Naglergasse 29

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1429
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Zum goldenen Sessel, Zum goldenen Schäffel, Zum blauen Stern
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  6.06.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
1Naglergasse29

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt19917701795
Stadt30318211862
Stadt20017701795
Stadt32717951821
Stadt20117701795
Stadt32817951821
Stadt30018211862
Stadt20217701795
Stadt32917951821
Stadt30118211862
Stadt33017951821
Stadt30218211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Naglergasse 29 (Konskriptionsnummern 300-303).

Hier standen ursprünglich vier Häuser:

Haus Stadt 300

Im Jahr 1483 wird hier erstmals ein Haus erwähnt, das aber noch vor 1498 einem Brand zum Opfer fiel. Die Brandruine wurde in diesem Jahr um 15 Pfund Wiener Pfennig verkauft. Vor 1503 wurde das Haus neu errichtet. Am 4. Jänner 1642 wurde es Johann Wilhelm von Mannagetta, der unter anderem Leibarzt mehrerer Kaiser und achtmaliger Rektor der Wiener Universität war, zugesprochen, da der vormalige Besitzer Schulden nicht bezahlen konnte. Mannagetta verkaufte es jedoch kurz darauf wieder. Am 10. Mai 1847 wurde es an einen Realitätenbesitzer verkauft.

Haus Stadt 301 "Zum goldenen Sessel" / "Zum goldenen Schäffel"

Die erste urkundliche Erwähnung dieses Hauses, das noch 1566 ebenerdig war, stammt aus dem Jahr 1521. Schon vorher stand hier ein Haus, das jedoch abgebrannt war und über längere Zeit nicht wiederaufgebaut wurde. Es wurde dann von den Grundherren, dem Schottenstift, eingezogen und 1521 verkauft. Im Jahr 1802 wurde es von Johann Jakob Geymüller, einem der beiden Gründer des Bankhauses "Geymüller & Co." erworben, der es bis 1806 besaß. Die nachfolgende Besitzerin widmete es durch ihr Testament vom 18. Jänner 1828 einer Blindenstiftung, über die es an das Blindeninstitut kam. Am 2. Mai 1829 kam es durch Versteigerung in den Besitz eines Wundarztes. 1844 ging es in den Besitz des Realitätenbesitzers über, der drei Jahre später auch das Haus Stadt 300 kaufte.

Haus Stadt 302

Dieses Haus wird 1439 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1455 fiel es einem Brand zum Opfer, es wurde jedoch kurz darauf wiederhergestellt. Da im 16. Jahrhundert die Besitzerin einer Haushälfte ohne Erben starb, kam es in den Besitz der Grundherren (Schottenstift), die es bald wieder verkauften. 1847 wurde es vom Besitzer des Hauses Stadt 301 erworben.

Haus Stadt 303 "Zum blauen Stern"

Bereits 1429 wird dieses Haus urkundlich erwähnt. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde es von der Gemeinde eingezogen und um 23 Pfund Wiener Pfennig wieder verkauft. Dieser geringe Betrag lässt vermuten, dass auch dieses Haus durch einen Brand beschädigt worden war. Es wird jedoch nicht wie sonst üblich von einer "Brandstatt" gesprochen. 1501 wurde das Haus (zweimal) um 60 Pfund Wiener Pfennig verkauft und muss somit zu diesem Zeitpunkt wiederhergestellt gewesen sein. Am 7. Februar 1843 wurde es von Dr. Ludwig Knoth erworben, der später auch als Teilbesitzer des Hauses Stadt 388 (siehe Hoher Markt 7) in Erscheinung trat. Von ihm erwarb es 1845 der Besitzer des Hauses Stadt 301.

Neubau 1847

Nachdem alle oben genannten Häuser in einer Hand waren, wurden sie 1847 abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Ab 1911 fehlen Angaben zu diesem Haus. Im nach dem Brand des Justizpalastes ersatzweise angelegten Grundbuch wird es mit den Adressen Wallnerstraße 10 und Strauchgasse 1 gleichgesetzt und wäre somit Teil des Montenuovopalais'. Bautechnisch bildet dieses Gebäude jedoch ein eigenständiges Objekt, es könnte jedoch besitzrechtlich mit diesem vereinigt worden sein. Auch bei der Anbringung der Hausnummern herrschte Unklarheit: Über längere Zeit befand sich an diesem Haus keine Hausnummer, die Nummer 29 war am Eckhaus (Teil des Montenuovopalais; eigentlich Nummer 31) angebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Nummer am richtigen Haus angebracht, dafür fehlte noch 1952 eine Nummer am Eckhaus.


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 2. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 377-384