützungsaktion der Banken und der beiden Wiener Großsparkassen verhindert werden. Dabei wurden ihre „gesunden“ Mobilbankenaktivitäten in die Creditanstalt eingebracht, was für diese ein weiterer Sanierungsschub war. Zurück blieb als „bad bank“ die Österreichische Industriekredit AG, die von der Nationalbank verwaltet wurde und die Industriebeteiligungen abwickelte. Die Bank selbst wurde dann liquidiert. Das Gebäude Am Hof kam in den Besitz der Österreichischen Länderbank und beherbergt seit 2014 ein großes Hotel.

siehe auch Freyung 8-9.

Literatur

  • Peter Eigner, Michael Wagner, Andreas Weigl: Finanzplatz: Wien als Geld- und Kapitalmarkt. In: Günther Chaloupek, Peter Eigner, Michael Wagner: Wien – Wirtschaftsgeschichte Band 2, Wien: Jugend & Volk 1991
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 1. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 164-176
  • Hertha Wohlrab: Die Freyung. Wien [u.a.]: Zsolnay 1971 (Wiener Geschichtsbücher, 6), S. 73 f.

Einzelnachweise

  1. Peter Eigner, Michael Wagner, Andreas Weigl: Finanzplatz: Wien als Geld- und Kapitalmarkt. In: Günther Chaloupek, Peter Eigner, Michael Wagner: Wien – Wirtschaftsgeschichte Band 2, Wien: Jugend & Volk 1991, S.962-963