Neuer Markt 12

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1796
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Alois Schumacher
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  26.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtNeuer Markt12
Innere StadtPlankengasse1

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt106018211862
Stadt112417951821
Stadt110917701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Neuer Markt 12 (Konskriptionsnummer 1060), Plankengasse 1.

Die älteste urkundliche Erwähnung eines Hauses auf diesem Grundstück stammt aus dem Jahr 1456. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts musste das Gebäude versteigert werden, da dessen Besitzerin die Steuern nicht mehr zahlen konnte. Der Sohn des Käufers konnte erwirken, dass das Haus zusammen mit den beiden Nachbargebäuden Stadt 1064 A und B (beide Neuer Markt 13) zum Freihaus erklärt wurden. Alle drei genannten Häuser bleiben bis zu ihrem Abbruch im Jahr 1796 stets in einer Hand.

Als unter Joseph II. ein großer Teil des Klostergartens des Kapuzinerklosters abgetrennt wurde, um hier neue Wohngebäude errichten zu können, setzte in diesem Gebiet eine rege Baubewegung ein. Karl Freiherr Wetzlar von Plankenstern kaufte den ganzen Baublock an und ließ auch dieses Haus niederreißen, da es dem neu zu schaffenden Straßenzug im Weg stand. Der im Jahr 1796 errichtete vier Stockwerke hohe Neubau stand auf einer Fläche von 356 Quadratmetern und war nun ein Eckhaus. Es war mit ewiger Quartierfreiheit (siehe Hofquartierwesen) ausgestattet.

Als während der französischen Invasion 1809 Spielhäuser nach französichem Vorbild in Mode kamen, wurde ein solches im ersten Stockwerk des Hauses eingerichtet. Im Vorhaus und vor dem Gebäude versammelten sich nun viele Bettler, unter denen es zu erbitterten Konkurrenzkämpfen kam. Später wurden sie aus diesem Bereich vertrieben. Nach dem Abzug der französischen Truppen verschwand auch das Spielhaus wieder. Am 21. November 1820 eröffnete im Erdgeschoss das Café Leibenfrost, das sich durch seine gediegene Einrichtung auszeichnete und bis zum Abbruch des Hauses bestand.

Das heutige Haus entstand im Jahr 1897 nach Plänen von Alois Schumacher.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 6, 1. Teil. Wien ²1956 (Manuskript im WStLA), S. 183-186