Mozart-Sterbehaus

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1422
Jahr bis 1847
Andere Bezeichnung Kleines Kaiserhaus
Frühere Bezeichnung Zur blauen Kugel
Benannt nach Wolfgang Amadeus Mozart
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner Wolfgang Amadeus Mozart
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  6.06.2017 durch WIEN1\lanm09was
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BezirkStraßeHausnummer
1Rauhensteingasse8

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt99217951821
Stadt97017701795
Stadt93418211862
Mozarts Sterbehaus auf dem Franziszeischen Kataster von 1829

Mozart-Sterbehaus (1, Rauhensteingasse 8, Teil [ Konskriptionsnummer 934 ]; Gedenktafel am heutigen Haus Nummer 8 [gewidmet von der Gesellschaft der Musikfreunde], eine zweite Gedenktafel ist verschollen).

Dieses Haus trug den Namen "Kleines Kaiserhaus" (auch "Kleines Kayserhaus"). Wie es zu diesem Name kam, bleibt unklar. Wahrscheinlich leitet er sich von der Familie Kaiser (Khayser) ab, die das Gebäude in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts besaß. Erstmals belegt ist er jedoch erst 1778! Ursprünglich trug es den Schildnamen "Zur blauen Kugel". Das Gebäude wird oft (vor allem bei Abbildungen) mit dem Nebenhaus (Konskriptionsnummer 935) verwechselt.

Die erste urkundliche Nennung dieses Gebäudes stammt aus dem Jahr 1422. 1662 wurde das Haus wegen nicht bezahlter Steuern versteigert und vom Bäcker Wolf Khayser erworben. Er verkaufte es seinem Sohn Anton, der es jedoch 1714 durch ein Gerichtsurteil verlor, da er Schulden nicht bezahlt hatte.

1791 wohnte Wolfgang Amadeus Mozart im ersten Stock des Ecktraktes (zum Haus Stadt 933; [ Rauhensteingasse 10 ]). Er komponierte hier "Die Zauberflöte" und das Requiem. In den Morgenstunden des 5. Dezember 1791 starb Mozart hier. Da das Haus stark in die Rauhensteingasse ragte, konnte er von seinem Sterbezimmer aus in die Himmelpfortgasse sehen, an der Gassenfront hatte es zwei Fenster zur Rauhensteingasse.

Am 12. November 1846 wurde das Gebäude von Pietro di Galvagni erworben, der es gemeinsam 1847 mit den Nachbarhäusern Stadt 935 und 936 demolieren ließ. An ihrer Stelle entstand noch 1847/1848 der Mozarthof. In dessen Stiegenhaus ließ Galvagni eine Mozartbüste mit folgender Inschrift aufstellen: "Der Tonkunst unerreichtem Meister, der bis zum Tode hier gewohnt, weihte dieses Denkmal bei Umbau des Hauses Pietro di Galvagni, 1849". Heute befindet sich hier ein Teil des Hauses Rauhenstaingasse 6-8, in dem das Warenhaus Steffl untergebracht ist.


Siehe auch:


Literatur

  • Otto Erich Deutsch, Mozarts letztes Quartier, in: Österreichische Musikzeitschrift (ÖMZ). Wien [u.a.]: Böhlau 1956, H. 4, S. 129
  • Moritz Bermann: Mozarts Sterbehaus. 1856
  • Walther Brauneis: Mozarts Nachruhm, in: Wiener Geschichtsblätter. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien. Band 47. 1992, 1 ff. (Sterbehaus) * Walther Brauneis: Mozart in Wien. Seine Wohnungen und Stätten öffentlicher Aufführungen seiner Werke, in: Mozart - Bilder und Klänge. Kat., Salzburg 1991, S. 324 ff.
  • Felix Czeike: Wien. Innere Stadt. Kunst- und Kulturführer. Wien: Jugend und Volk, Ed. Wien, Dachs-Verlag 1993, S. 141
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 587 f.
  • Michael Lorenz: Mozarts Sterbehaus: Einige notwendige Anmerkungen, in: Acta Mozartiana, 56/2, Dezember 2009, S. 187-190
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), S. 65 ff.
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 5, 1. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 153-155