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Neuberger Hof

Aus Wien Geschichte Wiki
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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1338
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Annahof
Benannt nach Kloster Neuberg in der Steiermark
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner Charles Nicolas Oudinot
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Wolfgang Wirsig: Wiener Hofnamen, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  5.06.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
1Schulerstraße16
1Grünangergasse1
1Kumpfgasse2

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt83318211862
Stadt88317951821
Stadt88317701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Neuberger Hof (Annahof; 1, Schulerstraße 16, Grünangergasse 1, Kumpfgasse 2; Konskriptionsnummer 833).

Auf diesem Areal standen ursprünglich zwei Häuser. Eines kauften 1331 die Herzöge Otto und Albrecht II. von Österreich und schenkten es dem 1327 gegründeten Zisterzienserkloster Neuberg an der Mürz (Steiermark), das angrenzende Haus erwarben die Mönche 1338 im Tauschweg von Jans im Strohhof. Der aus beiden Objekten zusammengebaute Neuberger Hof enthielt ein Absteigequartier für den Abt, wurde jedoch überwiegend vermietet (so schon 1447 an den Wiener Bürger Niklas Leutl). Der Legende nach soll der von Philipp Frankfurter in seinem Schwankbuch beschriebene "Pfaff vom Kahlenberg", Gundacker von Thernberg, in diesem Gebäude verstorben sein. Anderen Quellen nennen jedoch Prigglitz bei Gloggnitz als Sterbeort.

Im 16. Jahrhundert befanden sich im Neuberger Hof Buchdruckereien, unter anderem die des Ägidius Adler (Aquila) und des Caspar Stainhofer. Im Hofquartierbuch von 1566 ist der Hof als zweistöckiges Gebäude vermerkt, das viergeteilt ist: 1. Oswaldt Schmautz, 2. der Buchdrucker Caspar Stainhofer, 3. der Mathematiker Paul Fabricius und 4. der Abt von Neuberg. Da sich im Hof die Annakapelle befand, wurde er auch (Sankt) Annahof genannt.

Nach der Aufhebung des Stifts Neuberg (1786) fiel der Neuberger Hof dem staatlichen Religionsfonds zu und wurde 1790 an Graf Apponyi verkauft (seither Privatbesitz). 1805 war hier der französische Marschall Charles Nicolas Oudinot einquartiert, am 28. Dezember 1805 fand hier die öffentliche Verkündung des Friedensschlusses von Pressburg statt. 1846 erhielt das Gebäude ein viertes Stockwerk.

Im Laufe des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus schwer beschädigt. Am 5. November 1944 wurde durch Bomben ein Teil des Daches sowie das vierte Stockwerk zerstört. Nachdem ein Granattreffer am 8. April 1945 keine wesentlichen Schäden anrichtet hatte, entzündete sich am 10. April 1945 durch Funkenflug der schweren Brände rund um den Dom der hölzerne Dachboden, der nach dem Bombenschaden von 1944 nicht mehr abgedeckt worden war. Der Brand konnte aufgrund von Wassermangel nicht gelöscht werden, obwohl sich sogar die sowjetischen Soldaten an den Löscharbeiten beteiligten.

Im zweiten Stock wurde die "Galerie nächst St. Stephan" (Otto Mauer) eingerichtet.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

  • Buchdruckerei
  • Galerie nächst St. Stephan


Literatur

  • Margarete Girardi: Wiener Höfe einst und jetzt. Wien: Müller 1947 (Beiträge zur Geschichte, Kultur- und Kunstgeschichte der Stadt Wien, 4), S. 142 f.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 399
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 4, 2. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 561 f.
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 4, 3. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 591-595
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 466 f.
  • Friedrich Reischl: Die Wiener Prälatenhöfe. Wien: Selbstverlag 1919, S. 202