Neues Elysium

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Daum'sche Elysium in seinen Innenräumen.
Datum von
Datum bis
Objektbezug
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  19.10.2017 durch WIEN1\lanm09bum
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
Bildname Daumsches Elysium.jpg
Bildunterschrift  Das Daum'sche Elysium in seinen Innenräumen.
Bildquelle Wilhelm Kisch: Wien. Wien: Gottlieb 1883
Bildrechte

Neues Elysium (1, Johannesgasse 4 oder Annagasse 3 [siehe Annahof]).

Nach der Demolierung des Seitzerhofs (1838) übersiedelte das dort untergebracht gewesene alte Elysium in die Keller des St.-Anna-Gebäudes und wurde hier als "Neues Elysium" am Faschingsonntag 1840 eröffnet. Josef Georg Daum hatte die ausgedehnten, mehrere Stockwerke tiefen, unterirdischen Räumlichkeiten mit großem Luxus ausgestattet und damit eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges geschaffen, ein "Heim der raffiniertesten Unterhaltungen und des echten Wiener Humors" (Kisch). Allerlei Schaustellungen, Eisenbahnfahrten, Künstler- und Musikproduktionen, ein Serail, Pantomimen, Theateraufführungen und so weiter wurden hier geboten. Vorbei an der Kassa gelangte man über eine buntgeschmückte Treppe ins Innere des Etablissements, zunächst in die Region "Afrika" mit seinem ägyptischen Zaubergemach, dann über einen Gang in einen Bildersaal, der nach "Europa" führte (dargestellt durch den Cobenzl); weiter gelangte man nach "Asien" mit dem Palast des Herrschers des Reichs der Mitte und dem Harem des Sultans; über den Isthmus eines langen Korridors ging es schließlich weiter nach "Amerika", wo den Besucher ein Urwald mit Palmen, Affen und Papageien empfing.

Daum geriet jedoch trotz des anfangs guten Geschäftsgangs bald in die Hände von Wucherern. Als er am 12. Dezember 1854 an der Cholera starb, führte sein Sohn das Unternehmen weiter, musste es aber 1864 schließen. Die Dirigenten der Tanzmusikkapellen im Neuen Elysium waren (nacheinander) Philipp Fahrbach, Ballin, Morelly, Johann Alois Drahanek, Leitermayer, Weinlich und zuletzt Kovács.

Laut Czeike (Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien) erbaute Victor Silberer (Sportsmann, Aeronaut und Faiseur) 1895 hier den Annenhof, der in altdeutschem Stil eingerichtet wurde. Harrer (Paul Harrer: Wien, seine Häuser) gibt jedoch an, dass sich das Neue Elysium in der Johannesgasse befunden habe.

Ballkostümfest im "Elysium"

Literatur

  • Rudolf Kars: Eine versunkene Welt. In: Fremdenblatt, 21.02.1900
  • Franz Ritschel: Das gab es nur im "Elysium". In: Wiener Monatshefte. Zeitschrift für Kultur, Unterhaltung und Wissen 40 (1966), Heft 1, S. 27 ff.
  • Ludwig Eldersch: Zweimal Elysium. In: Neues Österreich. Wien, 03.01.1966, S. 17
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechanische Wiedergabe [der Ausgabe von 1883]). Band 1. Cosenza: Brenner 1967, S. 506 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 333 f.
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 5, 2. Teil. Wien ²1956 (Manuskript im WStLA), S. 282